Donnerstag, 2. Juli 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

08. November 2019 Incyte – Fragen und Antworten zu einem innovativen Unternehmen

Incyte Corporation ist ein biopharmazeutisches Unternehmen in Wilmington, Delaware, USA, das sich auf die Forschung und Entwicklung von eigenen Therapeutika spezialisiert hat. In den Jahren 2015, 2016 und 2017 war Incyte in den Top 10 der Forbes-Liste der innovativsten Unternehmen der Welt. Außerdem erhielt Incyte 2017 neben anderen Unternehmen den Biotech Innovators Award von Investor's Business Daily. Darüber hinaus kürte Delaware BioScience Association (Delaware Bio) Incyte in den Jahren 2012 und 2015 zum Unternehmen des Jahres. JOURNAL ONKOLOGIE führte im Rahmen des ESMO 2019 in Barcelona ein Interview mit Hervé Hoppenot, Präsident und Chief Executive Officer, Incyte Corp.
Incyte war in den vergangenen Jahren dreimal unter den Top 10 der innovativsten Unternehmen vertreten. Dies wird auf die breite Pipeline Ihres Unternehmens mit zahlreichen Arzneimittelprojekten zurückgeführt. Was können Sie uns zur aktuellen Pipeline sagen? Wo liegt Ihr Fokus?

Hoppenot: Incyte besitzt ein großes Forschungszentrum, und wir beschäftigen uns vor allem mit der Grundlagenforschung und der Entwicklung neuer Substanzen. Die hochqualifizierten Wissenschaftler bei Incyte haben vorrangig das Ziel, die Diagnostik und Behandlung von Krebserkrankungen weiterzuentwickeln, wobei die Immunonkologie und zielgerichtete Therapien eine maßgebliche Rolle spielen. Daneben erforschen wir beispielsweise Immunmodifier, die bei Autoimmun- und inflammatorischen Erkrankungen eingesetzt werden.
Das Portfolio von Incyte umfasst neben der Onkologie also auch andere Bereiche, wie Inflammation und Autoimmunerkrankungen, wobei unser Schwerpunkt aber ganz klar die Onkologie ist. Wichtig ist für uns außerdem die enge Vernetzung mit onkologischen Fachverbänden und Institutionen.

Können Sie uns Beispiele für wichtige Projekte Ihrer Forschungstätigkeiten nennen?

Hoppenot: Ein wichtiges Ergebnis unserer Research & Development-Programme ist unser Produkt Ruxolitinib, ein Januskinase1/2-Inhibitor, der zur Behandlung von Erwachsenen mit primärer Myelofibrose und Polycythaemia vera eingesetzt wird. Ruxolitinib reduziert signifikant die Splenomegalie, die Symptomlast und verbessert zudem die Lebensqualität deutlich. Wir haben außerdem ein Medikament für Patienten mit rheumatoider Arthritis, Olumiant. In Europa vermarkten wir Iclusig® für Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie.
Derzeit laufen einige Phase-III-Studien zur Evaluierung von Ruxolitinib bei Graft-versus-Host-Disease (GvHD) – einer sehr schweren Erkrankung. Incyte ist das erste Unternehmen, das versucht, die Therapie von GvHD zu verändern. Hier sind rasche Fortschritte zu erkennen; erste Ergebnisse erwarten wir bereits bis Ende des Jahres. Nicht zuletzt haben wir mit Pemigatinib ein ebenfalls sehr effektives und verträgliches Produkt, das insbesondere zur Therapie beim Cholangiokarzinom eingesetzt wird. Es gibt außerdem Studien zum Einsatz von Pemigatinib beim Blasenkarzinom.
Wie schon gesagt, sind wir auch außerhalb der Onkologie forschend tätig. So laufen Studien zur Anwendung von topischem Ruxolitinib, d.h. Ruxolitinib-Creme, bei Patienten mit atopischer Dermatitis. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit Vitiligo – einer Erkrankung, die vor allem durch Michael Jackson bekannt wurde und die ziemlich häufig ist. Bislang gibt es keine geeignete Therapie dafür. Mit topischem Ruxolitinib kann die Krankheit möglicherweise geblockt werden. Ruxolitinib-Creme könnte das erste Mittel sein, das für die Indikation Vitiligo eine Zulassung erhält.

