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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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19. Oktober 2016

Aktuelle Daten zu Lenvatinib und Eribulin

Im Rahmen der DGHO-Jahrestagung wurden Daten zum Einsatz von Lenvatinib und Eribulin in verschiedenen onkologischen Indikationen präsentiert. Vorgestellt wurde u.a. ein Daten-Update der für Lenvatinib (Lenvima®) zulassungsrelevanten SELECT-Studie (1) beim Radiojod-refraktären, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten differenzierten Schilddrüsenkarzinom (RR-DTC), die Lenvatinib mit Placebo verglich. Die Analyse der neuen Studiendaten erbrachte ein gegenüber der Primäranalyse nochmals verbessertes medianes progressionsfreies Überleben (PFS) zugunsten von Lenvatinib (19,4 Monate vs. 3,7 Monate; HR=0,24; 99% KI: 0,17-0,35; p<0,0001) (2,3). Der PFS-Vorteil war in allen untersuchten Subgruppen nachweisbar und unabhängig davon, ob eine Vortherapie mit VEGF-gerichteten Therapien stattgefunden hatte oder nicht (1). Der aktuelle Datenschnitt ermöglichte erstmals auch Aussagen zum Langzeitansprechen auf Lenvatinib, die durch präsentierte Fallstudien gestützt wurden.
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"Die neuen Daten und überzeugenden Kasuistiken unterstreichen die klinische Relevanz von Lenvatinib bei der Behandlung von Patienten mit Radiojod-refraktärem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem differenziertem Schilddrüsenkarzinom. Mit Lenvatinib können wir Patienten, die nicht auf Radiojod ansprechen, eine wirkungsvolle Therapie anbieten und darüber hinaus eine Therapie, von der sie im Median sogar 2,5 Jahre profitieren und mehr als 1,5 Jahre progressionsfrei bleiben. Das sind sehr gute Nachrichten für uns Ärzte und für unsere Patienten", betonte Prof. Christoph Reuter, Oberarzt an der Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation der Medizinischen Hochschule Hannover.
 
Es konnte gezeigt werden, dass Patienten, die entweder mit einer partiellen (PR) oder kompletten Remission (CR) auf die Behandlung mit Lenvatinib ansprachen, schnell und lange von der Therapie profitierten. Eine PR oder CR erreichten 60,2% der Lenvatinib-Patienten. Im Median sprachen diese Patienten 30 Monate (95% KI: 18,4-35,2) auf die Behandlung mit Lenvatinib an. Die Ergebnisse waren konsistent in nahezu allen untersuchten Subgruppen. Lediglich Patienten mit höherer Krankheitslast sowie Leber- oder Hirnmetastasen zeigten eine vergleichsweise kürzere Dauer des Ansprechens (DOR) auf Lenvatinib (3). Die mediane Zeit bis zum objektiven Ansprechen betrug 3,5 Monate (95% KI: 1,9-3,7) (2). 70,4% der Patienten mit einer CR oder PR unter Lenvatinib zeigten bereits innerhalb der ersten 30 Behandlungstage ein Ansprechen auf die Therapie (4).
 
Zulassung auch beim Nierenzellkarzinom

Seit August 2016 ist der Multi-Tyrosinkinase-Inhibitor Lenvatinib unter dem Handelsnamen Kisplyx® in Kombination mit Everolimus (Afinitor®) auch zur Therapie von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC) nach einer vorhergehenden, gegen den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) gerichteten Behandlung als neue Therapieoption zugelassen (5). Die Zulassung erfolgte nach verkürztem Zulassungsverfahren aufgrund von Phase-II Daten der Studie 205 (6).
 
"Das sind beachtliche Daten. Lenvatinib ermöglicht eine PFS-Verbesserung in einer Dimension, die wir bei einer fortgeschrittenen Krebserkrankung bisher kaum gesehen haben. Besonders die Kombination aus PFS-Verbesserung und Lebensverlängerung macht diese Therapie für viele Patienten interessant. Anhand der Subgruppenanalysen, deren Ergebnisse erstmals auf dem diesjährigen ASCO Annual Meeting und nun erneut hier in Leipzig präsentiert worden sind, sehen wir auch, dass selbst Patienten mit größerer Tumorlast von der ersten beim fortgeschritten Nierenzellkarzinom zugelassenen Kombinationstherapie zweier zielgerichteter Substanzen profitieren", kommentierte Prof. Reuter.
 
"Trotzdem es sich um eine Zulassung auf der Basis von Phase-II-Daten handelt, wird die Kombinationstherapie aus Lenvatinib und Everolimus zur Zweitlinienbehandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms Eingang in die S3-Leitlinienempfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms finden", kündigte der Experte auf der DGHO-Jahrestagung in Leipzig an. Die Aktualisierung werde noch in diesem Jahr erwartet.
 
