Montag, 11. Dezember 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
24. Februar 2014

DKK 2014: Deferasirox: Eisen in Balance - Therapiemanagement bei MDS- und Thalassämie-Patienten

Eisenchelation bei Myelodysplastischen Syndromen (MDS): Reduziert Eisenüberladung, verbessert Hämatopoese und verlängert Überleben (1,2,3). Deferasirox reduziert Eisenüberladung auch bei Beta-Thalassämie major (4). Patienten können von effektivem Therapie- und Dosismanagement mit Deferasirox profitieren (5).

Anzeige:
 
 

Am 20. Februar 2014 fand im Rahmen des 31. Deutschen Krebskongresses das Novartis Oncology Meet the Experts "Eisen in Balance: Therapiemanagement bei MDS- und Thalassämie-Patienten" statt. Referenten waren Prof. Dr. Wolf-Karsten Hofmann, Direktor der III. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim, der zu Myelodysplastischen Syndromen (MDS) referierte, und Dr. Regine Grosse, Ärztin an der II. Medizinischen Klinik und der Kinder-Hämatologie und -Onkologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, die sich den Thalassämien widmete.

Folgeschäden der Eisenüberladung häufig unterschätzt

Eine Eisenüberladung ist eine Komplikation, die sich bei Patienten entwickeln kann, die an erworbenen (z.B. MDS) oder angeborenen Blutbildungsstörungen (z.B. Thalassämien) leiden, bei denen die Erythropoese beeinträchtigt ist (6,7). Als Folge müssen die Betroffenen regelmäßige Bluttransfusionen in Form von Erythrozytenkonzentraten (EK) erhalten. Jede EK-Einheit enthält etwa 250 mg Eisen, die dem Körper mit der Transfusion zugeführt werden, jedoch nicht aktiv eliminiert werden können (8). Insgesamt befinden sich im menschlichen Körper 2 bis 4 g Eisen, gebunden an Transport- und Speichermoleküle, wie z.B. Hämoglobin, Transferrin und Ferritin (8). In dieser Form ist das Eisen ungiftig. Wird die Kapazität des Transferrins sowie die Fähigkeit der Zellen, überschüssiges Eisen in stabiler Form zu speichern überschritten, liegt das Eisen als Nicht-Transferrin-gebundenes Eisen (NTBI) vor. Dieses freie Eisen ist toxisch, da es zur Bildung von Sauerstoffradikalen und damit zu einer oxidativen Schädigung von u.a. der DNA führt (7,8). Überschüssiges Eisen lagert sich in Organen ab, sodass es - nach ungefähr 20 EK-Einheiten - zu einer Eisenüberladung kommt (6). Entsprechend den betroffenen Organen kann es in der Folge beispielsweise zu einer Herzinsuffizienz, Leberzirrhose oder auch Diabetes mellitus kommen (9).

Eisenüberladung bei MDS

MDS sind erworbene Erkrankungen des Knochenmarks bzw. des Blutes, die durch eine ineffektive Blutbildung im Knochenmark gekennzeichnet sind (6). Von den Reifungs- und Funktionsstörungen können eine oder mehrere Zelltypen im Blut betroffen sein (6). MDS können zudem bei manchen Patienten zu einer akuten myeloischen Leukämie (AML) führen (6). Ein großer Teil der MDS-Patienten entwickelt im Laufe der Erkrankung eine Anämie und ist dann auf eine regelmäßige Gabe von EK-Einheiten angewiesen. Täglich verliert der Körper 1 bis 2 mg Eisen über Darm, Urin und Haut (8). Eine EK-Einheit enthält jedoch 250 mg Eisen, sodass es durch die kontinuierliche Zufuhr von Eisen über die Transfusionen bei chronisch transfundierten MDS-Patienten zu einer Eisenüberladung, z.B. in Leber und im Herzen, kommt (9). Diese Anreicherung von Eisen ist mit Hilfe eines Eisenchelators wie Deferasirox behandelbar (6).

Überlebensverlängerung durch Eisenchelation

Von einer Therapie mit Deferasirox profitieren chronisch transfundierte MDS-Patienten in vielerlei Hinsicht: Die Hämatopoese kann sich verbessern (1,2,10) und der Transfusionsbedarf als Folge davon sinken (10). Eine bei der jüngsten Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) in New Orleans vorgestellte US-amerikanische Registerstudie zeigt außerdem, das MDS-Patienten, die mindestens sechs Monate lang eine Eisenchelat-Therapie erhalten hatten, mehr als doppelt so lang lebten (median 102,5 vs. 48,7 Monate; p<0,0001) und später und seltener eine AML entwickelten (nach median 77 vs. 45,6 Monaten; p<0,0001) als Betroffene ohne Eisenchelation (3). Eine weitere Publikation zeigt, dass durch die Verringerung des Transfusionsbedarfs auch die Lebensqualität steigt (11).

Therapie- und Dosismanagement mit Deferasirox

Ein MDS-Patient profitiert jedoch nur dann von Deferasirox, wenn die Eisenchelation effektiv erfolgt (5). "Entscheidend ist, dass Deferasirox in der korrekten Dosis verabreicht wird, da es dosisabhängig wirkt", betonte Prof. Hofmann. Die Dosis richtet sich nach dem Ausmaß der Eisenüberladung und den Nebenwirkungen des Eisenchelators auf verschiedene Organsysteme (Gastrointestinaltrakt, Niere); der wichtigste Parameter für die Eisenüberladung in der täglichen Routinediagnostik ist neben der Anzahl erhaltener EK-Einheiten das Serumferritin (6). "Für Patienten mit einem Serumferritin über 1.000 ng/ml beträgt die empfohlene Initialdosis 20 mg Deferasirox pro kg Körpergewicht pro Tag, die Einnahme erfolgt einmal täglich in Form einer Suspension", so der Experte. Die Maximaldosis liegt bei 40 mg/kg Körpergewicht pro Tag (12); bei absehbar hohen Zieldosen empfiehlt sich gegebenenfalls eine einschleichende Dosierung (5). Besonders gut verträglich ist der Eisenchelator, wenn die Tabletten in stillem Wasser gelöst und am Abend vor dem Schlafengehen eingenommen werden (13).

Deferasirox reduziert Eisenüberladung bei β-Thalassämie major

Die Thalassämien zählen zu den Hämoglobinopathien, darunter versteht man eine Gruppe von angeborenen hämatologischen Erkrankungen, die auf eine Störung der Hämoglobin-Produktion, verursacht durch Mutationen in den Hämoglobin-Genen, zurückzuführen sind (7). Abhängig davon, von welchem Thalassämie-Syndrom der Patient betroffen ist, kommt es zu einer mehr oder weniger ineffektiven Hämatopoese. Die β-Thalassämie major ist die in der Regel homozygote oder gemischt-heterozygote β‑Thalassämie-Form (7). Je stärker die Hämatopoese gestört ist, desto eher benötigen die Patienten regelmäßige Bluttransfusionen. Da es sich um eine Erbkrankheit handelt, die zurzeit noch nicht kurativ behandelt werden kann - außer in Einzelfällen mit Hilfe einer Stammzelltransplantation - muss die Transfusionsbehandlung bereits im ersten Lebensjahr beginnen und lebenslang erfolgen (7). Auch hier kommt es aufgrund der chronischen Transfusionsabhängigkeit der Thalassämie-Patienten zur Entwicklung einer Eisenüberladung, die wiederum mithilfe einer Eisenchelat-Therapie mit Deferasirox behandelt werden kann. Erfolgt keine Eisenchelation, versterben die Betroffenen an den Folgen der Organschäden, die durch die Eisenüberladung verursacht werden, meist bereits vor Erreichen des 30. Lebensjahres (14).

Die Therapie mit Deferasirox bietet auch den Thalassämie-Patienten Vorteile: Die Leber- und Herzeisenüberladung wird reduziert (4), eine Anreicherung von Eisen in den hormonbildenen Organen wird verhindert (15) - dies wirkt sich positiv auf das Überleben aus (16). Die Lebensqualität kann sich durch die nur einmal tägliche orale Verabreichung verbessern. Im Vergleich zu der wesentlich weniger komfortablen subkutanen Dauerinfusion von Deferoxamin (17) zeigt Deferasirox (12) die gleiche Wirksamkeit, wie sich in der Verlängerung einer internationalen Phase-II-Vergleichsstudie zwischen Deferasirox und Deferoxamin zeigte, die ebenfalls beim ASH-Kongress vorgestellt wurde (4): Die mittels Kernspintomographie gemessene kardiale T2*-Zeit verlängerte sich unter Deferasirox nach zwei Jahren signifikant von im Mittel 11,6 auf 15,9 ms (eine Verbesserung um 38%), die kardiale Eisenkonzentration sank von mittleren 2,44 auf 1,75 mg/g Trockengewicht, und die mittlere Leber-Eisenkonzentration nahm ebenfalls von 30,6 auf 14,4 mg/g Trockengewicht ab (4).

