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Medizin

21. Februar 2020 HR+, HER2- fortgeschrittenes Mammakarzinom: Erste Real-World-Daten untermauern Wirksamkeit und Verträglichkeit von Palbociclib

Durch die endokrin-basierte Kombinationstherapie mit einem CDK4/6-Inhibitor, wie Palbociclib*, haben sich die Perspektiven für Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem (HR+), HER2-negativem (HER2-) fortgeschrittenen Mammakarzinom erheblich verbessert (1-4). Nach umfangreichen Daten aus klinischen Studien liegen für Palbociclib nun erstmals für einen CDK4/6-Inhibitor aussagekräftige Real-World-Daten (RWD) vor (5). Diese bestätigen die der endokrinen Monotherapie überlegene Wirksamkeit auch in der klinischen Praxis (5). Zum Stellenwert der neuen Daten sowie von RWD beim Mammakarzinom diskutierten PD Dr. Oleg Gluz, Brustzentrum Niederrhein, Dr. Norbert Marschner, iOMEDICO Freiburg, und Friedhelm Leverkus, Pfizer Deutschland GmbH, bei einer Veranstaltung am Rande des 32. Deutschen Krebskongresses in Berlin.
„Real-World-Daten erweitern unser Verständnis für den besten Einsatz einer Therapie“, sagte Dr. Gluz. „Denn Daten aus der klinischen Praxis ermöglichen zusätzliche Rückschlüsse, wie das Potenzial neuer Wirkstoffe am besten ausgeschöpft werden kann.“ Die CDK4/6-Inhibitoren sieht er beim HR+, HER2- fortgeschrittenen Mammakarzinom in der Erstlinie am besten platziert, wie es auch die Leitlinien empfehlen (6). Das sei schon auf Basis der Studienprogramme, wie auch klinischer Erfahrungen in Deutschland, evident. Neue Daten zu Palbociclib bestätigten dies nun eindrücklich, so seine Beurteilung. Hierbei bezog er sich auf eine retrospektive Analyse US-amerikanischer elektronischer Krankenakten der Flatiron Health Analytic Datenbank, die erstmalig beim ESMO 2019 und jüngst auf Basis aktualisierter Daten auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) im Dezember 2019 präsentiert wurde.

RWD zu Palbociclib: Wirksamkeit und Sicherheit bestätigen sich im klinischen Alltag

In der „Flatiron-Datenbank“ wurden 928 Patientinnen mit HR+, HER2- fortgeschrittenen Mammakarzinom und einer Erstlinientherapie aus der Palbociclib-Letrozol-Kombination oder einer Letrozol-Monotherapie 1:1 anhand von Propensity Scores auf Grundlage relevanter prognostischer und klinischer Parameter gematcht (5). Das Ergebnis: Im Real-World-Setting war das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) unter der Palbociclib-Kombination signifikant verlängert (5). Es lag mit Palbociclib plus Letrozol bei 20,0 Monaten gegenüber 12,1 Monaten unter der Letrozol-Monotherapie (HR: 0,55; 95 %-KI: 0,45−0,66; p < 0,0001) (5). Das mediane Gesamtüberleben wurde in der aktuellen Auswertung unter Palbociclib plus Letrozol noch nicht erreicht und lag bei 38,1 Monaten unter der Letrozol-Monotherapie (5). „Die Daten zeigen, dass die Wirksamkeit der Palbociclib-Kombination der endokrinen Monotherapie auch in der Praxis signifikant überlegen ist – und das in einer heterogeneren Patientenpopulation als in der Studie“, betonte Gluz.
 
OPAL bietet Einblicke zur Versorgung des Mammakarzinoms in Deutschland

Als ein Beispiel für RWD in Deutschland stellte Dr. Marschner erste Ergebnisse der OPAL-Tumorregisterplattform vor. Darin wird die Versorgungssituation beim Mammakarzinom über alle Therapielinien hinweg dokumentiert. Bislang sind 1.000 Patientinnen mit metastasiertem oder inoperablem Mammakarzinom rekrutiert, von denen ~ 60% einen HR+ und HER2- Tumortyp haben (8) Ergänzend werden in einem begleitenden Satellitenprojekt auch Patient-Reported Outcomes (PRO) erfasst. „Insgesamt werden bis zu 200 Zentren an OPAL teilnehmen“ (8), so Marschner.

