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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
27. Juni 2004

Anämie-bedingte Fatigue ist gut behandelbar

Bis zu 80% der Tumorpatienten leiden an einer Fatigue, an einer schweren Aufprägung, welche die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt ca. 30-40%. Eine der Ursachen ist die tumor- und/oder chemotherapiebedingte Anämie, die gut zu behandeln ist. Dennoch wird in den meisten Fällen erst einmal abgewartet, berichtete PD Carsten Oberhoff, Essen.
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Fatigue bei Tumorpatienten ist häufig und beeinträchtigt erheblich das tägliche Leben, wie inzwischen aus zahlreichen Untersuchungen hervor geht. Dennoch wird es von Ärzten immer noch unterbewertet, worauf u.a. eine Untersuchung von Vogelzang et al. hinweist. Auf die Frage, welche Begleiterscheinung das tägliche Leben mehr beeinflusst – Fatigue oder Schmerz – nannten 60% der Patienten die Fatigue. Nur knapp 40% der Ärzte gaben der Fatigue den ersten Platz. Bei ihnen stand der Schmerz an erster Stelle, den die Patienten wiederum als weniger beeinträchtigend für das tägliche Leben beurteilten als die Fatigue.
Eine turmorbedingte oder therapieinduzierte Anämie liegt bei einem Hb <12m/dl vor. Wie stark ausgeprägt die Anämie ist, ist abhängig von der Art des Tumors und von der eingesetzten Therapie. Neben Radio- und Radiochemotherapie sind insbesondere platinhaltige Chemotherapien für einen niedrigen Hb-Wert verantwortlich.
„Eine Anämie-bedingte Fatigue kann relativ leicht korrigiert werden“, sagte Oberhoff. Am häufigsten werden dafür Bluttransfusionen eingesetzt, die jedoch mit einer Reihe – wenn auch seltenen – Komplikationen wie Eisenüberladung, Kreislaufbelastung und Infektionen, verbunden sein können. Außerdem bessert eine Transfusion die Symptomatik nur kurzfristig. Stabilere Hb-Werte im Vergleich zur Transfusion erzeugen Erythropoietine. Durch die Behandlung mit humanem rekombinaten Erythropoietin (rhEPO) kann die Anzahl benötigter Transfusionen bei Tumorpatienten deutlich reduziert werden, der präventive Einsatz kann eine Chemotherapie-induzierte Anämie verhindern. Wichtig dabei ist die kontinuierliche Eisengabe, betonte Oberhoff.
Wie eine Studie von Blohmer et al. bei Hochrisiko-Zervixkazinompatientinnen zeigen konnte, verbessert die Behandlung mit Erythropoietin auch das Therapieansprechen auf Radiochemotherapie. Untch et al. konnten bei Mammakarzinompatientinnen nachweisen, dass der Hb-Nadir ein deutlicher Prognosefaktor für das krankheitsfreie Überleben ist.
Trotz der guten Behandlungsmöglichkeiten der Anämie und deren prognostischer Bedeutung ist die vorherrschende Therapiestrategie immer noch „aufmerksames Zuwarten“, kritisierte Oberhoff.

as

Quelle: 3. Münchener Fachpresse-Workshop „Supportivtherapie in der Onkologie“, München, 1. Mai 2004.


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