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Medizin

14. September 2017
Seite 1/2
Hämatologie und Onkologie – ein extrem innovatives Fachgebiet

Einmal im Jahr bietet die gemeinsame Jahrestagung der deutschsprachigen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) den Teilnehmern einen Überblick über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse im Bereich der medikamentösen Therapie von Blutkrebserkrankungen und soliden Tumoren. Besondere Herausforderungen ergeben sich aus zwei Tendenzen: Die Halbwertszeit des Wissens nimmt ab, und die Menge der zur Verfügung stehenden Daten nimmt rasant zu. Umso wichtiger wird der kollegiale und interdisziplinäre Austausch, der vom 29. September bis zum 3. Oktober 2017 in Stuttgart stattfindet.
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Im Jahr 2013 wurde die Immuntherapie bei Krebs vom Fachmagazin Science als "Breakthrough of the year" bezeichnet. Gerade einmal gut vier Jahre später – Ende August 2017 – hat die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) erstmals ein genetisch manipuliertes, zelluläres Immuntherapeutikum für die Behandlung von B-Zell-akuter lymphatischer Leukämie bei Kindern und jungen Erwachsenen bis zum Alter von 25 Jahren zugelassen. Dabei beruht der Wirkmechanismus des neuen Arzneimittels auf dem Einsatz sogenannter CAR T-Zellen*.

CAR T-Zellen: Tumorzellen sichtbar machen

Prof. Dr. med. Lothar Kanz, diesjähriger Präsident der DGHO Jahrestagung und Ärztlicher Direktor der Abteilung für Innere Medizin II – Onkologie, Hämatologie, Immunologie, Rheumatologie und Pulmologie am Universitätsklinikum Tübingen, erläutert den Wirkmechanismus von CAR T-Zellen und hebt das Potenzial des Einsatzes in der Behandlung von Blutkrebserkrankungen und zukünftig eventuell auch von soliden Tumoren hervor. "Mit der CART-Technologie ist es möglich geworden, auf T-Lymphozyten der Patienten neue Rezeptoren (chimäre Antigenrezeptoren) zu exprimieren, die spezifische Zellstrukturen auf der Oberfläche von malignen Zellen erkennen können, und zwar unter Umgehung des T-Zell-Rezeptors und unabhängig vom HLA-Typ, bei Erhaltung einer hochpotenten, typischen T-Zell-Antwort nach Reaktion mit den Tumorzellen."

Dabei ist das Verfahren zur Herstellung von CAR T-Zellen äußerst komplex. Zunächst werden dem Patienten T-Lymphozyten aus dem Blut entnommen und mithilfe eines gentechnischen Eingriffs ein chimärer Antigenrezeptor eingeführt. In Form von CAR T-Zellen werden dem Patienten die veränderten T-Lymphozyten schließlich intravenös rückinfundiert. Diese sind dann in der Lage, spezifische Antigene auf den Krebszellen zu erkennen, mit diesen zu interagieren und eine charakteristische T-Zell-Immunantwort auszulösen, in deren Rahmen die Krebszellen zerstört werden. Bei der B-Zell-akuten lymphatischen Leukämie binden die CAR T-Zellen – in diesem Fall mit der Spezifikation "CTL019" – an das CD19-Antigen. Diese Therapie ist allerdings nicht ungefährlich: Ein lebensbedrohliches, sogenanntes Zytokin-Release-Syndrom, mit zum Teil schweren neurologischen Komplikationen, kann auftreten.

"Grundsätzlich", so Kanz, "besitzt die zelluläre Immuntherapie für weitere hämatologische und auch solide Malignome großes Potenzial." So konnten beispielsweise in einer Phase-I/II-Studie zur Sicherheit und Effektivität zum Einsatz von CAR T-Zellen, die sich gegen BCMA** beim refraktären/rezidivierten Multiplen Myelom richten, vielversprechende Effekte gezeigt werden.
 
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