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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
30. Oktober 2008

Aktuelle Daten mit Cetuximab beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom, Kopf-Hals-Tumoren und kolorektalem Karzinom

33. Jahrestagung der European - Society for Medical Oncology (ESMO) Stockholm, 10.-15.9.2008
Cetuximab in Kombination mit einer platinbasierten Therapie verlängert signifikant das Überleben von Patienten mit fortgeschrittenem nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie. Dieses Ergebnis der FLEX-Studie wurde zum ersten Mal auf dem diesjährigen ESMO-Kongress präsentiert. Als ein Durchbruch gilt die Kombination mit Cetuximab in der Behandlung der Kopf-Hals-Tumoren: Erstmals seit Einführung der platinbasierten Chemotherapie gelang mit Hinzunahme von Cetuximab eine signifikante Verbesserung des Überlebens und des progressionsfreien Überlebens bei Patienten mit rezidivierten und/oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren ohne deren Lebensqualität dabei einzuschränken. Erstmals wurden auch die Überlebensdaten der Phase-III-Studie CRYSTAL zur Erstlinientherapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC) mit Cetuximab vorgestellt. Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumor, die mit Cetuximab in Kombination mit der Standardchemotherapie FOLFIRI behandelt wurden, zeigten ein medianes Überleben von bis zu 25 Monaten.
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NSCLC
In der multizentrische Phase-III-Studie FLEX (First-line in Lung cancer with ErbituX), in die 1125 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC (Stadium IIIB/IV) eingeschlossen waren, verlängerte die Erstlinientherapie mit Cetuximab plus platinbasierter Chemotherapie signifikant das mediane Überleben im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie um 1,2 Monate (11,3 versus 10,1 Monate; p=0,04).

Bei Patienten kaukasischer Abstammung, die 84% der Patientenpopulation repräsentierten, zeigte sich der Vorteil von Cetuximab bei allen histologischen Subtypen. Innerhalb dieser Patientengruppe verlängerte sich das Überleben von 9,1 auf 10,5 Monate durch die Hinzunahme von Cetuximab (HR 0,8; p=0,003). Patienten mit Adenokarzinom hatten einen Überlebensvorteil von knapp 2 Monaten durch die Kombination im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie.

Die Kombinationstherapie wurde insgesamt gut toleriert, therapieassoziierte Nebenwirkungen waren vorhersehbar und gut zu behandeln.

Kopf-Hals-Tumoren
Erstmals seit 30 Jahren zeigt sich ein tatsächlicher Fortschritt in der Therapie von Kopf-Hals-Tumoren durch die Kombinationstherapie mit Cetuximab, sagte der Leiter der EXTREME-Studie, Prof. an B. Vermorken, Antwerpen, Belgien. Die EXTREME-Studie ist eine multzentrische, randomisierte und kontrollierte Phase-III-Studie mit 442 Patienten, in der Cetuximab mit Cisplatin oder Carboplatin plus 5-FU kombiniert und mit alleiniger Chemotherapie in der Erstlinientherapie von wiederkehrendem und/oder metastasierten SCCHN verglichen wurde. Die Addition von Cetuximab verlängerte das mediane Überleben um fast 3 Monate (10,1 vs. 7,4 Monate; p=0,04), dies entsprach einer 20%igen Reduktion des Mortalitätsrisikos. Das progressionsfreie Überleben verlängerte sich von 3,3 auf 5,6 Monate (p<0,001), die Ansprechrate stieg mit der Kombination von 20% auf 36% (p<0,001). Die Kombinationstherapie war mit keinen Einbußen in der Lebensqualität verbunden. Diese wurde erhoben mit den Lebensqualitätsfragebögen QLQ-C30 und QLQ-H&N35, letzterer ist ein spezieller Fragebogen für Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren. Die Analyse der Fragebögen ergab, dass die Hinzunahme von Cetuximab zu signifikanten und klinisch relevanten Vorteilen führte bei gleichzeitig guter Verträglichkeit. Im QLQ-H&N35-Fragebogen zeigte sich bei Patienten, die Cetuximab erhielten eine signifikante Verbesserung beim Schmerz und bei den Schluckbeschwerden (#693PD).

Eine retrospektive Analyse der EXTREME-Studie konnte keine Korrelation zwischen der EGFR-Expression oder -Genkopien und dem Überleben bei Patienten, die mit Cetuximab behandelt wurden, feststellen. Auch KRAS spielt als prädiktiver Biomarker bei Kopf-Hals-Tumoren keine Rolle, da 95% der Tumoren vom KRAS-Wildtyp sind.

Kolorektales Karzinom
In der CRYSTAL-Studie hatten Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumor (n = 346) durch Cetuximab einen Überlebensvorteil von 3,9 Monaten verglichen mit Patienten unter alleiniger Chemotherapie, allerdings war das Ergebnis statistisch nicht signifikant (24,9 Monate vs. 21,0 Monate, HR: 0,84, p = 0,2). Das Gesamtüberleben von Patienten, deren Tumor eine KRAS-Mutation aufwies (n=192), unterschied sich hingegen zwischen den Behandlungsarmen nicht (17,5 Monate vs. 17,7 Monate, HR: 1,03). Ein signifikanter Unterschied bestand in der Ansprechrate und im progressionsfreiem Überleben zugunsten der Kombinationstherapie mit Cetuximab und FOLFIRI im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie mit FOLFIRI beim KRAS-Wildtyp (59% vs. 43%, p=0,0025 bzw. 9,9 vs. 8,7 Monate; HR: 0,68, p=0,0167), während Patienten mit KRAS-Mutation nicht profitierten. Der Studienleiter der CRYSTAL-Studie Eric van Cutsem kommentierte die Ergebnisse: „Bei Patienten, die am meisten von einer Behandlung mit Cetuximab profitieren, sehen wir hier die längsten Überlebenszeiten, die bis dato in einer Phase-III-Studie beobachtet werden konnten“.

Quelle:


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