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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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21. November 2012

Individuelle Lungenkrebs-Therapien rücken in den Vordergrund - auch für ältere Patienten

In Deutschland wird jährlich bei etwa 50.000 Menschen eine bösartige Erkrankung der Lunge festgestellt (1). Bei der Diagnosestellung sind etwa zwei Drittel der Betroffenen mindestens 65 Jahre alt (2) und viele haben zu diesem Zeitpunkt bereits eine fortgeschrittene Erkrankung (3). Die medikamentöse Therapie dieser Patienten ist eine große Herausforderung. Eine wichtige Option auch für ältere Patienten mit fortgeschrittenem Nicht-Plattenepithelkarzinom der Lunge ist die Behandlung mit Pemetrexed (Alimta®) als Erstlinien- und Erhaltungstherapie.

 Die Zahl der Lungenkrebs-Erkrankungen hat sich seit 1980 nahezu verdreifacht (2) und dürfte aufgrund der demographischen Entwicklung der Bevölkerung weiter steigen. An Lungenkrebs erkrankte Menschen sind im Durchschnitt 69 Jahre alt (4); nur etwa 30% der erkrankten Frauen und 20% der Männer haben das 60. Lebensjahr noch nicht erreicht (2). Die Behandlung älterer Patienten muss auf deren Konstitution sowie auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein. Wesentlich für die Therapiewahl ist das Ausmaß der Komorbiditäten. Deshalb ist besonders bei älteren Patienten die Verträglichkeit einer Therapie ebenso wichtig wie die Reduktion der Tumorlast.
 
Seit jetzt einem Jahr steht mit Pemetrexed eine vergleichsweise gut verträgliche Erstlinien- und Erhaltungstherapie für Patienten mit fortgeschrittenem nicht-plattenepithelialem NSCLC (Adeno- und großzelliges Lungenkarzinom) zur Verfügung. Die Zulassung zur Erhaltungstherapie erfolgte aufgrund überzeugender Ergebnisse der PARAMOUNT-Studie (5). Die Studienteilnehmer hatten eine Standard-Erstlinientherapie mit Pemetrexed/Cisplatin abgeschlossen (Induktionsphase) und wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und mit Pemetrexed oder Placebo weiterbehandelt (Erhaltungstherapie). In beiden Gruppen wurde mit Vitamin B12, Folsäure und Dexamethason supplementiert und Best Supportive Care angeboten. Die mit Pemetrexed behandelten Patienten waren im Vergleich zu Placebo signifikant länger progressionsfrei (ab Beginn der Induktion für median 6,9 Monate versus 5,6 Monate, Hazard Ratio 0,59; p<0,0001) und hatten ein signifikant längeres Gesamtüberleben (ab Beginn der Induktion 16,9 Monate versus 14,0 Monate, HR 0,78; p=0,0191) (6). Erstmals konnte mit dieser Studie gezeigt werden, dass Patienten von einer Erhaltungstherapie mit einer in der Erstlinientherapie erfolgreich eingesetzten Substanz profitieren können.
 
Erhaltungstherapie auch für ältere Patienten vorteilhaft
 
Das Konzept der Erhaltungstherapie bietet die Option der kontinuierlichen Weiterbehandlung mit einem bereits in der Induktion verwendeten Zytostatikum und schöpft deren Potential sehr gut aus. Das gilt auch für ältere Patienten, wie eine Subgruppenanalyse der PARAMOUNT-Studie belegt (7): Bei den ≥ 70Jährigen wurde mit der Pemetrexed-Erhaltungstherapie die progressionsfreie Zeit im Vergleich zu Placebo mehr als verdoppelt (median 6,4 Monate versus 3,0 Monate; HR 0,35). Das Progressionsrisiko wurde somit für die mit Pemetrexed behandelten Patienten um 65% reduziert. Damit profitieren ältere Patienten sogar in besonderem Maße von der Erhaltungstherapie mit dem Multi-Target-Enzym-Inhibitor. Die Toxizität der Medikation war etwas höher als bei den jüngeren Patienten, die auftretenden Nebenwirkungen entsprachen dem bekannten Verträglichkeitsprofil von Pemetrexed.
 