Therapiewandel: CDK4/6-Inhibition zunehmend, endokrine Mono- und Chemotherapie rückläufig

Daten einer von Marschner vorgestellten Interimsanalyse zeigen deutlich, dass der Anteil der Chemotherapie in der ersten palliativen Linie** sukzessive abnimmt. „Wurden in den Jahren 2012 – 2016 noch 49% der Patientinnen primär mit einer Chemotherapie behandelt, so sind es 2019 gerade noch 13%. Der Anteil der Patientinnen, die in dieser Situation einen CDK4/6-Inhibitor erhalten, ist auf 73% angestiegen (8). Die endokrin-basierte Kombinationstherapie mit einem CDK4/6-Inhibitor ist damit die Standardtherapie der Patientin mit einem HR+, HER2- fortgeschrittenen Tumor in der 1. Linie“, so Marschner. Diese Daten seien aufgrund der bundesweit und intersektoral verteilten Zentren (n=193) weitgehend repräsentativ. Aktuell liegen aufgrund der 2-jährigen Laufzeit aus OPAL noch keine Daten zum progressionsfreien Überleben, dem Einfluss auf die Lebensqualität oder dem Gesamtüberleben vor. „Erste Ergebnisse zu diesen beiden Ergebnisqualitäten erwarten wir ab 2022 (8). Wir sind extrem gespannt, inwieweit sich die Ergebnisse aus den klinischen Studien in der RWD-Dokumentation widerspiegeln werden. Wir erwarten, einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität und das Overall Survival durch den Einsatz von CDK4/6-Inhibitoren beim HR+, HER2- fortgeschrittenen Mammakarzinom zeigen zu können.“

RWD stellen die Grundlage für therapeutischen Fortschritt dar

„Aus Real-World-Daten können wir wichtige Erkenntnisse ziehen, die unser Wissen aus klinischen Studien noch erweitern“, betonte Friedhelm Leverkus, Pfizer, den Stellenwert von RWD aus Sicht eines Pharmaunternehmens. „Deshalb unterstützen wir unter anderem auch indikationsspezifische Register.“ Verschiedene Datenquellen sollten zusammengeführt und für die Forschung verfügbar gemacht werden. Diese können aus seiner Sicht genutzt und dabei mit spezifisch zugeschnittenen Analysemethoden ausgewertet werden. Nur durch eine adäquate Methodik seien valide Ergebnisse möglich. „Als Grundlage brauchen wir eine gute Dateninfrastruktur in Deutschland“, so Leverkus weiter. „Und die erhobenen Daten sollten auch der privaten Forschung zugänglich gemacht werden. Abrechnungsdaten sind eine wichtige und gute Datenquelle, eine Verbindung mit klinischen Daten würde die Aussagekraft aber beträchtlich vergrößern.“
 
*Palbociclib ist angezeigt zur Behandlung von Hormonrezeptor-positivem (HR+), humanem-epidermalen-Wachstumsfaktor-Rezeptor-2-negativem (HER2-) lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom in Kombination mit einem Aromatasehemmer sowie in Kombination mit Fulvestrant bei Frauen, die zuvor eine endokrine Therapie erhalten haben. Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die endokrine Therapie mit einem Luteinizing Hormone-Releasing Hormone (LHRH)-Agonisten kombiniert werden (7).
**Definiert als erste palliative systemische Therapie für das inoperable fortgeschrittene oder metastasierte Mammakarzinom.


 

Quelle: Pfizer

Literatur:

(1)Turner NC, Ro J, Loi S et al. Palbociclib in Hormone-Receptor-Positive Advanced Breast Cancer. N Engl J Med 2015; 373(3): 209-219.
(2) Rugo HS, Finn RS, Dieras V et al. Palbociclib Plus Letrozole as First-Line Therapy in Estrogen Receptor-Positive/Human Epidermal Growth Factor Receptor 2-Negative Advanced Breast Cancer with extended follow-up. Breast Cancer Res Treat 2019; Doi 10.1007/s10549-018-05125-4.
(3) Im S, Lu Ys, Bardia A et al. N Eng J Med 2019; 381: 307-316.
(4) Sledge GW, Toi M, Neven P et al. JAMA Oncol. 2019 Sep 29. doi: 10.1001/jamaoncol.2019.4782.
(5) DeMichele AM, Cristofanilli M, Brufsky et al. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2019, San Antonio, USA, P1-19-02.
(6) S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Version 4.1: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom/. (letzter Zugriff: 17.02.2020)
(7) Fachinformation Ibrance® 75/ 100/ 125 mg Hartkapseln, aktueller Stand.
(8) Marschner N, Warum Real World Data (RWD) wichtig sind! – Erste Ergebnisse des Brustkrebsregisters OPAL. Berlin, 20.02.2020.
 


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