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Medizin

07. Juni 2018 Biomarker-Identifikation beim mCRC mithilfe umfassender Tumorprofilings

In Zukunft werden sich onkologische Therapien zunehmend an genetischen Faktoren orientieren. Die Identifikation relevanter Biomarker in der klinischen Praxis spielt dabei eine wichtige Rolle für die Wahl zielgerichteter Therapien. Eine aktuelle retrospektive molekulare Analyse der FIRE-3-Studien-Proben unterstreicht diesen Trend beim metastasierten Kolorektalkarzinom (mCRC). Die beim diesjährigen Kongress der Amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie (ASCO) präsentierten Daten betonen die prognostische Bedeutung verschiedener Biomarker und zeigen, wie umfassende Tumorprofilings mithilfe von FoundationOne® die Nutzung molekularer Informationen ermöglichen (1).
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Die retrospektive Auswertung der Phase-III-Studie FIRE-3 (AIO KRK-0306; NCT 00433927) erforschte die prognostische Relevanz somatischer DNA-Mutationen, der Gesamttumormutationslast (TMB) und der Mikrosatelliteninstabilität (MSI) bei verschiedenen Untergruppen von mCRC-Patienten mit unterschiedlicher Prognose (1). In der randomisierten Head-to-Head-Studie wurde die Wirksamkeit der First-Line-Therapie bestehend aus Bevacizumab Avastin® bzw. Cetuximab jeweils in Kombination mit der Chemotherapie-Dublette FOLFIRI verglichen. Der molekulare Mutationsstatus der 373 untersuchten Patienten wurde mithilfe individueller, umfassender Tumorprofilings des Comprehensive-Genomic-Profiling-Service FoundationOne von Foundation Medicine erstellt. Die retrospektive Auswertung ergab eine entsprechende prognostische Bedeutung des RAS-, BRAF-, MSI- sowie des Quadruple-Wildtyp(WT)-Status (RAS, BRAF, AKT, PI3K = MAPK/mTOR-WT) unabhängig vom gewählten Behandlungsarm. Die Autoren folgerten, dass der MSI-Status prognostische Auswirkungen hatte, wobei die TMB nicht als prognostischer oder prädiktiver Marker validiert werden konnte.
 
Umfassende Tumorprofilings unterstützen die Therapiewahl beim mCRC

Durch die Panelsequenzierung der Tumor-DNA wird ein breites Spektrum der bis dato bekannten krebsrelevanten Veränderungen abgebildet, um genetische Alterationen zu identifizieren. Speziell bei einer heterogenen Gruppe von Tumoren wie dem kolorektalen Karzinom, die sich sowohl anatomisch als auch molekulargenetisch stark unterscheiden, kann ein umfassendes Tumorprofiling viele relevante Mutationen zugleich aufdecken. So zeigen aktuelle Untersuchungen, dass der MSI-Status mit dem Ansprechen auf eine Krebsimmuntherapie (Checkpoint-Inhibitor) assoziiert sein kann (2).
 
Mithilfe von Biopsien selbst geringer Materialmengen aus soliden Tumoren wird eine Sequenz von 315 krebsassoziierten Genen sowie ausgewählten Introns aus 28 Genen aufgeschlüsselt, von Bioinformatikern und durch modernste Algorithmen analysiert und innerhalb von 14 Tagen nach Einsendung der Proben in einem Ergebnisbericht zusammengefasst (3, 4).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Heinemann V et al. J Clin Oncol 2018; 36 (Suppl): Abstract 3591
(2) Le DT et al. N Engl J Med 2015; 372: 2509-20
(3) Hall MJ et al. J Clin Oncol 2016; 34 (4 Suppl): 528
(4) Chalmers ZR et al. Genome Med 2017; 9 (1): 34


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