Was sehen Sie als einen der größten Forschungserfolge von Incyte an?

Hoppenot: Ruxolitinib hat das Leben von Menschen mit Myelofibrose maßgeblich geändert. Die betroffenen Menschen hatten schwerwiegende Symptome, sie konnten nicht schlafen, nicht duschen, und die Sterblichkeit war hoch. Mit Ruxolitinib konnten nun endlich ein Überlebensvorteil und ein Benefit für die Lebensqualität erzielt werden. Auch mit Pemigatinib erreichen wir viele positive Effekte wie Tumorkontrolle und eine Stabilisierung der Erkrankung. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es für diese Patienten mit der Diagnose Cholangiokarzinom keinerlei Alternativen. Auch wenn diese Krebserkrankung selten ist, so sind doch 2.000-3.000 Patienten und deren Familien betroffen, deren Leben mit einer geeigneten Therapie eine absolute Veränderung erfahren kann.

Sie haben einmal gesagt, dass Innovation sozusagen zur Unternehmens-DNA von Incyte gehört. Was zeichnet Incyte Ihrer Meinung nach besonders aus?

Hoppenot: Es ist unsere unternehmerische Mentalität und unsere absolute Überzeugung, dass unsere Wissenschaft Verbesserungen in der praktischen Medizin ermöglicht. Wir investieren stark in die Forschung. Hinzu kommt unsere spezielle Expertise. Wir haben mehrfach gezeigt, dass wir neue Produkte aufspüren, gerade auch in Bereichen, wo bislang noch nichts gefunden wurde, wie unsere Forschungen bezüglich u.a. Polycythaemia vera, Vitiligo und Cholangiokarzinom zeigen, wofür es lange keine geeigneten Arzneimittel gab. Wir haben keine Angst, auf diesem Gebiet die Ersten zu sein, auch wenn keine validen Daten vorhanden sind und wir durchaus Höhen und Tiefen erleben – das meine ich mit Einstellung und Mentalität. Wir versuchen es und warten das Ergebnis dann ab. In den vergangenen Jahren ist Incyte als biopharmazeutisches forschendes Unternehmen daher entsprechend stetig gewachsen. Unser Schlüssel zum Erfolg ist es, mutig zu sein und in viele verschiedene Forschungsprogramme zu investieren.

Vielen Dank für das Gespräch!

AH

Quelle: ESMO 2019


Anzeige:
Fachinformation

Das könnte Sie auch interessieren

Bewegung hilft bei der Krebstherapie

Bewegung hilft bei der Krebstherapie
© Witthaya / Fotolia.com

Dass Sport und eine Krebserkrankung sich nicht gegenseitig ausschließen, ist inzwischen bekannt. Erwiesenermaßen beugt Sport nicht nur vor, sondern hat auch therapeutische Wirkungen und verbessert die Lebensqualität. Doch wie sieht dies in der Praxis aus und welcher Sport empfiehlt sich in welchem Ausmaß bei welcher Therapie? Aktuell werden immer mehr Studien zu diesem Thema durchgeführt. Das Wohlbefinden des Patienten während und nach der Therapie steht...

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst
© pressmaster / Fotolia.com

Sieben von zehn Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Krebs. Bei Erwachsenen zwischen 30 und 44 Jahren und Frauen ist die Angst besonders groß. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Studie der DAK-Gesundheit. Ein weiteres zentrales Ergebnis: Das Engagement für die eigene Gesundheit wächst. Immer mehr Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit.

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde

Mittelmeerdiät ist gesund – auch fernab mediterraner Gefilde
© Daniel Vincek / fotolia.com

Neue Analysen der EPIC-Potsdam-Studie zeigen, dass eine mediterrane Kost auch außerhalb des Mittelmeerraums das Risiko für Typ-2-Diabetes senken kann. Zudem können Menschen mit Gemüse, Obst, Olivenöl und Co wahrscheinlich zusätzlich ihr Herzinfarkt-Risiko verringern. Die Ergebnisse zum Zusammenhang von regionalen Diäten und chronischen Erkrankungen haben DIfE-Wissenschaftler im Rahmen des Kompetenzclusters NutriAct jetzt im Fachblatt BMC Medicine publiziert.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Incyte – Fragen und Antworten zu einem innovativen Unternehmen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden