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Medizin

28. März 2019 Metastasiertes kolorektales Karzinom: Standards und Perspektiven in der Therapie

Die Zweitlinientherapie mit Aflibercept beim metastasierten kolorektalen Karzinom (mCRC) hat in klinischen Studien und unter Praxisbedingungen ihre Wirksamkeit bewiesen, und zwar unabhängig vom RAS- und BRAF-Status.
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„State of the Art“ der palliativen Systemtherapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC) ist die Bestimmung des Mutationsstatus von KRAS und NRAS sowie der Marker BRAF und Mikrosatelliteninstabilität (MSI) noch vor der Einleitung der zielgerichteten Therapie. In Abhängigkeit von der Lokalisation des Tumors – linkes oder rechtes Hemikolon – erfolgt die Auswahl der  Therapielinien, erklärte Professor Ralf Hofheinz, Mannheim, auf einer Presseveranstaltung. Dabei ist es wichtig, die gesamte Therapiesequenz im Auge zu behalten.

Angiogeneseinhibitor in der Zweitlinienbehandlung

Die Lokalisation des Primärtumors sowie RAS- und BRAF-Status bestimmen zwar die Erstlinientherapie, spielen aber keine Rolle bei der Entscheidung über den Einsatz des löslichen Fusionsproteins Aflibercept (Zaltrap®) im Rahmen der Zweitlinientherapie. Der Angiogeneseinhibitor besitzt auf Grund seiner Bindungskapazitäten an Wachstumsfaktoren einen breiten Wirkansatz für die Zweitlinienbehandlung des metastasierten CRC bei mit Oxaliplatin vorbehandelten Patienten. In der VELOUR-Studie hatte die zusätzliche Gabe von Aflibercept zu FOLFIRI bei fast 20% der mit Oxaliplatin vorbehandelten Patienten eine objektive Ansprechrate (19,8% vs. 11,1%; p=0,0001) erreicht, was sich in einer signifikant verlängerten progressionsfreien Überlebens- und Gesamtüberlebenszeit niederschlug. Der Überlebensvorteil bestätigte sich dabei in allen Altersgruppen.

In der nicht-interventionellen Studie QoLiTrap zur Erfassung der Lebensqualität bei mCRC-Patienten unter Aflibercept zeigte sich, dass die Kombination mit FOLFIRI auch unter den Bedingungen des klinischen Alltags effektiv ist, mit einer Tumorkontrollrate von 74,7%.

Biomarker beeinflussen Therapieentscheidung

Zunehmend beeinflussen Biomarker die Therapieentscheidung, wie zum Beispiel der RAS- oder BRAF-Status des Tumors. So wachsen BRAF-mutierte mCRC rasch, was einen zeitnahen Therapiestart erforderlich macht. Tritt eine BRAF-Mutation zusammen mit einer Mikrosatellitenstabilität (MSS) auf, ist die Prognose schlecht, während eine BRAF-Mutation mit Mikrosatelliteninstabilität (MSI) eine bessere Prognose aufweist, erklärte Prof. Nils Homann, Wolfsburg. Die retrospektive Biomarker-Analyse aus der VELOUR-Studie zeigte, dass Aflibercept eine konsistente Wirksamkeit in allen Patientensubgruppen und allen klinischen Endpunkten, unabhängig vom Mutationsstatus oder der Tumorlokalisation, aufwies.

Richard Kessing

Quelle: Pressekonferenz: „Expertise mCRC – Erfahrung trifft Zukunft“, 21.03.2019, Frankfurt; Veranstalter: Sanofi Genzyme


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