Sonntag, 25. August 2019
Navigation öffnen

Medizin

06. Juni 2018 CARMENA: Sunitinib ist zytoreduktiver Nephrektomie + Sunitinib beim mRCC nicht unterlegen

Die zytoreduktive Nephrektomie (CN) war in den letzten 20 Jahren der Standard in der Behandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms (mRCC), bekräftigt durch randomisierte und groß angelegte retrospektive Studien. Die Wirksamkeit zielgerichteter Therapien stellt diesen Standard nun in Frage. Die randomisierte Phase-III-Studie CARMENA zeigte, dass Sunitinib mono einer CN gefolgt von Sunitinib in der intermediären und Niedrigrisikogruppe nicht unterlegen war.
Anzeige:
Fachinformation
450 Patienten mit synchronem mRCC, die für eine CN geeignet waren, wurden nach gesicherter klarzelliger Histologie durch Biopsie eingeschlossen, wenn sie keine symptomatischen Hirnmetastasen aufwiesen, ihre Organfunktion akzeptabel war und sie für eine Sunitinib-Therapie in Frage kamen. Das mediane Alter betrug 62 Jahre, der ECOG-PS 0 (56%) oder 1 (44%). Die Randomisierung erfolgte 1:1 in entweder CN + Sunitinib (Arm A, n=226) oder nur Sunitinib (Arm B, n=224), die Stratifizierung wurde anhand der Memorial Sloan-Kettering Cancer Center (MSKCC)-Risikogruppen durchgeführt (intermediär/gering: 55,6%/44,4% in Arm A und 58,5%/41,5% in Arm B). Sunitinib wurde folgendermaßen verabreicht: 50 mg/d, 4/6 Wochen mit Dosisanpassungen entsprechend der üblichen Praxis. In Arm A musste die Sunitinib-Einnahme 4-6 Wochen nach der OP beginnen. In Arm A hatten 6,7% keine CN und 22,5% erhielten nie Sunitinib. In Arm B nahmen 4,9% nie Sunitinib ein und 17% hatten eine sekundäre Nephrektomie. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS).     
 
Zum Zeitpunkt der Analyse waren 326 Patienten bereits verstorben bei einem medianen Follow-up von 50,9 Monaten. Das OS insgesamt betrug im Sunitinib-Arm B 18,4 Monate (95%-KI: 15-23) und war dem im NC + Sunitinib-Arm A (13,9 Monate; 95%-KI: 12-18) nicht unterlegen (HR=0,89; 95%-KI: 0,71-1,10). Auch bei Patienten der intermediären MSKCC-Risikosubgruppe war das OS in Arm B (23,4 Monate) nicht schlechter als in Arm A (19,0 Monate; HR=0,92). Das OS von Patienten der MSKCC-Niedrigrisikogruppe betrug mit alleinigem Sunitinib 13,3 Monate und war dem mit NC + Sunitinib (10,2 Monate) ebenfalls nicht unterlegen (HR=0,85). Die Ansprechrate (ORR) lag in beiden Armen bei 35,9%. Auch beim medianen progressionsfreien Überleben (PFS) wurden keine Unterschiede beobachtet (Arm A: 7,2 Monate; Arm B: 8,3 Monate). Das Sicherheitsprofil von Sunitinib war in beiden Armen wie erwartet. 
 
Da Sunitinib mono einer CN + Sunitinib sowohl in der intermediären als auch in der MSKCC-Niedrigrisikogruppe nicht unterlegen war, stellt sich die Frage, ob CN weiterhin die Standardbehandlung beim synchronen mRCC sein sollte, wenn eine medizinische Behandlung nötig ist.
 
übers. v. um

Quelle: ASCO 2018

Literatur:

Mejean A et al. ASCO 03.06.2018, Abstract LBA3


Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"CARMENA: Sunitinib ist zytoreduktiver Nephrektomie + Sunitinib beim mRCC nicht unterlegen "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich