Mittwoch, 23. Oktober 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

19. Juli 2019 Paradigmenwechsel in der Primärtherapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms durch Olaparib

Seit dem 12. Juni 2019 sind Olaparib (Lynparza®) Filmtabletten als Erhaltungstherapie von erwachsenen Patientinnen mit einem fortgeschrittenen BRCA1/2-mutierten Ovarialkarzinom nach Ansprechen auf eine abgeschlossene Platin-basierte Erstlinien-Chemotherapie in Europa zugelassen. Während der Launch-Pressekonferenz wurde über die Therapievorteile durch den PARP-Inhibitor und die Wichtigkeit der BRCA-Testung diskutiert.  
Anzeige:
Fachinformation
Zur Zulassung führten die überzeugenden Ergebnisse der SOLO-1-Studie: Olaparib bewirkte eine Risikoreduktion für Krankheitsprogression oder Tod im Vergleich zu Placebo um 70%. Nach drei Jahren waren 60% der Patientinnen, die Olaparib Filmtabletten erhielten, noch rezidivfrei im Vergleich zu 27% unter Placebo.  Dieser Benefit blieb auch nach Ende der in der Studie definierten 24-monatigen Therapiedauer erhalten.

Durch Dosisanpassungen und supportive Therapien war die Toxizität zu managen. Trotz auftretender Nebenwirkungen wie Fatigue und Übelkeit war die Lebensqualität der Patientinnen im Olaparib-Arm im Vergleich zu Placebo nicht schlechter. PARP-Enzyme (Poly-ADP-Ribose-Polymerase) sind normalerweise für die Reparatur von Einzelstrangbrüchen zuständig. Durch die Therapie mit einem PARP-Inhibitor ist die Reparatur gestört, es kommt zu Doppelstrangbrüchen und zur Apoptose der Tumorzelle.

BRCA-Testung wirkt lebensverlängernd

Ovarialkarzinome werden aufgrund der spät einsetzenden und unspezifischen Symptome häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium festgestellt. Das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, ist bei Trägerinnen von BRCA1/2-Mutationen deutlich erhöht. PARP-Inhibitoren sind für Patientinnen mit BRCA-Mutationen eine vielversprechende Therapieoption. Deshalb sollte frühzeitig eine BRCA-Testung durchgeführt werden, um zielgerichtet den PARP-Inhibitor in die Therapie einsetzen zu können. Die Experten betonten den hohen Stellenwert der BRCA-Diagnostik, die in der Keimbahn und/oder somatisch erfolgen sollte. Auch internationale Leitlinien empfehlen, alle Frauen mit einem Ovarialkarziom schon bei der Diagnosestellung zu testen.

Annette Junker

Quelle: Launch-Pressekonferenz Lynparza® (Olaparib) in der First-Line-Erhaltungstherapie beim Ovarialkarzinom, 12.07.2019, Düsseldorf; Veranstalter: AstraZeneca/MSD


Das könnte Sie auch interessieren

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung
© DKMS gemeinnützige Gesellschaft mbH

in diesem Jahr liegt der Fokus des jährlichen World Blood Cancer Day (WBCD) am 28. Mai auf nachhaltiger Bildung rund um das Thema Blutkrebs. Darüber hinaus wird gemeinsam mit Helfern, Gruppen und Organisationen weltweit im Rahmen des jährlichen Aufmerksamkeitstags Solidarität mit Patienten demonstriert. Die DKMS appelliert: Macht alle mit! Jeder kann sich am WBCD beteiligen und so den Kampf gegen Blutkrebs voranbringen.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Paradigmenwechsel in der Primärtherapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms durch Olaparib"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression