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Medizin

27. Januar 2020 Fortgeschrittenes Magenkarzinom: Fortschritte durch Sequenztherapie

Mit 5-Jahresüberlebensraten von etwa 33% bei Frauen und 31% bei Männern gehört das Magenkarzinom zu den Tumoren mit sehr schlechter Prognose. Wie Prof. Dr. Arndt Vogel, Medizinische Hochschule Hannover, bei einem Pressegespräch der Lilly Deutschland GmbH im Rahmen des ASCO GI erklärte, sind Fortschritte in der Behandlung des Magenkarzinoms erkennbar.
Die Behandlung der gastrointestinalen Tumorentitäten scheint still zu stehen. Neben wenigen positiven Ergebnissen wurden auch in diesem Jahr beim ASCO GI viele große negative Phase-III-Studien präsentiert. Beim Magenkarzinom stehen immerhin 3 Therapielinien zur Verfügung, betonte Vogel, was im Vergleich mit beispielsweise dem Leberzell- und Pankreaskarzinom doch bemerkenswert sei.

Verlängerung des Gesamtüberlebens unter Kombinationstherapie

In der palliativen Situation sind in der ersten Therapielinie unter Beachtung des Allgemeinzustands des Patienten Doublet-Chemotherapien auf Basis von Platin und Fluoropyrimidin der Standard. In der multizentrischen Phase-III-Studie RAINBOW wurde für die Zweitlinientherapie mit Ramucirumab eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS) gegenüber der alleinigen Paclitaxel-Therapie gezeigt. Das mediane OS betrug 9,6 vs. 7,4 Monate (HR=0,81; p=0,017), also „nur“ ein Vorteil von median 2,2 Monaten. Ein wichtiger Aspekt sei aber die Erhöhung der Ansprechrate durch Ramucirumab (28% vs. 16%), erklärte Vogel, da dies einen Einfluss auf die Lebensqualität habe. So zeigte sich eine längere Aufrechterhaltung für alle im QLQ-30 abgefragten Bereiche der patientenberichteten Symptomatik und gesundheitsbezogenen Lebensqualität, ausgenommen der Diarrhoe. Für die dritte Therapielinie steht aufgrund der Ergebnisse der TAGS-Studie Trifluridin/Tipiracil (TAS-102) zur Verfügung.

CI ohne Erfolg beim Magenkarzinom

Selektierte Patienten haben überdies die Möglichkeit, von zielgerichteten Therapien zu profitieren. So sollte für HER2-positive Patienten eine zielgerichtete Therapie mit einem Trastuzumab-haltigen Regime erfolgen. Checkpoint-Immuntherapien (CI) haben beim Magenkarzinom bislang nicht zu überzeugenden Ergebnissen geführt, wie auch beim ASCO GI in San Francisco diskutiert wurde. Einzig die Gruppe der Patienten mit hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) profitieren wahrscheinlich von Pembrolizumab.

Dr. Ine Schmale

Quelle: Pressegespräch „ASCO GI 2020: Die Rolle der Sequenztherapie beim Magenkarzinom“, 23.01.2020, San Francisco; Veranstalter: Lilly


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