Dienstag, 24. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
30. Juni 2015

Immunthrombozytopenie (ITP): Lebensqualität und Lebenssituation des Patienten in die Therapieentscheidung einbeziehen

Dank innovativer Optionen zur Therapie der chronischen immun-(idiopathischen) thrombozytopenischen Purpura (ITP) kann mittlerweile das Therapieziel einer lang anhaltenden Stabilisierung der Thrombozytenzahl mit Chance einer Remission, sowie einer verbesserten Lebensqualität bei vielen Patienten erreicht werden. Auch ohne eine Splenektomie können durch Medikamente gute Therapieerfolge erzielt werden. Wie internationale Experten im Rahmen der 5th International ITP Assembly, die im März in Berlin stattfand, betonten, hat der Thrombopoetinrezeptor-Agonist Romiplostim (Nplate®) aufgrund seiner guten Wirksamkeit und Verträglichkeit sowie seiner einfachen, nur einmal wöchentlichen Anwendung einen hohen Stellenwert bei der ITP-Behandlung. Einig waren sich die Experten auch, dass für eine individuelle Therapieentscheidung nicht nur Thrombozytenzahlen, sondern auch die spezielle Lebenssituation der Patienten sowie der Einfluss der Behandlung auf die Lebensqualität berücksichtigt werden müssen. Für viele Patienten stellt die ITP eine große seelische und körperliche Belastung dar, was häufig unterschätzt wird.

Anzeige:
 
 

Die ITP ist eine Autoimmunerkrankung und durch niedrige Thrombozytenzahlen gekennzeichnet. Das bedingt eine erhöhte Blutungsneigung mit rezidivierenden Blutungskomplikationen. Eine ITP beeinflusst viele Patienten unmittelbar in ihrem täglichen Leben: Ob Arbeit, soziale Aktivitäten, Sport oder Spaziergänge – die Erkrankung und die Angst vor dem Auftreten gefährlicher Blutungen ist allgegenwärtig (1). Es ist daher wichtig, bei der Auswahl der geeigneten Therapie die Perspektive des Patienten einzubeziehen und mit ihm die verfügbaren Optionen sowie deren Risiken und Nutzen zu besprechen. In der Erstlinientherapie erfolgt in der Regel der Einsatz von Kortikosteroiden; bei schweren Blutungen (WHO Blutungsgrad III/IV) werden intravenöse Immunglobuline eingesetzt. In der Zweitlinientherapie kann die medikamentöse Behandlung mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten wie Romiplostim als Alternative zu einer Splenektomie erfolgen. Ein wesentlicher Punkt für die Therapieentscheidung stellt die Ausgewogenheit von Wirksamkeit und Sicherheit dar, denn ITP-Patienten benötigen in der Regel eine lebenslange Behandlung.
 
Früher Therapiebeginn mit Romiplostim bietet Chance auf lang anhaltende Remission

Zur Behandlung erwachsener, splenektomierter Patienten, die gegenüber anderen Therapien refraktär sind, und als Zweitlinientherapie für nicht-splenektomierte Patienten, bei denen eine Splenektomie kontraindiziert ist, steht Romiplostim zur Verfügung (2). Der TPO-Rezeptoragonist regt die Bildung von Thrombozyten an, indem er die Wirkung endogenen Thrombopoetins simuliert. Die Wirkung setzt schnell ein, die Substanz sollte ausreichend lange und in angemessener Dosierung eingesetzt werden. Eine hohe Ansprechrate erhöht die Chance für eine anhaltende Remission, wobei die Remission bei einem Teil der Patienten auch nach Absetzen der Therapie anhält. Offenbar können Patienten insbesondere bei einem frühen Therapiebeginn von Romiplostim profitieren (3). Unter der Romiplostim-Behandlung werden Blutungsrisiko und die Rate an Krankenhauseinweisungen gesenkt (4,5). Überdies kann die gut verträgliche Substanz individuell, ausgerichtet nach den jeweiligen Bedürfnissen des Patienten, dosiert werden. Im Gegensatz zu dem TPO-Rezeptoragonisten Eltrombopag, der täglich eingenommen werden muss, wird Romiplostim nur einmal wöchentlich injiziert. Das lässt eine bessere Patienten-Compliance erwarten. Somit können mit der Romiplostim-Therapie verschiedene, für Arzt und Patienten relevante, Vorteile verbunden sein.

Eine Splenektomie birgt zwar die größte Chance auf eine klinische Remission, ist aber mit verschiedenen postoperativen Risiken wie Infektionen, Thrombose, Blutungen und einem lebenslang erhöhten Sepsis-Risiko assoziiert. Viele Patienten, vor allem junge, möchten überdies nicht, dass ihnen ein Organ entfernt wird. Hinzu kommen Angst und Unsicherheit über die Langzeitfolgen. Andere wiederum möchten keine über Jahre dauernde medikamentöse Therapie und ziehen eine Splenektomie vor. Gefragt ist also ein individuelles Abwägen, das die spezielle Lebenssituation der Patienten sowie Alter und Komorbiditäten einschließt.

Romiplostim: Signifikante Steigerung der Lebensqualität
ITP kann die verschiedenen Aspekte der Lebensqualität von Patienten negativ beeinflussen (1). Eine 2008 publizierte Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass ITP-Patienten sogar eine niedrigere Lebensqualität haben als Patienten mit Krebs, Hypertonie oder Arthritis (6). Es ist wichtig, dem Patienten zuzuhören, denn auch hier gibt es individuelle Unterschiede: Während einige Patienten auch mit einer schweren ITP noch recht gut umgehen können, haben andere massive Einbußen in ihrer Lebensqualität und leben mit der Angst vor Blutungen und einem erhöhten Sterberisiko. Aspekte der Lebensqualität werden mittels des ITP-PAQ erfasst (7). Im Rahmen dieses Fragebogens werden Patienten beispielsweise gefragt, wie oft sie in den vergangenen vier Wochen traurig und depressiv wegen ihrer Erkrankung waren oder ob die Erkrankung selbst bzw. deren Behandlung ihre Lebensqualität beeinflusst hat. Die Lebensqualität ist somit ein Faktor, der in die Therapieentscheidung einbezogen werden sollte. Unter Romiplostim kann eine Steigerung der Lebensqualität erzielt werden, wie Daten einer randomisierten Studie bestätigten. Die nicht-splenektomierten Patienten unter Romiplostim zeigten im Vergleich zu einer derzeitigen Standardbehandlung (z.B. Kortikosteroide, intravenöse Immunglobuline) über 52 Wochen eine signifikante Verbesserung in den Bereichen Symptome, Unbehagen, Aktivität, psychische Gesundheit, Angst, gesamte Lebensqualität und soziale Lebensqualität (8). Davon profitieren Arzt und Patient.

Amgen
Literatur:

(1) Michel M, Eur J Haematol 2009; 82(Suppl. 71):3-7
(2) Fachinformation Nplate®, Stand Dezember 2013
(3) Newland A et al. ASH 2014, abstract # 2775
(4) Welslau M et al. Haematologica 2014;99(suppl 1):204 (EHA 2014;abstract # P603
(5) Papadaki H et al. Haematologica 2014;99(suppl 1):203 (EHA 2014;abstract # P601
(6) McMillan R et al. Am J Hematol 2008; 83: 150-4
(7) George JN et al. Br J Haematol 2008; 144:409-15
(8) Kuter DJ et al. Am J Hematol. 2012 May;87(5):558-61. doi: 10.1002/ajh.23163. Epub 2012 Mar 28

 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs