Donnerstag, 22. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

16. Mai 2018 Chronisch kranke Kinder weniger leistungsstark in der Schule

Wissenschaftler bestätigen, was viele Lehrkräfte lange geahnt haben: Kinder mit chronischen Erkrankungen liegen bereits am Ende der ersten Klasse in schulischen Kernfächern Lesen, Schreiben, Mathematik, Naturwissenschaft und Sozialkompetenz deutlich zurück. Dies ergab die erste Auswertung des Forschungsprojekts ikidS. Auf Grundlage der Erkenntnisse wollen die Wissenschaftler Maßnahmen entwickeln, um chronisch erkrankte Kinder zukünftig medizinisch und gesundheitspädagogisch gezielter zu versorgen. Auf diese Weise sollen ihnen bestmögliche Bildungschancen zuteilwerden.
Anzeige:
Insgesamt werteten die Wissenschaftler um Univ.-Prof. Dr. Urschitz vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz) Daten von 1.462 Erstklässlern aus der Stadt Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen aus. Sie konnten zeigen, dass etwa 15% der Kinder eine schulisch relevante chronische Erkrankung aufweisen. „Da sich die schulischen Leistungen dieser Erstklässler erfassen ließen, konnten wir nachweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen chronischen Erkrankungen und eingeschränktem Leistungsvermögen gibt“, unterstreicht Prof. Urschitz, Kinderarzt und Leiter der Studie. Für die Erfassung des Leistungsvermögens wurden die Kinder von ihren Lehrkräften auf einer fünfstufigen Skala in den Bereichen Lesen, Schreiben, Mathematik, Naturwissenschaften und Sozialverhalten eingeschätzt. Daraus berechneten die Forscher einen „Leistungswert“ der zwischen -10 (sehr schlecht) und +10 (sehr gut) liegen konnte. Kinder mit chronischen Erkrankungen hatten mit einem Wert von 1,3 im Schnitt eine schlechtere Leistung als Kinder ohne chronische Erkrankungen, die einen mittleren Leistungswert von 2,1 hatten. Dieser Unterschied blieb bestehen auch wenn weitere Faktoren der Schulleistung berücksichtigt wurden (z.B. die Schulbildung der Eltern).

Zu diesen Ergebnissen kamen die Forscher, indem sie den Fokus auf gesundheitsbezogene und medizinische Faktoren richteten, welche die Einschulung und den frühen Schulerfolg beeinflussen können. Im Zuge der Studie wurden zum einen Daten der Schuleingangsuntersuchungen und zum anderen von Eltern und Lehrkräfte ausgefüllte Fragebögen ausgewertet. Die teilnehmenden Eltern wurden mit ihren Kindern über mehr als ein Jahr begleitet.

Quelle: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Literatur:

Hoffmann I, Diefenbach C, Gräf C et al.
Chronic health conditions and school performance in first graders: A prospective cohort study.
PLoS One. 2018 Mar 27;13(3):e0194846. doi: 10.1371/journal.pone.0194846. eCollection 2018.
http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0194846


Das könnte Sie auch interessieren

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen
© pathdoc / Fotolia.com

„Ich hatte große Träume für mein Leben, jetzt denke ich oft viel, viel kurzfristiger“, sagt die 25-jährige Studentin Mia*, die vor anderthalb Jahren an Krebs erkrankte. Nach der Diagnose musste sie ihr Studium unterbrechen, ihre Familienplanung in Frage stellen und auch mit ihrem Freundeskreis einen neuen Umgang finden. Sie ist eine von rund 15.000 jungen Menschen, die jährlich im Alter von 18 bis 39 Jahren die Diagnose Krebs erhalten.

Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen

Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen
© Fotolia / fotomek

In Deutschland leiden aktuell 1,4 Millionen Menschen an Krebs und die Zahl der Neuerkrankungen steigt. In Hessen treten jährlich mehr als 35.000 neue Krebserkrankungen auf. Ermutigend ist, dass nach neuesten Studien die Rate der Langzeitüberlebenden ansteigt. Manche Krebsarten sind heute heilbar, andere können als chronische Erkrankung eingestuft werden. Auch die Chancen, mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung länger zu leben, sind in den letzten Jahren spürbar...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Chronisch kranke Kinder weniger leistungsstark in der Schule"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren