Sonntag, 16. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

13. November 2017 Metastasierter Brustkrebs: Verzögerung der Progression beeinflusst Lebensqualität der Patientinnen positiv

Die Krankheitsprogression hinauszuzögern hat einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität von Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs (mBC). Dies zeigt eine neue Auswertung der PALOMA-2-Studie zu Palbociclib (Ibrance®)*, die Prof. Dr. Nadia Harbeck, Leiterin des Brustzentrums der Universität München (LMU), auf der diesjährigen ABC4**-Konferenz in Lissabon präsentiert hat (1). Patientinnen, deren Erkrankung längere Zeit ohne Progress verlief, berichteten von einer signifikant späteren Verschlechterung der Lebensqualität als Patientinnen, bei denen der Krebs schneller fortschritt. Dieses Ergebnis zeigte sich behandlungsunabhängig in beiden Studienarmen. „Die neuen Daten unterstreichen die Wichtigkeit einer Verlängerung der progressionsfreien Zeit durch neue Medikamente“, sagte Prof. Harbeck, „denn sie zeigen die enge Verbindung von progressionsfreier Zeit und Lebensqualität der Patientinnen.“
Bei den vorgestellten Daten handelt es sich um eine detaillierte Auswertung der PALOMA-2-Studie zu Palbociclib in der Erstlinie bei postmenopausalen Frauen mit HR-positivem/HER2-negativem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs. In dieser Phase-III-Studie wurde Palbociclib in Kombination mit Letrozol gegenüber Placebo in Kombination mit Letrozol verglichen (2). Die Teilnehmerinnen der Studie wurden gebeten, während der Behandlung die Functional Assessment of Cancer Therapy-Breast (FACT-B)-Fragebögen auszufüllen. Dadurch sollte ihr physisches, soziales/familiäres und emotionales Wohlbefinden ausgewertet werden. Die Fragebögen wurden jeweils vor Beginn sowie in regelmäßigen Abständen während und zum Ende der Behandlung ausgefüllt. Nach einem medianen Follow-up von 23 Monaten zeigte sich, dass – unabhängig vom Studienarm – Patientinnen ohne Krankheitsprogression signifikant länger keine einschneidende Verschlechterung der Lebensqualität erfuhren als Patientinnen, bei denen die Krankheit fortschritt (Kombination der Studienarme; median 29 Monate vs. 19 Monate, HR:0,53; 95%-KI:0,41, 0,69, 1; 1-seitiger p-Wert <0,001).

„Die Verzögerung der Krankheitsprogression kann einen positiven Einfluss auf "patient-reported outcomes" wie die Lebensqualität haben“, fasste Prof. Harbeck die Daten zusammen.

* Ibrance® ist zur Behandlung von Patientinnen mit HR-positivem/HER2-negativem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs zugelassen. Die Zulassung gilt für den Einsatz von Palbociclib in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder in Kombination mit Fulvestrant bei Frauen, die zuvor eine endokrine Therapie erhalten haben. In der Prä- oder Perimenopause sollte die endokrine Therapie mit einem GnRH-Analogon kombiniert werden.
** Advanced Breast Cancer 4th ESO-ESMO International Consensus Conference

Quelle: Pfizer

Literatur:

(1) Harbeck, N. Impact of disease progression status on time to deterioration of patient reported health related quality of life in first line er+ her2-ve advanced/metastatic breast cancer patients in the PALOMA-2 study, Best Abstracts Session at the ESO-ESMO Advanved Breast Cancer Fourth International Consensus Conference, 02. November 2017, Lissabon, Portugal
(2) Finn RS et al. N Engl J Med 2016; 375:1925-1936


Das könnte Sie auch interessieren

Übergewicht als Krebsrisiko

Übergewicht als Krebsrisiko
© Creativa Images / fotolia.com

Fettleibigkeit könnte bald dem Rauchen den ersten Rang als Hauptursache für Krebs ablaufen. Denn während die Anzahl der Krebserkrankungen aufgrund von Tabakkonsum in Deutschland stetig sinkt, nimmt die Zahl übergewichtiger Menschen mit Krebs statistisch gesehen zu. Auf die Entstehung aller Krebskrankheiten gerechnet hat die Fettleibigkeit einen Anteil von schätzungsweise 16%. Würden alle Menschen das Normalgewicht einhalten, könnten allein in Deutschland...

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018
© RFBSIP / Fotolia.com

Jedes Jahr erkranken in Deutschland laut Robert Koch-Institut Berlin rund 11.000 Menschen neu an Leukämie. Mit einer Stammzellspende können sie gerettet werden, jedoch gibt es für jeden zehnten Patienten noch immer keinen passenden Spender. Deshalb sind am 25. Mai alle Bayern aufgerufen, sich als Stammzellspender gegen Leukämie typisieren zu lassen. Die DAK-Gesundheit in Bayern unterstützt gemeinsam mit zahlreichen Partnern die nach Angaben der Stiftung Aktion...

Der lange Weg bis zur Zulassung eines Arzneimittels

Die Zulassung eines neuen Arzneimittels und die Erweiterung der Indikation eines bereits zugelassenen Arzneimittels sind streng geregelt. Die europäische oder deutsche Zulassungsbehörde fordert den Nachweis von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit, wofür das Arzneimittel verschiedene Phasen der klinischen Prüfung durchlaufen muss. Wie die Arzneimittelprüfung durchzuführen ist, legt das Arzneimittelgesetz (AMG) von 1976 fest, das zuletzt durch die 15. Novelle von...

Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum

Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum
© karepa / Fotolia.com

Beim Alkoholkonsum belegt Deutschland im weltweiten Vergleich stets Spitzenplätze: Rund zehn Liter reinen Alkohols werden hierzulande nach aktuellen Informationen des Bundesgesundheitsministeriums jedes Jahr pro Kopf getrunken und verursachen alljährlich volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von 26,7 Milliarden Euro. „Obwohl Erkenntnisse über das Suchtpotenzial von Alkohol in der Gesellschaft inzwischen hinlänglich verbreitet sind, finden Bier, Wein und...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Metastasierter Brustkrebs: Verzögerung der Progression beeinflusst Lebensqualität der Patientinnen positiv"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren