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GESUNDHEITSPOLIK VON JOURNALMED.DE
22. April 2013

"Beatriz" entfacht hitzige Abtreibungsdebatte in El Salvador

In El Salvador sind Schwangerschaftsabbrüche streng verboten. Wer trotzdem abtreibt, kann im Gefängnis landen. Der Fall einer jungen Frau, die bei der Geburt ihres schwer missgebildeten Kindes sterben könnte, hat die Abtreibungsdebatte in dem Land nun neu angefacht.

"Beatriz" lebt in einem kleinen Haus in der Gemeinde Mercedes Umaña östlich von San Salvador. Sie interessiert sich nicht für moralische Grundsatzdebatten, doch ihre Gebärmutter ist jetzt in El Salvador zu einem Politikum geworden. Die 22-Jährige ist zum zweiten Mal schwanger, aber diesmal könnte sie die Geburt das Leben kosten.

Die junge Mutter eines einjährigen Kindes, die sich zu ihrem Schutz nur "Beatriz" nennt, leidet an einer schweren Nierenfehlfunktion und der Autoimmunkrankheit Lupus. Nach Ansicht der Ärzte kann nur ein Schwangerschaftsabbruch das Leben der Patientin retten.

Abtreibungen sind in dem mittelamerikanischen Land jedoch grundsätzlich verboten und werden mit Freiheitsstrafen geahndet. El Salvadors Gesundheitsministerin María Isabel Rodríguez hat nun beim Obersten Gerichtshof eine Ausnahmegenehmigung beantragt. Unterstützt wird sie von dem für Menschenrechte zuständige Staatsanwalt Óscar Luna und dem örtlichen UN-Vertreter Roberto Valent.

Die einflussreiche Anti-Abtreibungsorganisation "Ja zum Leben" lehnt eine Ausnahmegenehmigung hingegen strikt ab. Die Debatte sei angestoßen worden "mit der Absicht, Schwangerschaftsabbrüche zu legalisieren", sagt die Vorsitzende der Gruppe, Julia Regina Cardenal. Das sei nichts anderes, als das Baby zu töten.

Allerdings hätte das Neugeborene nach Einschätzung der Ärzte keinerlei Überlebenschancen. Der Fötus leidet an einer Anenzephalie, ihm fehlen große Teile des Gehirns. Das Baby würde bereits kurz nach der Geburt sterben.

"Beatriz" Mutter räumt ein, dass es sich um eine schwierige Entscheidung handelt. "Es ist kompliziert, schließlich ist das ein menschliches Wesen, das da in ihr heranwächst", sagt Delmy in einem Interview des Onlineportals ElSalvador.com. "Aber ich will auch nicht, dass ihr etwas passiert. Sie hat ein Kind, das sie braucht."

Der Großvater von "Beatriz" Ehemann sagt, sein Enkel wolle seine Frau nicht verlieren und sei mit einer Abtreibung einverstanden. "Er hat sein Okay gegeben, weil klar ist, dass das Kind nicht leben wird", sagt José C.

Für die Feministin Morena Herrera steht "Beatriz" stellvertretend für eine ganze Reihe von Fällen. "Zuerst wollen wir das Leben dieser jungen Frau retten, aber es ist kein Einzelfall, es gibt viele", sagt sie. "Die bestehenden Gesetze sind wahrscheinlich für ein Viertel aller Kindsbetttode verantwortlich."

 



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