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Medizin

27. November 2017 Weichgewebesarkom: Überleben durch Olaratumab um fast ein Jahr verlängert

Im Rahmen eines Satellitensymposiums auf dem diesjährigen DGHO wurde die Rolle von Olaratumab bei schwer zu behandelnden Weichgewebesarkomen diskutiert. Erstmals hat sich in der Therapie ein monoklonaler Antikörper bewährt: Seit Ende 2016 steht Olaratumab (LARTRUVO®) in Kombination mit Doxorubicin für die Erstlinientherapie nicht mehr kurativ zu behandelnder Sarkompatienten zur Verfügung (1). Die beschleunigte Zulassung basiert auf einer randomisierten Phase-II-Studie (unter Auflage Phase-III-Daten nachzureichen), in der das Gesamtüberleben durch Zugabe des Antikörpers zum First-Line-Standard Doxorubicin signifikant verlängert wurde.
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In der Erstlinientherapie fortgeschrittener Weichgewebesarkome ist Doxorubicin seit 40 Jahren unangefochtener Standard. Mehrere Studien, in denen alternative Konzepte gegen Anthrazykline getestet wurden, verliefen erfolglos. Zwar konnten Ansprechen und progressionsfreies Überleben durch Kombinationschemotherapien verbessert werden, ein Vorteil im Gesamtüberleben versus Doxorubicin allein wurde jedoch nicht erreicht, berichtete Prof. Dr. Bernd Kasper, Universitätsmedizin Mannheim.

Mortalitätsrisiko durch Olaratumab um mehr als die Hälfte reduziert

Umso positiver sind jetzt die Ergebnisse der randomisierten Studie JGDG zu werten, die die Kombination des monoklonalen IgG1-Antikörpers Olaratumab plus Doxorubicin gegen Doxorubicin alleine bei 133 Patienten mit einem Weichgewebesarkom verglich (2). Die 133 Studienpatienten hatten zuvor kein Doxorubicin erhalten und hatten keine kurative Behandlungsoption mehr. Das mediane Gesamtüberleben wurde durch die zusätzliche Olaratumab-Gabe von 14,7 Monaten im Kontrollarm auf 26,5 Monate verlängert. Der Unterschied im Überleben von knapp einem Jahr spiegelt sich in einer Reduktion des Mortalitätsrisikos um mehr als die Hälfte (HR 0,463; p=0,0003) wider. Die Kombinationstherapie zeigte bei den in der Studie untersuchten histologischen Subtypen des Sarkoms eine vergleichbare Wirksamkeit, berichtete Prof. Dr. Bernd Kasper, Universitätsmedizin Mannheim, der die Ergebnisse als „sehr konsistent und Durchbruch in der Sarkomtherapie“ bezeichnete. Er wies besonders darauf hin, dass man bei der Abwägung einer anderen Doxorubicin-haltigen Chemotherapie die Beschränkung der Olaratumab-Zulassung auf Doxorubicin-naive Patienten berücksichtigen sollte, um dem Patienten nicht die Chance einer Kombinationstherapie von Olaratumab und Doxorubicin vorzuenthalten. Kasper sieht bei der Therapie nicht mehr kurativ zu behandelnder Sarkompatienten die Kombinationstherapie Olaratumab mit Doxorubicin als Therapie der 1. Wahl.

Derzeit läuft die konfirmatorische Phase-III-Studie ANNOUNCE, die die Kombination Olaratumab/Doxorubicin bei nicht kurativ behandelbaren Patienten mit Weichgewebesarkomen bestätigen soll.

Zudem zeichnete sich Olaratumab in der Phase-II-Studie durch eine vergleichsweise gute Verträglichkeit aus, was Kasper aufgrund seiner Erfahrungen mit dem Antikörper im Klinikalltag bestätigte. Mit Ausnahme einer etwas vermehrten Neutropenie fügt Olaratumab meist keine zusätzliche, schwerwiegende Toxizität zu den typischen Doxorubicin-bedingten Nebenwirkungen hinzu. Auf Basis des günstigen Nutzen-Risiko-Profils hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Olaratumab einen beträchtlichen Zusatznutzen in der Indikation Sarkom zuerkannt (3).

* LARTRUVO® ist in Kombination mit Doxorubicin zur Behandlung erwachsener Patienten mit fortgeschrittenem Weichgewebesarkom indiziert, wenn diese Patienten nicht für eine
kurative Behandlung (Operation oder Strahlentherapie) geeignet sind, und wenn sie zuvor nicht mit Doxorubicin behandelt wurden.

Quelle: Lilly

Literatur:

(1) Tap WD et al. Lancet 2016;388:488-497
(2) https://www.g-ba.de/downloads/39-261-2949/2017-05-18_AM_RL_XII_Olaratumab_D-265.pdf
(3) Chawla SP et al. ASCO 2017; Abstr. 11000


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