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11. Februar 2020

Was schwere Erkrankungen für Pflegende bedeuten

Was schwere Erkrankungen für Pflegende bedeuten
© Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com
Um die Qualität der onkologischen Versorgung für Betroffene hoch zu halten und sich fachlich und persönlich auszutauschen, treffen sich Pflegekräfte aus ganz Bayern im Universitätsklinikum Regensburg (UKR) zum 3. Regensburger onkologischen Pflegefachkongress.
Mit der Diagnose Krebs beginnt eine schwere Lebensphase für den Betroffenen, seine Familie und Freunde. An Stelle des gewohnten Alltags treten lange Krankenhausaufenthalte und anstrengende Therapien. Die gute Nachricht: die moderne Medizin hat vor allem auf dem Gebiet der Krebstherapie in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Die Behandlungsmethoden werden immer komplexer und können vor allem dank der immuntherapeutischen Forschung immer genauer auf den einzelnen Patienten und seine spezifische Erkrankung abgestimmt werden. Für die Patienten bedeuten die verbesserten Therapieangebote eine höhere Genesungschance. Für Pflegende bringen die immer komplexeren und teilweise hochtechnisierten Behandlungsformen ein stetiges Lernen und veränderte Abläufe in der täglichen Versorgungspraxis mit sich. „Es ändern sich beispielsweise die Nebenwirkungsprofile der Therapien. Wir müssen genau verstehen, wie eine Behandlung abläuft, um mögliche Komplikationen umgehend zu erkennen und adäquat darauf reagieren zu können“, führt Peggy Bäz, Pflegedienstleitung am Universitätsklinikum Regensburg, aus. Die neuesten Therapieentwicklungen wie beispielsweise die rekonstruktiven Möglichkeiten in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder die Auswirkungen von Metastasen auf die Behandlung nehmen daher einen wichtigen Teil des Programms des 3. Regensburger onkologischen Pflegefachkongresses ein. 

Doch nicht nur die sich verändernden Therapien bringen pflegerische Herausforderungen mit sich, auch der emotionale Aspekt ist nicht außer Acht zu lassen. Dass eine Krebserkrankung für Betroffene und Angehörige eine emotionale Ausnahmesituation bedeutet, ist für jeden nachzuvollziehen. Doch wie stellt sich diese Situation eigentlich für diejenigen dar, die die medizinisch-pflegerische Versorgung übernehmen? „Die Schicksale unserer Patienten und ihrer Familien lassen uns natürlich nicht unberührt. Umso wichtiger ist es, dass wir gut auf uns achten und in belastenden Situationen die Fähigkeit besitzen, physisch, psychisch, sozial und spirituell für uns zu sorgen“, erläutert Margarete Reiter, die als stv. Pflegedirektorin des Caritas-Krankenhauses St. Josef innerhalb des hausübergreifenden University Cancer Center Regensburg (UCC-R) eng mit der Pflege am UKR zusammenarbeitet. Die Frage danach, wie sich Pflegende vor diesem emotionalen Stress schützen können, nimmt daher einen weiteren wichtigen Teil des Pflegefachkongresses ein. 

Daneben geht der Kongress auch noch auf viele andere Themen ein, die die onkologische Pflege betreffen. So geht es unter anderem darum, wie die Pflegenden Patienten dabei unterstützen können, wenn sich deren Körperbild während der Therapie verändert. Außerdem stellt die am UKR arbeitende Lebensqualitätslotsin vor, wie man sich trotz Krebserkrankung eine möglichst hohe Lebensqualität erhalten kann.

Gemeinsam gegen Krebs

Der Regensburger onkologische Pflegefachkongress findet in regelmäßigen Abständen, veranstaltet vom UCC-R statt. Das University Cancer Center Regensburg ist das hausübergreifende onkologische Zentrum des Universitätsklinikums Regensburg und des Caritas-Krankenhauses St. Josef. Innerhalb des UCC-R können alle Formen von Krebs behandelt werden. Das UCC-R ist zugleich Teil des übergreifenden Comprehensive Cancer Center Ostbayern (CCCO). Diese im Juli 2016 von UKR und Caritas-Krankenhaus St. Josef Regensburg gegründete medizinische Einrichtung vereint klinische Therapie, aktiven medizinischen Fortschritt und ein regionales Versorgungsnetzwerk für eine heimatnahe, ganzheitliche Behandlung. Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist der regelmäßig alle 2 Jahre stattfindende Regensburger Onkologische Pflegefachkongress, der in einer hausübergreifenden Arbeitsgruppe für Pflegequalitätsentwicklung und Bildungsarbeit entwickelt wurde und die Qualität in der pflegerischen Versorgung onkologischer Patienten hoch halten soll.

idw


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