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Medizin
30. Juni 2014

Bayer erhält Zulassungsempfehlung für Regorafenib zur Behandlung von gastrointestinalen Stromatumoren in der EU

Bayer HealthCare hat vom europäischen Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP, Committee for Medicinal Products for Human Use) für das Onkologiepräparat Regorafenib (Stivarga®) die Empfehlung zur Zulassung in einer weiteren Indikation erhalten. Die Empfehlung bezieht sich auf die Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenen, inoperablen oder metastasierten gastrointestinalen Stromatumoren (GIST), die vorher bereits erfolglos mit Imatinib und Sunitinib behandelt worden sind. Die Entscheidung der Europäischen Kommission über die Zulassung wird für das dritte Quartal 2014 erwartet. Stivarga ist in der Europäischen Union bereits zur Behandlung von Patienten mit metastasierten kolorektalen Karzinomen (mCRC) zugelassen.

"Die Empfehlung des CHMP für Stivarga bringt uns unserem Ziel einen Schritt näher, den Patienten mit dieser seltenen, aber aggressiven Krebsart eine neue Behandlungsoption anzubieten", sagte Dr. Jörg Möller, Mitglied des Executive Committee von Bayer HealthCare und Leiter der Globalen Entwicklung. "Stivarga ist ein oraler Multi-Kinase-Inhibitor, der in mehrere verschiedene Stoffwechselwege des Tumors eingreift, und so eine neue Behandlungsoption für Patienten mit GIST nach Versagen der bisherigen Standardtherapien darstellen könnte. Bei Bayer arbeiten wir intensiv an Therapien, die insbesondere für Patienten mit schwierigen Krebsformen eine wirkliche Verbesserung bedeuten könnten."

Die CHMP-Entscheidung basiert auf den Ergebnissen der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie GRID (GIST - Regorafenib In Progressive Disease). Diese konnte zeigen, dass Regorafenib in Kombination mit der bestmöglichen unterstützenden Behandlung (best supportive care oder BSC) das progressionsfreie Überleben der behandelten Patienten im Vergleich zu Patienten mit Placebo plus BSC statistisch signifikant verlängern konnte (HR=0,268 [95% CI 0,19-0,39], p<0,0001). Untersucht wurden Patienten mit metastasierten oder inoperablen GIST, die bereits mit Imatinib und Sunitinib behandelt worden waren. Die mittlere progressionsfreie Überlebenszeit betrug in der Regorafenib-Gruppe 4,8 Monate, verglichen mit 0,9 Monaten in der Placebogruppe (p<0,0001). Die Verlängerung des PFS trat in allen Patientengruppen konsistent auf, unabhängig vom primären und sekundären KIT Mutationsstatus, Alter der Patienten, des Geschlechts, der Region, Therapie mit Imatinib und Sunitinib, Anzahl vorheriger Therapielinien oder dem ECOG-Status.

In klinischen Studien waren die am häufigsten berichteten behandlungsbedingten Nebenwirkungen (mit einer Häufigkeit von mindestens 20%) bei Regorafenib-Patienten im Vergleich zu mit Placebo behandelten Patienten Müdigkeit, Hand-Fuß-Syndrom, Durchfall, verminderter Appetit und verminderte Nahrungsaufnahme, Bluthochdruck, Entzündungen der Mundschleimhaut, Beeinträchtigungen der Stimme, Infektionen, unspezifische Schmerzen, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Fieber und Übelkeit. Die schwersten Nebenwirkungen bei Patienten, die Stivarga erhielten, waren Lebertoxizität, Blutungen und Perforationen der Darmwand.

Ergebnisse der GRID-Studie wurden bereits im Juni 2012 auf dem Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) präsentiert und sind seit November 2012 im Fachjournal The Lancet veröffentlicht.

Regorafenib ist unter dem Markennamen Stivarga® bereits in den USA, Europa, Japan und mehreren anderen Ländern zur Behandlung von metastasiertem CRC zugelassen. In den USA, Japan und verschiedenen anderen Ländern hat Stivarga zudem die Zulassung zur Behandlung von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) erhalten.

Über die GRID-Studie

GRID war eine randomisierte, doppelblind durchgeführte, Placebo kontrollierte Multicenterstudie der klinischen Phase III. Untersucht wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Regorafenib zur Behandlung von GIST.

199 Patienten, deren Krankheit trotz Behandlung mit Imatinib und Sunitinib weiter fortgeschritten war, erhielten randomisiert im Verhältnis 2:1 entweder Regorafenib (160 mg einmal täglich über drei Wochen, gefolgt von einer Woche Pause) oder Placebo, jeweils kombiniert mit der bestmöglichen unterstützenden Behandlung. Bei der Einteilung der Gruppen wurden die vorherigen Behandlungen (zwei vorherige Therapien oder mehr) und geographische Region (Asien oder restliche Welt) der Patienten berücksichtigt (stratifizierte Randomisierung). Der primäre Studienendpunkt war das progressionsfreie Überleben. Zu den sekundären Endpunkten zählten das Gesamtüberleben, die Zeit bis zum erneuten Fortschreiten der Krankheit, die Krankheitskontrollrate, die Ansprechrate des Tumors sowie die Dauer des Ansprechens. Die Sicherheit und Verträglichkeit beider Behandlungsgruppen wurden ebenfalls verglichen.

Quelle: Bayer HealthCare


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