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Medizin

09. Oktober 2019 CRPC: Antihormontherapien können eine gute Alternative zur Chemotherapie sein

Bei einem Progress eines Prostatakarzinoms unter Adrogenentzugstherapie (ADT) sollte die Wahl der Eskalationstherapie am besten gemeinsam mit den Patienten getroffen werden. Antihormontherapien wie Enzalutamid können eine gute Alternative zur Chemotherapie sein.
Enzalutamid (XTANDITM) ist sowohl für Hochrisiko-Patienten mit nicht-metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (nmCRPC, PSA-Verdopplungszeit ≤  10 Monate) als auch für Patienten mit asymptomatischem/mild symptomatischem mCRPC zugelassen. In der PROSPER-Studie bei 1.401 nmCRPC-Patienten wurde mit Enzalutamid + ADT die Entwicklung von Metastasen im Vergleich zur Placebo-Gruppe signifikant um 71% verzögert (metastasenfreies Überleben: 39,6 vs. 17,7 Monate, p<0,001), berichtete Prof. Dr. Karl Pummer aus Graz. Nach 2 Jahren lebten in der Enzalutamid-Gruppe noch rund 70% der Patienten; in der Kontrollgruppe waren es zu dieser Zeit nur etwa halb so viele. Das mediane Intervall bis zur PSA-Progression war in der Enzalutamid-Gruppe im Median um 33,3 Monate verlängert (p<0,001) (1).

Noch etwas komplizierter als bei nmCRPC-Patienten ist die Therapiewahl beim mCRPC, sagte Pummer. „In dieser Situation gibt es keine biologisch begründbare Therapiesequenz“, betonte der Onkologe. Die Vor- und Nachteile jeder Therapieoption sollten mit den Patienten besprochen werden. Wenn die Entscheidung nicht für die Chemotherapie falle, seien hier sequentielle Antihormontherapien die beste Variante. Kombinationen von Docetaxel mit gezielt wirkenden Therapeutika wie VEGF-Hemmern oder Endothelin-Rezeptor A-Blockern seien den Studiendaten zufolge selten erfolgreich. Die Kombination von Enzalutamid mit Docetaxel hat nach Angaben von Graz in einer Phase-1b-Studie eine gute Wirksamkeit gezeigt, aber auch die Toxizität der Chemotherapie deutlich erhöht (Neutropenie, Fatigue).

Die Therapiestrategie sei wichtig, sollte aber nicht zu kompliziert sein, betonte Pummer. Entscheidend seien ein frühzeitiger Therapiebeginn und ein rechtzeitiger Wechsel der Therapie sowie ein gutes Monitoring der Patienten, resümierte Prof. Dr. Thorsten Schlomm aus Berlin, Chairman der Veranstaltung.

Roland Fath

Quelle: Satelliten-Symposium „Champions League PCa – eine Frage der Aufstellung“, im Rahmen der 71. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), 20. September 2019, Hamburg; Veranstalter: Astellas

Literatur:

(1) Hussain M et al., NEJM 2018; 378: 2465-74


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