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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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11. September 2017 Seite 1/2

MASCC 2017: NK1-Rezeptorantagonisten verbessern Schutz vor Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie

NK1-Rezeptorantagonisten wie der neueste Vertreter der Substanzklasse Rolapitant (Varuby®) stellen den größten Fortschritt der jüngeren Zeit beim Schutz vor Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen (CINV) dar. Die antiemetische Prävention sollte gemäß der evidenzbasierten aktuellen Leitlinie wie die der Multinational Association of Supportive Care in Cancer (MASCC) erfolgen, die die Kombinationsantiemese mit NK1-Rezeptorantagonist, 5-HT3-Rezeptorantagonist und Dexamethason bei hoch emetogenen und einigen moderat emetogenen Chemotherapien wie Carboplatin-basierten Regimen empfiehlt. Zusätzlich müssen individuelle Risikofaktoren der Patienten berücksichtigt werden, um eine optimale Antiemese zu gewährleisten, so Experten auf einem Satellitensymposium im Rahmen der Jahrestagung der MASCC. Bei der Kontrolle der Übelkeit bestehe noch Optimierungsbedarf.
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Fachinformation
 
Matti Aapro, Genolier, Schweiz, eröffnete das Satellitensymposium mit einer detaillierten Übersicht zur Zulassung von Antiemetika auf der einen und der Veröffentlichung von Leitlinien zur Antiemese in der Onkologie auf der anderen Seite. Nach der Einführung der 5-HT3-Rezeptorantagonisten (5-HT3-RA), die vor allem in der akuten Phase nach der Chemotherapieapplikation wirksam sind, stellten die NK1-Rezeptorantagonisten (NK1-RA) den wichtigsten weiteren Meilenstein in der Antiemese dar. NK1-RA wirken vorwiegend in der verzögerten Phase durch die Kontrolle der Substanz P-vermittelten CINV, sie verbessern jedoch auch die Kontrolle der akuten CINV (1). Alle derzeit verfügbaren NK1-RA Aprepitant, Fosaprepitant, Netupitant und Rolapitant sind selektiv, hoch wirksam und binden kompetitiv an NK1-Rezeptoren, erklärte Aapro. Die Bindungsaffinität ist bei allen Substanzen hoch. Unterschiede bestehen vor allem hinsichtlich der Halbwertszeit, die mit bis zu 183 Stunden bei Rolapitant mit Abstand am längsten ist (2).

Antiemese muss leitliniengerecht und risikoadaptiert sein

Zur Frage, wie oft CINV im klinischen Alltag auftrete, wenn die optimale Antiemese verschrieben wurde, verwies Mark Clemons, Ottawa, Kanada auf die gepoolte Analyse von Dranitsaris et al., in der es bei 42,2% der Patienten zu CINV von Grad ≥2 kam (3). „Übelkeit von Grad 2 bedeutet für unsere Patienten eine reduzierte Nahrungsaufnahme ohne signifikanten Gewichtsverlust, Dehydrierung oder Mangelernährung. Grad 2 Erbrechen bedeutet 2-5 emetische Episoden pro Tag“, erinnerte Clemons. Wie Aapro wies auch Clemons auf die Bedeutung der individuellen Risikokonstellation eines jeden einzelnen Patienten hin und sprach sich für eine personalisierte Medizin auch bei der supportiven Therapie aus. Dabei könnten Vorhersage-Modelle wie das „CINV Risk Assessment“ (http://www.riskcinv.org/) oder das „MASCC Antiemesis Tool (MAT)“ (http://www.mascc.org/mat), das auch in deutscher Sprache verfügbar ist, hilfreich sein.

Neuester NK1-RA: Rolapitant

Lee Schwartzberg, Memphis, Tennessee, USA berichtete über jüngste Fortschritte bei der Optimierung von Antiemese-Schemata. Im April 2017 wurde der bisher modernste NK1-RA Rolapitant in der Europäischen Union zugelassen. Die zulassungsrelevanten Phase-III-Studien bei moderat emetogener Chemotherapie (MEC) (4) und hoch emetogener Chemotherapie (HEC) (5) wurden bereits 2015 publiziert. „In die MEC-Studie waren auch Patienten unter AC-basierter Chemotherapie eingeschlossen, die nach damaliger Klassifikation noch den moderat emetogenen Regimen zugerechnet wurde“, erklärte Schwartzberg. Der primäre Endpunkt war das komplette Ansprechen (Complete Response (CR): kein Erbrechen, keine Notfall-Medikation) in der verzögerten Phase (Tag 2-5). Das antiemetische Kombinationsregime mit Rolapitant führte zu signifikant verbesserten Komplettansprechraten sowohl in der verzögerten Phase als auch im gesamten Risikozeitraum. So lag die CR-Rate unter der Kombinationstherapie mit Rolapitant, Granisetron und Dexamethason in der verzögerten Phase bei 71,3% gegenüber 61,6% unter Placebo, Granisetron und Dexamethason (p<0,0002). Im gesamten Risikozeitraum war die Komplettansprechrate im Rolapitant-Arm um 11% signifikant erhöht (p<0,0001). „Die Verbesserung durch die zusätzliche Gabe von Rolapitant wird in der verzögerten Phase statistisch signifikant. Die Anzahl der mit Rolapitant behandelten Patienten ohne Erbrechen und ohne Notfall-Medikation blieb relativ konstant auf hohem Niveau, während sie in der Kontrollgruppe im Laufe der fünf Tage nach der Chemotherapie immer weiter abnahm“, erklärte Schwartzberg. Signifikante Unterschiede zeigten sich auch hinsichtlich der Endpunkte „kein Erbrechen“ und „kompletter Schutz“ (kein Erbrechen, keine Notfallmedikation und nur geringe Übelkeit mit max. < 25 mm auf der Visuellen Analogskala (VAS)). Auch die beiden analog aufgebauten Studien bei hoch emetogener Chemotherapie erreichten ihren primären Endpunkt: Rolapitant verbesserte das komplette Ansprechen auf die Antiemese in der verzögerten Phase signifikant.

Im Gegensatz zu den anderen NK1-RA Aprepitant, Fosaprepitant und Netupitant interagiert Rolapitant nicht mit CYP3A4, so dass der Metabolismus von Glukokortikoiden wie Dexamethason durch Rolapitant nicht beeinflusst wird. „Vergleicht man die Komplettansprechraten auf die Antiemese bei Patienten unter moderat emetogener Chemotherapie, die mit der Dreierkombination mit Rolapitant in der MEC-Studie erzielt wurden, mit den Komplettansprechraten, die MEC-Patienten erreichten, die als Antiemese NEPA plus Dexamethason erhielten, so zeigt sich, dass beide Regime das Komplettansprechen in der verzögerten Phase und im fünftägigen Risikozeitraum signifikant verbessern“, berichtete Schwartzberg (4, 6). Auch die Frage, ob mehr Nebenwirkungen der Antiemese in Kauf genommen werden müssen, wenn man einen NK1-RA zum Kombinationsregime aus 5-HT3-RA und Dexamethason hinzufügt, wurde untersucht. „Die Antwort lautet nein“, so Schwartzberg. „Keine der Therapie-assoziierten Nebenwirkungen war schwerwiegend“ (4).
 
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