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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Juli 2020
Seite 1/2
Malignes Melanom: Streben nach Heilung mit Hilfe der Checkpoint-Blockade

Der PD-1-Checkpoint-Inhibitor Nivolumab (Opdivo®) ist ein neuer Standard im adjuvanten Setting der Melanom-Behandlung für Patienten im Stadium III und IV. Durch die Nivolumab-Therapie hat jeder 2. Patient die Chance auf eine normale Lebenserwartung, wie das Cure-Rate-Modell für Nivolumab zeigt (1). Zudem bleibt durch die bewährte Verträglichkeit von Nivolumab und die intravenöse Applikation alle 4 Wochen für ein Jahr ein großes Stück Normalität im Alltag für den Patienten erhalten.
Patienten ohne adjuvante Therapie haben ein sehr hohes Risiko für ein Rezidiv innerhalb von 5 Jahren nach kompletter Resektion (2). Für Patienten im Stadium IIIB und IIIC beträgt das Rezidivrisiko über 70% (3).

In der Phase-III-Studie CheckMate 238 wurde Nivolumab gegen den aktiven Komparator Ipilimumab geprüft. Mit einer Nachbeobachtungszeit von minimal 36 Monaten in der CheckMate 238-Studie wurde für die adjuvante Nivolumab-Therapie gezeigt, dass sowohl Patienten ohne als auch mit BRAF-Mutation vergleichbar hohe Raten des rezidivfreien Überlebens (RFS) hatten: Die 3-Jahres-RFS-Rate betrug 60% für Patienten mit BRAF-Wildtyp und 56% für BRAF-mutierte Tumoren. Das Risiko für das Auftreten eines Rezidivs war für BRAF-Wildtyp-Patienten um 40% (HR=0,60; 95%-KI: 0,45-0,80) und für BRAF-mutierte Patienten um 21% (HR=0,79; 95%-KI: 0,59-1,06) reduziert (4).

Eine auf dem ESMO 2019 publizierte Berechnung zum Anteil an langfristig geheilten Patienten zeigt: Jeder 2. Patient hat durch die Nivolumab-Therapie im adjuvanten Setting die Chance auf eine normale Lebenserwartung (Abb. 1) (1). Mit Hilfe des Cure-rate-Modells wurde der voraussichtliche Anteil an geheilten Melanom-Patienten auf Basis des RFS in den Studien CheckMate 238 (5) und EORTC 18071 (2) durch die adjuvante Gabe von Nivolumab, Ipilimumab oder Placebo mit der Lebenserwartung der Allgemeinbevölkerung laut WHO verglichen (1). Im Ergebnis konnte für den Nivolumab-Arm ein Patientenanteil von 55% ermittelt werden, der mit hoher Wahrscheinlichkeit durch die Therapie geheilt ist (1). In den Ipilimumab-Armen der CheckMate 238- bzw. EORTC 18071-Studie waren dies 40% bzw. 38% und im Placebo-Arm mit alleiniger Resektion 29%.
 
Abb. 1: Cure-rate-Modell zeigt: Jeder 2. Patient hat die Chance auf eine normale Lebenserwartung mit adjuvanter Nivolumab-Therapie (mod. nach (1)). Ipilimumab ist in Europa für die adjuvante Behandlung des Melanoms nicht zugelassen.
Lupe
Abb. 1: Cure-rate-Modell zeigt: Jeder 2. Patient hat die Chance auf eine normale Lebenserwartung mit adjuvanter Nivolumab-Therapie (mod. nach (1)). Ipilimumab ist in Europa für die adjuvante Behandlung des Melanoms nicht zugelassen
 
Normalität erleben dank Q4W-Schema und guter Verträglichkeit
Im adjuvanten Setting wird Nivolumab für die Dauer von einem Jahr gegeben (6). Neben der 2-wöchentlichen Gabe von 240 mg i.v. zeigt sich gerade auch die 4-wöchentliche Gabe von 480 mg i.v. als praktisches Dosierungsschema (7). Durch die intravenöse Gabe bleibt einerseits die Adhärenz und damit mehr Sicherheit für Behandler und Patient gegeben. Zudem kann den Patienten ein großer Freiraum für ihre persönliche Lebensgestaltung gewährt werden. Durch die gute Verträglichkeit der Nivolumab-Therapie können die Patienten eine für sie größere Normalität im Alltag erleben. Den Erhalt der Lebensqualität bestätigt die Auswertung der Patientenfragebögen in der CheckMate 238-Studie (5). Die Behandlung mit Nivolumab ist unter den Checkpoint-Inhibitoren und Tyrosinkinase-Inhibitoren die einzige adjuvante State-of-the-art-Therapie, die für Melanom-Patienten im Stadium III und IV zugelassen ist (6).

Mit freundlicher Unterstützung der Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

Literatur:
(1) Weber J et al. ESMO 2019, Abstract 1331P.
(2) Eggermont AMM et al. Eur J Cancer 2019;119:1-10.
(3) Romano E et al. J Clin Oncol 2010;28:3042-7.
(4) Weber J et al. ESMO 2019, Abstract 1310O.
(5) Weber J et al. N Engl J Med 2017;377:1824-35.
(6) Fachinformation Opdivo®, aktueller Stand.
(7) Long GV et al. Ann Oncol 2018;29:2208-13.


 
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