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Medizin
24. September 2012

Neues Diagnoseverfahren bei malignem Melanom verlängert das krankheitsfreie Überleben

Bei Patienten mit primären Melanomen, dem sogenannten „schwarzen Hautkrebs“, können mittels eines neuen Diagnoseverfahrens Metastasen besser erkannt werden. Dies kann die Prognose für den weiteren Krankheitsverlauf deutlich verbessern. So lautet das Ergebnis einer Studie der Hautklinik am Universitätsklinikum Essen, die im September bereits im renommierten Fachmagazin JAMA: The Journal of the American Medical Association veröffentlich wurde (1) und nun auch in Deutschland vorgestellt wird.

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Bislang werden Patienten, die an schwarzem Hautkrebs leiden, nur mit Hilfe der sogenannten Lymphabstromszintigraphie auf mögliche Metastasen untersucht. Dabei handelt es sich um eine Untersuchung des Lymphsystems mittels subkutaner Injektion einer radioaktiv markierten Substanz. Dem Patienten wird eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz verabreicht (z. B. Jod-131), die von dem sogenannten „Wächter-Lymphknoten“ aufgenommen wird.

Im Rahmen der nun vorliegenden Studie wurde der Einsatz einer anderen Technik – der Hybrid Single-Photon-Emissions-Computer-Tomographie - eines Bildgebungsverfahrens mittels Computertomographie (SPECT/CT) überprüft. Das Ergebnis ist beeindruckend: Bei dem herkömmlichen Verfahren, dem derzeitigen Goldstandard, werden bis zu 44% der Fälle die Wächter-Lymphknoten nicht oder nicht vollumfänglich aufgefunden. Ganz anders sieht das Ergebnis aus, wenn das neue Diagnoseverfahren eingesetzt wird: Die bislang größte Studie zum Vergleich der beiden Verfahren belegt, dass nach einem durchschnittlichen Zeitraum von 28,8 Monaten solche Patienten, bei denen die Hybrid-SPECT/CT-Diagnose angewandt wurde, eine deutlich niedrigere Rückfallrate aufwiesen als Patienten, die mit dem Standard-Verfahren untersucht wurden. Die Zahl der Rückfälle der mit dem neuen Verfahren untersuchten Patienten lag bei 6,8% gegenüber einem Anteil von 23,8% Rückfällen bei Patienten, die mit dem hergebrachten Verfahren untersucht wurden. Über einen Zeitraum von vier Jahren lag das krankheitsfreie Intervall der mittels Hybrid-SPECT/CT-Diagnostik untersuchten Patienten bei 93,9% gegenüber 79,2 der herkömmlich diagnostizierten Patienten. Insbesondere bei adipösen, also stark übergewichtigen Patienten ließ sich das neue Diagnoseverfahren im Vergleich zum herkömmlichen besonders zuverlässig anwenden.

Im Rahmen der Studie wurden von März 2003 bis Oktober 2008 insgesamt 254 Patienten untersucht, weitere 149 zwischen November 2008 und April 2011. Es gab keine Unterschiede zwischen den Gruppen in Bezug auf Geschlecht, Alter, oder Tumor-Tiefe.

Literaturhinweis:
(1) Stoffels I et al. Association Between Sentinel Lymph Node Excision With or Without Preoperative SPECT/CT and Metastatic Node Detection and Disease-Free Survival in Melanoma. JAMA. 2012;308(10):1007-1014. doi:10.1001/2012.jama.11030.

Quelle: Universitätsklinikum Essen


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