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29. April 2015
aktualisiert: 02. März 2021

Inzidenz des Prostatakarzinoms steigt stetig an

Inzidenz des Prostatakarzinoms steigt stetig an
© CLIPAREA.com / Fotolia.com

Das Prostatakarzinom (PCA) ist in der westlichen Welt der häufigste maligne Tumor bei Männern. Im Jahr 2016 lagen die Zahlen der Neuerkrankungen laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 58.780 (Prognose für 2020: 61.200) und die der Todesfälle bei 14.417. Die Prävalenz ist sogar noch höher als die Inzidenz, die Lebenszeit-Erkrankungswahrscheinlichkeit liegt in Deutschland bei etwa 11%, so das RKI.

Die meisten Männer in Deutschland, bei denen ein Prostatakarzinom diagnostiziert wird, haben ein lokal begrenztes oder sog. lokoregionär fortgeschrittenes Tumorstadium, d.h. der Krebs hat zwar in die Lymphknoten gestreut, aber noch keine Fernmetastasen gebildet. 10-15% der Patienten jedoch haben bereits bei der Erstdiagnose Fernmetastasen. Diese betreffen v.a. den Knochen (Wirbelsäule, Becken), können aber auch viszeral sein, d.h. Organe wie Lunge oder Leber befallen.

Nach Diagnosestellung werden die Patienten anhand verschiedener Kriterien in drei Risikogruppen (low risk, intermediate risk und high risk) eingeteilt. Wichtige Parameter sind dabei der Gleason-Score (dieser ist der wichtigste prognostische Faktor), das lokale Tumorstadium, der prostataspezifische Antigen (PSA)-Wert, die Zahl der tumorbefallenen Biopsiezylinder und der Anteil des Tumorgewebes. Für die Verlaufskontrolle und die Nachsorge kommt als Tumormarker das PSA zum Einsatz.

PSA wird ausschließlich von Prostatazellen gebildet. Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht automatisch, dass ein Prostatakarzinom vorliegt; der Wert erhöht sich z.B. mit zunehmendem Alter oder auch bei einer gutartigen Prostatavergrößerung (Benigne Prostatahyperplasie, BPH) oder einer Entzündung in dieser Region.

Therapie des Prostatakarzinoms

Die Therapie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom ist die sogenannte radikale Prostatektomie bzw. die externe Strahlentherapie, ggf. in Kombination mit einer Androgendeprivation (ADT).

Im fortgeschrittenen und metastasierten Stadium nimmt die antihormonelle Therapie mit ADT den wichtigsten Stellenwert ein, da die Tumorzellen anfangs hormonabhängig oder hormonsensitiv sind. Auch wenn es sich dabei um ein palliatives Therapiekonzept handelt, können damit eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität sowie des Langzeitüberlebens erreicht werden.

Formen des Prostatakarzinoms

Trotz antihormoneller Therapie kommt es nach etwa 12-24 Monaten zu einem erneuten PSA-Progress. Eine Problematik beim Prostatakarzinom liegt darin, dass ein geringer Teil der Tumorzellen von Beginn an unempfindlich, d.h. refraktär gegenüber der ADT-Hormontherapie ist und sie „überlebt“. Im Verlauf der Erkrankung setzen sich diese Krebszellen durch, die ADT wirkt nicht mehr und man spricht man von einem metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom, kurz mCRPC. In weit fortgeschrittenen Stadien oder bei sehr aggressiven Tumorvarianten findet eine Synthese von Testosteron in den Tumorzellen selbst statt.
 
Es gibt ein Zeitfenster vor der Entstehung des mCRPC, bei dem das Prostatakarzinom auch schon kastrationsresistent geworden ist, aber noch keine Metastasen gebildet hat, abgekürzt als M0CRPC – auch hierfür gibt es Therapieoptionen.

Zur Behandlung des mCRPC gibt es eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, auch mit einer systemischen Chemotherapie und die Behandlung von beispielsweise Knochenmetastasen.

Red. journalonko.de

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