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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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08. Juli 2011

Temsirolimus – Standard bei Hochrisikopatienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC)

Der mTOR-Inhibitor Temsirolimus (Torisel®) ist bislang die einzige zielgerichtete Substanz, die bei Hochrisikopatienten mit mRCC zu einem signifikanten Überlebensvorteil führte [1]. Die Studiendaten zeigen auch, dass Temsirolimus gut verträglich war, was sich gegenüber Interferon-alpha (IFN-a) in einer höheren Lebensqualität ausdrückte. Die aktualisierten Guidelines der „European Association of Urology“ (EAU) empfehlen Temsirolimus für die First-line-Behandlung von Patienten mit hohem Progressionsrisiko. Das spiegelt sich im Praxisalltag wider: Inzwischen ist Temsirolimus in der Erstlinientherapie das am häufigsten eingesetzte Medikament bei mRCC-Hochrisikopatienten [2].
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Etwa jeder 5. Patient mit mRCC zählt nach den Motzer-Kriterien zur Hochrisikogruppe mit einer ungünstigen Prognose, für die unter einer IFN-a-Therapie eine mittlere Überlebenszeit von nur knapp 5 Monaten berechnet wurde [3]. Häufig handelt es sich um Patienten in schlechtem Allgemeinzustand, die noch zahlreiche Komorbiditäten aufweisen und zumeist nicht an klinischen Studien teilnehmen können.

Temsirolimus ist bislang die einzige zielgerichtete Substanz, die bei diesem Patientenkollektiv zu einem signifikanten Überlebensvorteil führte und sich gleichzeitig durch eine gute Verträglichkeit auszeichnet. In der Zulassungsstudie ARCC [1] lebten Patienten mit einem hohen Progressionsrisiko unter Temsirolimus im Vergleich zu IFN-a um mehr als 3 Monate länger (10,9 vs. 7,3 Monate; p<0,008) (Abb. 1). Zudem traten Nebenwirkungen vom Schweregrad 3 und 4 signifikant seltener auf als im Kontrollarm (p=0,02). Überwiegend waren die therapiebedingten unerwünschten Ereignisse von Grad 1 und 2. Sie betrafen häufig den Stoffwechsel (z.B. Cholesterin-Anstieg, erhöhte Leberwerte) und waren meist gut kontrollierbar.

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Abb. 1: Überlebensvorteil unter Temsirolimus bei Hochrisikopatienten mit mRCC [1].

Die gute Effektivität und Sicherheit des mTOR-Inhibitors zeigte sich auch unter klinischen Alltagsbedingungen mit einem progressionsfreien Überleben von 4,7 Monaten und einem Gesamtüberleben von 14,3 Monaten (Registerstudie STAR-TOR) [5]. Nach den Daten des Tumorregisters „Fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom“ ist Temsirolimus die am häufigsten eingesetzte Erstlinientherapie bei mRCC-Hochrisikopatienten [2]. Dieses Register lieferte erstmalig in Deutschland auf breiter Basis Informationen zur Behandlungsrealität von Patienten mit Nierenzellkarzinom. In den „Diagnose- und Behandlungsleitlinien der European Association of Urology“ (EAU) wird Temsirolimus für die Erstlinientherapie bei Hochrisikopatienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom empfohlen. Die Leitlinien des National Comprehensive Cancer Network (NCCN) empfehlen den mTOR-Inhibitor zusätzlich noch bei Patienten mit nichtklarzelligem RCC [7, 8].

Temsirolimus verbessert Lebensqualität

Besonders bei Hochrisikopatienten besteht neben dem Gesamtüberleben das wichtigste Therapieziel in der Erhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität. Unter Berücksichtigung der Parameter „Zeit mit ernsthaften Toxizitäten“ (TOX), „Zeit mit Progression“ (PROG) und „Zeit ohne Symptome und Toxizität“ (TWiST) sowie mit Hilfe validierter qualitätsbezogener Patientenfragebögen (EQ-5D) wurde dieses Therapieziel in der Zulassungsstudie ARCC gemessen. Die qualitätsbereinigte Zeit ohne Symptome und Toxizität erwies sich unter Temsirolimus mit 7,0 Monaten um 25% statistisch signifikant länger als unter IFN-a (5,6 Monate; p=0,0015) [4]. Gemäß dieser Q-TWiST-Analyse zeigte der mTOR-Inhibitor eine objektive Effektivität und Tolerierbarkeit beim mRCC.

Temsirolimus wird einmal wöchentlich intravenös appliziert, was insbesondere bei Patienten mit hohem Progressionsrisiko verschiedene Vorteile haben kann. Denn dies führt zu einem intensiven Arzt-Patienten-Kontakt, der sich in der Regel positiv auf die Compliance auswirkt und ein zeitnahes Reagieren auf eventuell auftretende Nebenwirkungen erlaubt. Die hohe Effektivität von Temsirolimus, kombiniert mit der guten Verträglichkeit und den Vorteilen der i.v.-Applikation, ermöglicht somit eine differenzierte Therapie von mRCC-Hochrisikopatienten.

Ausblick: Temsirolimus beim mRCC

Der vielversprechende Wirkmechanismus von Temsirolimus wird aktuell in weiteren Studien untersucht: Eine Phase-III-Studie (NCT00474786) prüft die Wirksamkeit von Temsirolimus im Vergleich zu Sorafenib als Zweitlinientherapie nach Sunitinib. Gegenstand einer weiteren Phase-III-Studie (NCT00631371) ist der Vergleich von Bevacizumab plus Temsirolimus mit Bevacizumab plus IFN-a, um die Effektivität einer simultanen Hemmung über zwei verschiedene Ansatzpunkte zu evaluieren. In einer Phase-II-Studie (NCT 00979966) wird die Wirksamkeit von Temsirolimus bei nichtklarzelliger Histologie im Vergleich zu Sunitinib prospektiv untersucht.

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1. Hudes G, et al. N Engl J Med 2007; 356:2271-2281
2. Müller L. DGU 2010; V19
3. Motzer RJ, et al. Journal of Clin Oncol 2002; 20(1):289-296
4. Zbrosek AS, et al. Pharmacogenomics 2010; 28(7):577-584
5. Pelz H et al. DGHO 2010; abstr. P205
6. Ljungberg B et al. Eur Urol. 2010 Sep;58(3):398-406
7. NCCN Guidelines Kidney Cancer Version 2.2011(http://www.nccn.org/professionals/physician_gls/f_guidelines.asp)

Mit freundlicher Unterstützung der Pfizer Pharma GmbH, Berlin
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