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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

09. November 2018
Seite 4/4

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Ausblick und Fazit für die Praxis

Das fertilitätserhaltende Vorgehen sowohl beim frühen Zervix- als auch beim Endometriumkarzinom bietet für junge Frauen mit Kinderwunsch und prognostisch günstiger Tumorbiologie nach sorgfältiger Selektion der Patientinnen eine onkologisch sichere und praktikable Therapiemöglichkeit.

Durch den Einsatz hochdosierter Progesteron-haltiger Präparate in der Behandlung des Endometriumkarzinoms konnten bereits vielversprechende Ergebnisse erzielt werden.

Durch die ergänzende Untersuchung der L1-CAM-Expression des Tumorgewebes als prognostischer Marker könnte in Zukunft, im Sinne einer individualisierten Gynäkoonkologie, eine patientenspezifische Risikostratifizierung und damit eine individualisierte Therapieplanung erleichtert und weiter verbessert werden. Gleiches gilt für das Zervixkarzinom, bei dem es insbesondere auf die genaue Bestimmung des Tumorstadiums und die dann entsprechende organerhaltende operative Maßnahme ankommt. Von erfahrenen Experten im gynäko-onkologischen Zentrum mit Reproduktionsmedizin durchgeführt, ergeben sich vielversprechende Ergebnisse bzgl. Schwangerschaftseintritt und v.a. Schwangerschaftserhalt. In diesem Zusammenhang verspricht die Large Conisation möglicherweise Vorteile gegenüber der klassischen radikalen Trachelektomie.

Aufgrund der guten Prognose beider Tumorentitäten im Frühstadium und einer Familienplanung, die sich zunehmend auf spätere Lebensjahre verlagert, werden die Möglichkeiten eines fertilitätserhaltenden Vorgehens in den kommenden Jahren zunehmend in den Patientinnenfokus rücken.

Bei geeigneter Patientinnenauswahl ist nach einer entsprechenden risiko-adaptierten Beratung bei guter Compliance der Patientin eine fertilitätserhaltende Behandlung des frühen Zervix- und Endometriumkarzinoms in einem spezialisierten gynäko-onkologischen Zentrum im Sinne eines individualisierten Vorgehens möglich.


Es besteht kein Interessenkonflikt.


 
Jürgen Andress Dr. med. Jürgen Andress
MHBA

Universitätsfrauenklinik
Calwerstraße 7
72076 Tübingen

Tel.: 07071/2964125
E-Mail: juergen.andress@med.uni-tuebingen.de





 
ABSTRACT

S. Steinmacher, S. Y. Brucker, S. Kommoss, B. Krämer, J. Andress, Universitätsfrauenklinik Tübingen.
 

Endometrial and cervical cancer are rated among the most common gynecologic cancers. Endometrial cancer typically occurs in postmenopausal women, whereas cervical cancer is more often diagnosed in younger, premenopausal patients. As risk factors like obesity and diabetes, that may favor the occurrence of endometrial cancer, have increased over time, nowadays this entity is also more frequently seen even in younger, premenopausal patients. Hence, in this patient group of reproductive age, conservative fertility preserving treatment options are preferred as the patient often still is seeking parenthood. In order to provide sufficient therapeutic safety for patients with endometrial cancer, only women with stage I endometrial carcinoma without myometrial invasion and well-differentiated tumor cells can be eligible. The conservative management of the early endometrial cancer consists of high dosage progestational agents provided as oral application or as IUD. Additionally, hysteroscopic resection of the tumor can be performed. In cervical cancer fertility sparing therapy can be offered to patients with early stage cancer less than 2 cm and without the existence of risk factors such as vessel invasion or lymph node metastasis by performing a large conization or vaginal trachelectomy and simultaneous laparoscopic pelvic lymphadenectomy. Indispensable requirements in order to perform conservative management for both entities include regular and stringent follow up as well as good patient compliance. Nevertheless, hysterectomy should be performed after completion of family planning in both patient groups.
 

Keywords: Endometrial cancer, cervical cancer, fertility preserving treatment
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