Freitag, 5. März 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Imfinzi NSCLC
Imfinzi NSCLC
Medizin

06. Juli 2017
Seite 1/2
Metastasiertes Prostatakarzinom: Therapiesequenz beeinflusst Überlebenszeit

Die Therapiesequenz und die größtmögliche Anzahl an Therapielinien beeinflussen maßgeblich die Überlebenszeit von Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom, so das Resümee anlässlich der 8. Expertise Prostata in Eltville unter dem Vorsitz von Dr. med. Götz Geiges, Berlin. Die Therapiesequenz müsse für jeden Patienten individuell festgelegt werden – unter Berücksichtigung der Eigenschaften des Tumors und des Patienten, der Vorbehandlung sowie von Resistenzentwicklungen. Die Chemotherapie sei dabei integraler Bestandteil. Immer mehr klinische Daten zeigten Vorteile für den frühzeitigen Einsatz der Chemotherapie, so die Experten.
Anzeige:
Blenrep
Das metastasierte Prostatakarzinom ist eine heterogene Erkrankung, die sich mutmaßlich auch schon bei Diagnosestellung aus hormonsensitiven und hormonresistenten Zellklonen
zusammensetzt (1, 2). Die frühe Chemo-Hormontherapie biete die Chance, alle Zelltypen des Tumors zu bekämpfen, erläuterte PD Dr. med. Gunhild von Amsberg, Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf. Die Kombination aus primärer Androgendeprivationstherapie (ADT) plus dem Taxan Docetaxel erreiche beispielsweise für Patienten mit noch hormonsensitivem metastasiertem Prostatakarzinom einen signifikanten medianen Überlebensvorteil gegenüber der alleinigen ADT (HR 0,61) (3) und wird in der aktualisierten S3-Leitlinie (4) für besagte Patienten empfohlen.

Chemotherapie-Indikation prüfen

Auch beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) erweist sich die Taxan-basierte Chemotherapie als wirksame Therapieoption, betonte von Amsberg. Neben
Docetaxel habe das Taxan Cabazitaxel dazu beigetragen, die Prognose dieser Patienten weiter zu verbessern. Wichtige Kriterien, die für den Einsatz der Chemotherapie sprechen, sind laut von Amsberg, viszerale Metastasen, eine hohe Tumorlast (5), Schmerzsymptomatik (6), entdifferenziertes Karzinom (initial hoher Gleason Score) (7) und schneller Progress (z. B. kurze PSA-Verdopplungszeit) (8). Kriterien, die zusätzlich für den Secondline-Einsatz von Cabazitaxel sprechen, sind Progress unter oder kurz nach Docetaxel (< 3 Monate) (9). „Die Chemotherapie ist integraler Bestandteil der Behandlung beim metastasierten Prostatakarzinom. Immer mehr retrospektive klinische Daten zeigen, dass sie nicht zu spät im Therapieverlauf eingesetzt werden sollte“, betonte von Amsberg

An Therapieresistenzen denken und diese beachten

Auch Therapieresistenzen müssten bei der Therapieentscheidung berücksichtigt werden, erläuterte Prof. Christian Schwentner, Stuttgart. So führen beispielsweise Mutationen am Androgenrezeptor (AR) dazu, dass die AR-gerichteten Substanzen nicht wirken könnten. Die Wirksamkeit der Chemotherapie sei davon nicht betroffen. Ein Hinweis auf ein schlechtes Ansprechen auf eine AR-gerichtete Substanz sei das nur kurze Ansprechen auf die primäre ADT (<12 Monate). „Das frühzeitige Erkennen von Resistenzen ist eine Voraussetzung für den Therapieerfolg. Wir empfehlen ein regelmäßiges Therapiemonitoring mittels Bildgebung etwa alle drei Monate“, so Schwentner. Resistenzen können sich auch im Therapieverlauf entwickeln. Es gebe Hinweise, dass die ARgerichtete Therapie das Wachstum AR-negativer Zellen begünstige, so dass vermehrt entdifferenzierte Prostatakarzinome entstehen, die auf die AR-gerichtete Therapie nicht ansprechen. Studiendaten zeigen zudem Kreuzresistenzen zwischen den AR-gerichteten Substanzen (10), weshalb nach Versagen der ersten AR-gerichteten Therapie auf die Chemotherapie gewechselt werden sollte.
 
Vorherige Seite

Anzeige:
Darzalex
Darzalex
 

Das könnte Sie auch interessieren

Heller Hautkrebs: Signalweg entschlüsselt

Beim Hautkrebs gibt es verschiedene Krankheitsformen: Mit Abstand am häufigsten ist dabei das so genannte Basalzellkarzinom, eine Form von hellem Hautkrebs, bei der sich der Tumor von seinem Entstehungsort in der Haut langsam aber stetig ausbreitet. Zwar bildet das Basalzellkarzinom im Allgemeinen keine Tochtergeschwülste (Metastasen), der Tumor sollte jedoch so früh wie möglich behandelt werden, da er ansonsten das umgebende Gewebe zerstören und sogar Muskeln...

Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017

Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017
© Paolese / Fotolia.com

Deutschlands Urologen gehen neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit: Mit der Einführung der „Urologischen Themenwochen“ baut die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ihr Engagement in der medizinischen Aufklärung der Bevölkerung erneut aus: Den Anfang macht die Urologische Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017. Mit zielgruppengerecht aufbereiteten Informationen wollen Urologinnen und Urologen männliche Heranwachsende und junge...

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie
© RTimages / Fotolia.com

Die Mitgliederversammlung des José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. beschließt eine Mittelauskehr für zahlreiche Forschungs- und Projekt-Förderungen. Der Geschäftsführende Vorstand Dr. Gabriele Kröner sagt dazu: „Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem. Dieses große Ziel unseres Initiator José Carreras streben wir mit der Förderung der medizinischen Forschung und Finanzierung von Infrastrukturprojekten an.“

HPV-Impfung schützt vor Krebs

HPV-Impfung schützt vor Krebs
© pixelaway - stock.adobe.com

Krebsprävention ist eine zentrale Strategie im Kampf gegen Krebs. Zur Prävention zählen auch Impfungen, mit denen vielen Krebserkrankungen gezielt vorgebeugt werden kann. Beispiel: Humane Papillomviren (HPV), deren Hochrisiko-Typen für Gebärmutterhalskrebs und andere Krebserkrankungen verantwortlich sind. Doch es gibt eine wirksame und gut verträgliche Impfung, die vor der Infektion mit HPV schützt und der Entwicklung von Krebs vorbeugt. Wer sollte sich...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Metastasiertes Prostatakarzinom: Therapiesequenz beeinflusst Überlebenszeit"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.