Lebensqualität bleibt unter Therapie mit Pemetrexed erhalten
 
Die Weiterbehandlung mit Pemetrexed als Erhaltungstherapie führt zu einer Verlängerung der Therapiephase und bietet die Möglichkeit einer verlängerten Tumorkontrolle. In der PARAMOUNT-Studie konnten 23% der mit Pemetrexed behandelten Patienten mindestens sechs Zyklen der Erhaltungstherapie absolvieren, im Vergleich zu 14% der mit Placebo behandelten Patienten. In einer weiteren Auswertung der PARAMOUNT-Studie wurde gezeigt, dass bei 84% der Patienten der Performance Status unter der Therapie mit Pemetrexed stabil blieb oder sich verbesserte (8). Im Hinblick auf die Lebensqualität waren auf Basis des standardisierten Fragebogens EQ-5D insgesamt keine relevanten Unterschiede unter Pemetrexed im Vergleich zu Placebo zu beobachten (9).

Pemetrexed ist in der Erstlinientherapie etabliert
 
Pemetrexed ist ein Multi-Target-Enzym-Inhibitor, der Schlüsselenzyme der DNA- und RNA-Nukleotidsynthese in der Tumorzelle blockiert. In der Erstlinientherapie bei fortgeschrittenen Nicht-Plattenepithelkarzinomen der Lunge ist die Kombination von Pemetrexed und Cisplatin  ein Standard. Patienten können damit eine signifikante Lebenszeitverlängerung erreichen, die in der zulassungsrelevanten Studie bei Adenokarzinomen mit median 12,6 Monaten (vs. 10,9 Monaten unter Gemcitabin/Cisplatin) am deutlichsten ausfiel (10). Diese cisplatinhaltige Zweifachkombination war damit die erste, mit der das Überleben dieser Patienten auf median über ein Jahr verlängert werden konnte. Das bereits als Erstlinientherapie gut etablierte Pemetrexed könnte auf Grundlage der PARAMOUNT-Studiendaten nun auch in der Erhaltungstherapie zum Standard werden.
 
Kurzinfusion erleichtert die ambulante Therapie
 
Pemetrexed wird als zehnminütige Kurzinfusion appliziert und lässt sich gut in ein ambulantes Betreuungsschema eingliedern. Die Therapie hat einen konstanten Ablauf, da für die Erhaltungstherapie ein Baustein aus der Erstlinientherapie verwendet wird. Dies erhält Therapieoptionen für die Zweitlinie und macht die Therapie gut kalkulierbar. Aus diesen Gründen kann das Konzept der Erstlinien-Erhaltungstherapie auch bei älteren Patienten mit Lungenkrebs erfolgreich umgesetzt werden, wie Erfahrungsberichte aus onkologischen Praxen zeigen.
 
Literaturhinweise:
(1) Atlas der Krebsinzidenz und Krebsmortalität der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Datenstand Dezember 2011); www.gekid.de
(2) Robert Koch-Institut (Hrsg.) Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland. Entwicklung der Prävalenzen zwischen 1990 und 2010. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. RKI, Berlin, 2010, ISBN 978-3-89606-208-6
(3) Molina JR et al. Mayo Clin Proceed 2008;83(5):584-594
(4) Robert Koch-Institut (Hrsg.). Krebs in Deutschland 2005/06. Häufigkeiten und Trends. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. RKI, Berlin, 2010, ISBN 978-3-89606-207-9
(5) Paz-Ares L et al. Lancet Oncol 2012;13(3):247-255
(6) Paz-Ares L et al.  J Clin Oncol 30, 2012 (suppl; abstr LBA7507)
(7) Gridelli C et al. The European Multidisciplinary Cancer Congress, Stockholm 2011, Abstract 9072
(8) Pujol J et al. Ann Oncol 2012;23(Suppl 9):1275P
(9) Gridelli C et al. J Thorac Oncol. 2012;7(11):1713-1721
(10) Scagliotti G et al. J Clin Oncol 2008;26:3543-3551

Quelle: Lilly Onkologie
 
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