In der zulassungsrelevanten Auswertung (Datenschnitt Dezember 2014) der Phase-II-Studie 205 konnte für die Kombination von Lenvatinib und Everolimus gegenüber der bisherigen Standard-Zweitlinientherapie Everolimus eine nahezu Verdreifachung beim PFS nachgewiesen werden (14,6 vs. 5,5 Monate; HR=0,40; 95% KI: 0,24-0,68; p=0,0005), wobei das Sicherheitsprofil konsistent mit den für beide Substanzen bekannten Toxizitäten war (6). Erstmals auf dem ASCO 2016 präsentierte Daten von Subgruppenanalysen zeigen darüber hinaus, dass Patienten unabhängig von der MSKCC- (Memorial Sloan-Kettering Cancer Center)-Risikogruppe, der initialen Tumorgröße und der Metastasenlokalisation mit einem PFS-Vorteil von der Kombinationstherapie Lenvatinib plus Everolimus profitieren (7). Patienten mit der Kombination aus Lenvatinib plus Everolimus lebten im Median 10,1 Monate länger als Patienten mit der Everolimus Monotherapie (25,5 vs. 15,4 Monate; HR=0,51; 95% KI: 0,30-0,88; p=0,024 – Datenschnitt Dezember 2014 (6) bzw. 25,5 vs. 15,4 Monate; HR=0,59; 95% KI: 0,36-0,97; p=0,065 – Datenschnitt Juli 2015 (7)).
 
"Die hier präsentierten Ergebnisse beim Schilddrüsen- und Nierenzellkarzinom zeigen, dass Lenvatinib ein hochpotentes Molekül zur Behandlung fortgeschrittener onkologischer Erkrankungen ist, von dem wir noch einiges erwarten können. Es gibt bereits Untersuchungen zum Einsatz bei weiteren onkologischen Indikationen", so Prof. Reuter.
 
Aktuelle Daten auch zu Eribulin (Halaven®)

Aktuelle Daten gab es auch zu Eribulin. Der nicht Taxan-basierte Mikrotubuli-Inhibitor ist bereits seit mehreren Jahren ab der 2. Therapielinie zur Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms nach Taxan- und Anthrazyklin-Vortherapie* sowie seit Mai 2016 auch zur Behandlung erwachsener Patienten mit nicht resezierbarem fortgeschrittenem oder metastasiertem Liposarkom nach Vorbehandlung mit einer Anthrazyklin-enthaltenden Therapie* zugelassen (8). Die Zulassungen basieren auf nachgewiesenen Überlebensvorteilen mit Eribulin in den Studien 305 und 301 bzw. 309 (9-12).
 
Die aktuell auf der DGHO-Jahrestagung 2016 präsentierten Phase-II-Daten der SOLTI-Studie zum Hormonrezeptor-positiven/HER2-negativen Mammakarzinom im Stadium I-II sprechen darüber hinaus für einen möglichen Einsatz von Eribulin auch im neoadjuvanten Setting beim Mammakarzinom (13). Wie die Auswertung zeigte, profitierten Patientinnen mit Luminal-B-Brustkrebs, die im neoadjuvanten Setting behandelt wurden, am stärksten von der Therapie mit Eribulin. Nachgewiesen wurde, dass Eribulin eine Konversion der aggressiveren Luminal-B- Brustkrebsform zur weniger aggressiven Luminal-A-Form auslösen kann und somit auch nachfolgende Behandlungen für diese Patientinnen wirksamer machen könnte.
 
"Eribulin stellt möglicherweise eine vielversprechende Behandlungsoption für Patientinnen mit einem seltenen Mammakarzinom-Subtyp im adjuvanten Setting dar. Die klinische Relevanz dieser Daten muss nun in weiteren Studien geprüft werden. Die SOLTI-Daten sind jedoch bereits jetzt ein weiteres Argument dafür, Eribulin auch im Rahmen der derzeitigen Zulassung beim fortgeschrittenen Mammakarzinom möglichst früh einzusetzen. Entsprechende Hinweise liegen auch aus weiteren Studien zum Wirkmechanismus von Eribulin vor (14-16). Sie werden durch die guten klinischen Erfahrungen gestützt, die wir aus den letzten Jahren haben. Die Zulassung von Eribulin auch beim fortgeschrittenen Liposakom im Mai diesen Jahres und die gezeigte indikationsübergreifende Verbesserung des Gesamtüberlebens mit der Substanz lassen auf weitere spannende Ergebnisse hoffen", betonte Dr. Rachel Würstlein, Geschäftsführende Oberärztin am Brustzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München.
 
* sofern eine solche Therapie geeignet war
Eisai
Literatur:
(1) Schlumberger M et al. N Engl J Med 2015; 372: 1868
(2) Gianoukakis AG et al. Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) 2016 in Leipzig, abstr. 148, Vortrag V995
(3) Gianoukakis AG et al. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr 6089)
(4) Fachinformation Lenvima, Stand Mai 2015
(5) Accelerated assessment, siehe: http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/regulation/general/general_content_000955.jsp&mid=WC0b01ac05809f843a
(6) Motzer R et al.: Lancet Oncol. 2015 Nov;16(15):1473-82
(7) Hutson TE et al.: J Clin Oncol 2016;34(suppl; abstr 4553);poster #175???
(8) Fachinformation HALAVEN® 0,44mg/ml Injektionslösung. Stand August 2016
(9) Cortes J et al.: The Lancet. 2011;377:914-923
(10) Kaufman PA et al.: Cancer Res 2012;72: abstr S6-6
(11) Kaufman PA , Cortes J et al.: ASCO 2013; Poster 1049
(12) Schöffski P et al.: Lancet 2016; 387(10028):1629-37
(13) Prat, A et al. SABCS 2015. Poster session: P3-07-66
(14) Yoshida T et al.: Br J Cancer. 2014 Mar 18;110(6):1497-505
(15) Dybdal-Hargreaves NF et al.: SABCS 2015. Poster Session: P5-03-09
(16) Rohena CC et al.: SABCS 2015. Poster Session: P5-03-08
 
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