"Die Patienten profitieren jedoch nur dann von Deferasirox, wenn sie effektiv cheliert werden", so Frau Dr. Grosse. "Neben der korrekten Dosierung ist bei diesen bereits in jungen Jahren chronisch erkrankten und lebenslang therapiebedürftigen Thalassämie-Patienten ein frühzeitiger Behandlungsbeginn sowie die Therapietreue von besonderer Bedeutung".

Literaturhinweise:
(1) Gattermann N et al.: Hematologic responses with deferasirox therapy in transfusion-dependent myelodysplastic syndromes patients. Haematologica 2012; 97(9):1364-1371.
(2) List AF et al.: Deferasirox reduces serum ferritin and labile plasma iron in RBC transfusion-dependent patients with myelodysplastic syndrome. J Clin Oncol 2012; 30(17):2134-2139.
(3) Lyons RM et al.: 48-Month Update On Survival and AML Transformation In a 600-Patient Registry Of Lower-Risk MDS Patients. ASH 2013; Abstr. #2775.
(4) Pennell DJ et al.: Deferasirox Compared With Deferoxamine For The Removal Of Cardiac Iron In Patients With β-Thalassemia Major: 2-Year Data From The Cordelia Extension. ASH 2013; Abstr. #1018.
(5) Giagounidis A et al.: Eisenchelat-Therapie mit Deferasirox: Therapiebeginn und Dosisoptimierung. TumorDiagn u Ther 2012; 33(01):29-33.
(6) Hofmann WK et al.: Onkopedia Leitlinien: Myelodysplastische Syndrome (MDS), Stand: März 2011; Online unter: http://www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/mds. Zuletzt aufgerufen am: 04.02.2014.
(7) Cario H et al.: Thalassämie. AWMF-Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie. Online unter: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/025-017l_S1_Thalassaemie.pdf. Zuletzt aufgerufen am: 10.02.2014.
(8) Gattermann N and Strupp C: Transfusionsbedingte Eisenüberladung bei Patienten mit myelodysplastischen Syndromen oder Aplastischer Anämie. 5. überarbeitete Auflage November 2009. Online unter: http://www.leukaemie-hilfe.de/. Zuletzt aufgerufen am: 17.02.2014.
(9) Leitch HA and Vickars LM.: Supportive care and chelation therapy in MDS: are we saving lives or just lowering iron? Hematology Am Soc Hematol Educ Program. 2009:664-72.
(10) Angelucci E et al.: Deferasirox Chelation Therapy in Transfusion Dependent MDS Patients. Final Report From the Gimema MDS0306 Prospective Trial. Blood 2012; 118, Abstr. #425.
(11) Guariglia R et al.: Positive effects on hematopoiesis in patients with myelodysplastic syndrome receiving deferasirox as oral iron chelation therapy: a brief review. Leuk Res 2011; 35:566-570.
(12) Exjade® (Deferasirox) Fachinformation (Stand: Oktober 2013).
(13) Gattermann N and Rachmilewitz EA.: Iron overload in MDS-pathophysiology, diagnosis, and complications. Ann Hematol 2011; 90:1-10.
(14) Borgna-Pignatti C et al.: Survival and complications in patients with thalassemia major treated with transfusion and deferoxamine. Haematologica 2004; 89:1187-1193.
(15) Grosse R: Endokrine und kardiale Komplikationen bei sekundärer Eisenüberladung und ihre Behandlung. Kinder- und Jugendmedizin 2013; 13: Heft 2: A1-A8.
(16) Brittenham GM: Iron-chelating therapy for transfusional iron overload. N Eng J Med 2011; 364:146-156.
(17) Desferal® (Deferoxamin) Fachinformation (Stand: Mai 2011).

Quelle: Novartis Oncology Meet the Experts "Eisen in Balance: Therapiemanagement bei MDS- und Thalassämie-Patienten", im Rahmen des 31. Deutschen Krebskongresses, 20.02.2014.
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CUP
NET
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASH 2017