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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

04. Februar 2006 Kasuistik II: Langzeitverlauf bei metastasiertem Rektumkarzinom – das kolorektale Karzinom als chronische Erkrankung

Eine 52jährige Frau stellte sich im September 2001 mit einem Rektumkarzinom vor. Drei Monate vor der Vorstellung hatte sie erstmals Blutbeimengungen im Stuhl bemerkt. Endoskopisch stellte sich in der Höhe von 7 – 10 cm ein exulzeriertes Rektumkarzinom dar. Die Computertomografie zeigte zahlreiche Leberherde mit einem Durchmesser bis 79 mm in beiden Leberlappen (Segmente III, IV, V, VI, VII, siehe Tabelle 3).
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Im Oktober 2001 wurde mit einer Chemotherapie mit Cetuximab und Irinotecan, 5-FU und Folinsäure (2) begonnen. Diese Therapie wurde von der Patientin gut toleriert; am 4. Tag nach der ersten Gabe von Cetuximab trat Akne auf, die nach 7 Wochen eine einmalige Pause von Cetuximab erforderte. Nach 2,5 Monaten standen in Bezug auf die Hauttoxizität Paronychien, insbesondere an den Großzehen, im Vordergrund, die lokal antiseptisch behandelt wurden. Die weiteren Nebenwirkungen waren gering, so dass unsere Patientin an 3 bis 4 Tagen der Woche weiter ihrer Arbeit nachgehen konnte.

In einer ersten CT- Kontrolle (7 Wochen nach Therapiebeginn) hatte sich mit einer deutlichen Verkleinerung der Lebermetastasen bereits ein Ansprechen gezeigt (Tabelle 3). Die zu Beginn der Therapie erhöhten Laborwerte (LDH, Gamma-GT, AP) hatten sich zu diesem Zeitpunkt normalisiert. Im CT nach einem Jahr waren noch zwei Metastasen erkennbar; nach 1,5 Jahren lag im CT eine bildgebend komplette Remission vor, so dass die Therapie pausiert wurde.
Im Oktober 2003 ließ sich erneut eine Lebermetastase nachweisen, so dass nochmals eine Therapie mit der gleichen Kombination (Cetuximab/Irinotecan/5-FU/Folinsäure) durchgeführt wurde. Hierunter wurde nach 3 Monaten erneut eine komplette Remission erreicht. Es wurde daraufhin von März bis zum November 2004 eine Erhaltungstherapie mit Cetuximab durchgeführt. Im Mai 2005 stellten sich erneut mehrere Lebermetastasen dar. Die Therapie mit Cetuximab/Irinotecan/5-FU/Folinsäure wurde nochmals eingesetzt. Darunter wurde eine Verkleinerung der Metastasen im Sinne einer minimal response erreicht. Die Therapie konnte dann nach einem geplanten Urlaub zunächst auf Grund einer Portinfektion nicht fortgesetzt werden.
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Die bereits zuvor mehrfach vorgeschlagene Resektion des Primärtumors und der Lebermetastasen lehnte unsere Patientin wiederholt ab.
Sie ist jedoch nach 4 Jahren und 3 Monaten nach Diagnosestellung und noch unter der ersten Therapielinie weiterhin arbeitsfähig

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