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31. Juli 2015

CML: Besseres Monitoring – Guidelines befolgen, damit alle Patienten profitieren

20th Congress of European Hematology

„Durch die Behandlung mit Tyrosinkinase-Inhibitoren haben die meisten CML-Patienten heute eine fast normale Lebenserwartung und versterben letztlich an Komorbiditäten. 60% brauchen eine kontinuierliche Behandlung, 20% können Treatment-free-Remission-Kriterien erreichen“, sagte Paul de la Rosée, Jena. Das Monitoring-Management hinke jedoch hinterher, so Gianantonio Rosti, Bologna, Italien: es werde viel zu wenig getestet, ob nach 3 Monaten ein molekulares Ansprechen erreicht wird.

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„Das EUTOS-Register 2015 zeigt, dass 40,8% der CML-Patienten symptomfrei sind – dies also auch unter Therapie bleiben müssen“, so la Rosée. 59,1% haben leukämiebedingte Symptome, 55,4% haben Komorbiditäten wie koronare Herzkrankheit oder Diabetes, das Krankheitsmanagement hat also den größten Stellenwert. Ärzte unterschätzen häufiger die Symptomlast ihrer CML-Patienten bzw. überschätzen deren Allgemeinzustand. Die aktuell laufende LEONIDAS-Studie (NCT 02164903) widmet sich daher der Erhebung von Lebensqualitäts-Parametern unter Imatinib vs. Dasatinib.

Das molekulare Ansprechen 3 Monate nach Therapiebeginn ist für das Outcome ein wesentlicher Faktor, da sind sich die ELN- sowie NCCN-Guidelines einig, sagte Rosti. Ob nach 3 Monaten Tyrosinkinase-Inhibitor(TKI)-Therapie ein molekulares Ansprechen (BCR-ABL < 10%) vorliegt, werde jedoch weder in den USA noch in Europa ausreichend überprüft, kritisierte er. Ein tiefes molekulares Ansprechen zu diesem frühen Zeitpunkt bedeutet ein höheres progressionsfreies sowie längeres transformationsfreies (TFS) und Langzeitüberleben, wie die 5-Jahres-Daten des DASISION-Studie (1) gezeigt haben. Es gebe Low-Responder, die erst nach 6 Monaten BCR-ABL-Werte < 10% erreichen und dennoch genausogut überleben wie diejenigen, die dieses Ergebnis nach 3 Monaten erzielt haben, in Abhängigkeit vom BCR-ABL-Abfall ab Baseline (2). Daher sei es auch im Hinblick auf diese Patienten wichtig, zu diesem Zeitpunkt keine unnötigen Therapieunterbrechungen oder Dosisreduzierungen durchzuführen.

Anhand des Zweitgenerations-TKI Dasatinib zeigt sich, dass eine Pharmakologie mit höherer Effizienz die Etablierung eines anderen Therapieschemas mit Therapiepausen ermöglichen könnte, womit auch die Langzeittoxizität weiter gesenkt wird: dasaHIT (DASAtinib Holiday for Increased Tolerance) evaluiert das 5+2-Schema (5 Tage Therapie und 2 Tage Therapiepause) vs. kontinuierliche Therapie für gleiche Wirksamkeit bei geringeren Nebenwirkungen. Die Rekrutierung soll noch in diesem Jahr beginnen.

Auch der Patient müsse sich der Wichtigkeit des molekularen Ansprechens bewusst sein und seine Testergebnisse kennen. Dafür gebe es hier mittlerweile digitale Tools (z.B. „What is my PCR“), welche die Adhärenz erleichtern und den Patienten mit seiner Krankheit unterstützen sollen, auch im Umgang mit unerwünschten Wirkungen unter Therapie. Für Dasatinib wurde kein höheres Inzidenzrisiko gegenüber der Normalbevölkerung für kardiovaskuläre Ereignisse festgestellt, es traten in Studien jedoch 5% pulmonale arterielle Hypertonien auf vs. 1% unter Imatinib. Unter Nilotinib steigen die Cholesterinwerte an, die Inzidenz für renale Dysfuntion ist unter Imatinib am höchsten. Die Krankheit und der Patient ließen sich nicht ändern, wohl aber das Krankheits-Management: eine gute initiale Therapie in der adäquaten Dosis angepasst auf den Umgang mit unerwünschten Wirkungen und eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Kommunikation müsse gewährleistet sein. „Meine Patienten haben meine E-Mail-Adresse – und sie mailen mir oft“, sagte Jorge Cortes, Houston, Texas, USA.

(ab)
Satellitensymposium „The CML Journey: Long-term survival necessitates patient centricity“, 12.06.2015, Wien; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb
Literatur:

(1) Shah N et al. Blood 2014: 123(15) 2317-2324.
(2) Branford S et al. Blood 2014: 124(4):511-518.

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