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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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02. Mai 2014

Fortbildungsbericht zu Kindlichen Kraniopharyngeomen

80 Teilnehmer aus 22 Ländern besuchten vom 24. bis 27. April 2014 den dritten Internationalen Postgraduierten Kurs zu kindlichen Kraniopharyngeomen in Bad Zwischenahn. Zwanzig renommierte Referenten gaben den 60 jungen Kollegen aus Europa, Nordamerika, Asien und Australien einen Überblick über Diagnostik, Behandlung und Nachsorge des seltenen Hirntumors Kraniopharyngeom. Der Fortbildungskurs verlief unter fachlicher Leitung von Prof. Dr. Hermann Müller, Kraniopharyngeom-Studienzentrale Klinikum Oldenburg ausgesprochen erfolgreich.

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Teilnehmer des 3. Internationalen Postgraduiertenkurses 2014

Der Kurs wurde von Dr. Kreier, Amsterdam, mit einem fesselnden Vortrag zur Historie des Krankheitsbildes Kraniopharyngeom und der hypothalamischen Adipositas eingeleitet. Neue Aspekte zur endokrinologischen Therapie der hypothalamisch verursachten Adipositas betroffener Kraniopharyngeompatienten wurden von Prof. Erfurth, Lund, Schweden, Prof. Weiss, Jerusalem, Israel und Prof. Karavitaki, Oxford, UK referiert. Prof. Pietsch, Bonn, und Prof. Barbera-Martinez, London, UK, gaben einen Überblick zur Histologie und molekulargenetischen Befunden bei Kraniopharyngeom im Kindes- und Jugendalter. Neue in-vitro- und Tiermodelle, die vielversprechende Möglichkeiten zur Untersuchung neuer medikamentöser Behandlungsansätze bieten, wurden von Prof. Buslei, Erlangen, und Prof. Barbera-Martinez, London, vorgestellt.

Der zweite Tag des Kurses stand im Zeichen der neurochirurgischen Vorgehensweisen (Prof. Buchfelder, Erlangen; PD Dr. Flitsch, Hamburg, und Prof. Pujet, Paris, Frankreich). Von einem radikalen neurochirurgischen Vorgehen wurde bei Vorliegen einer Hypothalamusbeteiligung des Kraniopharyngeoms abgeraten. Prof. Kortmann, Leipzig, Prof. Merchant, St. Jude, Memphis, USA, Prof. Alapetite, Paris, Frankreich und Dr. van Rij, Rotterdam, Niederlande, erläuterten strahlentherapeutische Aspekte unter besonderer Berücksichtigung der Protonentherapie. Frau Prof. Warmuth-Metz, Würzburg, präsentierte Daten zur neuroradiologischen Differentialdiagnose sellärer Raumforderungen und Frau Prof. Thiel zeigte neue Daten zur Untersuchungen mittels funktionellen MRTs. Die Erfahrungen der kanadischen Arbeitsgruppe (SickKids,Toronto) mit der intrazystischen Instillation von alpha-Interferon zur Behandlung von Tumorzysten wurden von Frau Prof. Bartels, Toronto, referiert. Frau Dr. Özyurt stellte die Ergebnisse ihrer neuropsychologischen Untersuchung der Patienten vor. Prof. Simmons, Leeds, UK, illustrierte die Relevanz und besonderen Herausforderungen ophthalmologischer Befunde aus augenärztlicher Sicht. Dr. Nemerguth, Colorado, USA, schilderte ihre Erfahrungen als Mutter einer betroffenen Tochter.

Der dritte Tag des Kurses war dem zentralen Thema "Hypothalamische Adipositas" vorbehalten. Prof. Kiess, Leipzig, und Prof. Müller, Oldenburg, verdeutlichten in ihren Referaten, dass trotz zunehmender Kenntnis der Ursachen die Behandlung der hypothalamischen Adipositas eine große Herausforderung darstellt. 

Als Resumee der lebhaften Diskussionen bleibt festzuhalten, dass die Behandlung von Kraniopharyngeompatienten in Zentren mit ausreichender multidisziplinärer Erfahrung unter besonderer Berücksichtigung der besonderen Risiken  von Patienten mit Hypothalamusbeteiligung erfolgen sollte.

Prof. Dr. Hermann Müller
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin (Elisabeth-Kinderkrankenhaus), Klinik für Allgemeine Kinderheilkunde, Hämatologie / Onkologie, Klinikum Oldenburg, Medizinischer Campus Universität Oldenburg,
Rahel-Straus-Strasse 10, 26133 Oldenburg,
Tel.: 0441-4032013, Fax: 0441-4032887
E-Mail: mueller.hermann@klinikum-oldenburg.de

Quelle: Internationaler Fortbildungskurs am Zwischenahner Meer, 3. Internationaler Postgraduierten Kurs Kindliche Kraniopharyngeome, 24. bis 27. April 2014, Bad Zwischenahn
 
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