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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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18. August 2015

Krebstherapie 2015: Wissenszuwachs und Interdisziplinarität

Vom 9. bis zum 13. Oktober 2015 findet in Basel die Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie statt. Schwerpunkte sind die zahlreichen neuen Therapieansätze und die Notwendigkeit der Interdisziplinarität bei der Versorgung von Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen.

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Immuntherapie plus: Das Immunsystem in die Krebstherapie integrieren
Vor 3 Jahren wurde für Patienten mit Melanom der erste Checkpoint-Inhibitor zugelassen. Diese monoklonalen Antikörper greifen in die Regulation des Immunsystems ein und nutzen die körpereigenen Abwehrmechanismen der Patienten bei der Krebstherapie. Aktuell sind schon 3 dieser neuen Arzneimittel verfügbar, u. a. für fortgeschrittenen Lungenkrebs. Die Wirksamkeit der Immuntherapie kann durch die Kombination von 2 Antikörpern oder durch die Kombination mit Kinase-Inhibitoren gesteigert werden. Bei der Behandlung von Patienten mit Lymphomen oder Leukämien verfolgt man neben den Checkpoint-Inhibitoren mit sogenannten CART-Zellen einen weiteren therapeutischen Ansatz. Patienteneigene T-Lymphozyten werden gentechnisch mit chimären Antigenrezeptoren so verändert, dass sie das eigene Immunsystem hoch wirksam, aber für eine begrenzte Zeit gegen die Krebskrankheit aktivieren. "In der Behandlung von Blutkrebserkrankungen und der Therapie solider Tumore erleben wir derzeit einen wahren Forschungs- und Innovationsboom. Die Zulassungen der Checkpoint-Inhibitoren können wir als Startschuss für eine neue Phase der Immuntherapie begreifen", so Prof. Mathias Freund, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO. "Nun gilt es, das neu erworbene Wissen in die Herstellung von potenziell bei der Krebstherapie wirksamen Substanzen einfließen zu lassen und neue Forschungsergebnisse möglichst zeitnah zu unseren Patienten zu bringen. Gleichzeitig werden wir sehr sorgfältig weitere Informationen über die Wirksamkeit und Sicherheit der neuen Therapien im Alltagseinsatz sammeln müssen", ergänzt Freund.

Erfolgreiche Krebstherapie: Interdisziplinarität als ein Schlüssel
Die große Zunahme an Wissen in sehr kurzer Zeit führt Forscher sowie Ärzte zu der Frage, wie diese Innovationen in die Behandlung der Patienten umzusetzen sind. Dass sich dieser Wissenstransfer nur im Rahmen eines interdisziplinären Ansatzes umfassend realisieren lässt, macht die Vorsitzende der DGHO, Prof. Diana Lüftner, deutlich. "Infolge des Zuwachses und der Ausdifferenzierung von Wissen erleben wir derzeit eine Spezialisierung ärztlicher Tätigkeiten. Dabei sind wir fest davon überzeugt, dass eine umfassende therapeutische Gesamtstrategie bei der Krebsbehandlung nur dann möglich ist, wenn die in der Behandlung Tätigen interdisziplinär zusammenarbeiten. Die komplexen Entstehungsbedingungen und potenziellen Therapieansätze haben uns gezeigt: Oft brauchen wir ein ganzes Team aus Expertinnen und Experten für unsere Patienten." Mitglieder eines solchen Teams sind Medizinische Onkologen, Strahlentherapeuten, die operativen Disziplinen, Pathologen und Molekularbiologen, Radiologen, das Pflegepersonal sowie Psychoonkologen und Sozialarbeiter. "Als Fachgesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie begrüßen wir diese Entwicklung ausdrücklich. Dabei erleben wir die Interdisziplinarität mittlerweile weniger als Ausnahme denn vielmehr als Standard. Aber dennoch brauchen wir vor allem auf dem Gebiet der Technik eine Modernisierung. Dazu gehören unter anderem der Ausbau des elektronischen Informationstransfers und der verstärkte Einsatz von Videokonferenzen", so Lüftner.

Basel: Internationale Expertinnen und Experten
Dr. Martin Wernli, diesjähriger Kongresspräsident, betont die Internationalität des Kongresses in Basel. "Die zentrale Rolle beim Wissensaustausch geht weit über die Grenzen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz hinweg. Wir freuen uns sehr, dass wir eine ganze Reihe hoch renommierter Expertinnen und Experten sowohl aus dem europäischen Ausland als auch aus den USA gewinnen konnten." Teilnehmen werden unter anderem Prof. Ari M. Melnick aus den USA ("Epigenetics beim aggressiven NHL"), Prof. Andrea Gallamini ("PET bei Lymphomen"), Prof. Bart Barlogie aus den USA ("Aktueller Stand der Therapie des Multiplen Myeloms"), Dr. Luca Vago aus Italien ("Stammzelltransplantationen"), Prof. Heinz-Josef Lenz aus den USA und Dr. Denis Lacombe aus Belgien ("Die Zukunft kooperativer Gruppen in der Krebsforschung"). Darüber hinaus werden Dr. Christina Lo Celso aus Großbritannien zu "Stem Cell Biology New Insights", Dr. Lee W. Jones aus den USA zu "Bewegung und Krebs" und Dr. Richard L. Schilsky, Chief Medical Officer der American Society of Clinical Oncology, zu "Onkologische Versorgung im Zeitalter personalisierter Medizin" sprechen.

Informationen zu den Gastrednern finden Sie unter: http://www.haematologie-onkologie-2015.com/programm/gastredner

Ausführliche Informationen zur Jahrestagung finden Sie unter: http://www.haematologie-onkologie-2015.com

DGHO
 
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