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Medizin

27. Februar 2014 Zum Tag der seltenen Erkrankungen: SOMscan zur Diagnostik neuroendokriner Tumoren erhält Kleinindikationsstatus

"Gemeinsam für eine bessere Versorgung" - unter diesem Motto findet am 28. Februar der Internationale Tag der seltenen Erkrankungen, der "Rare Disease Day" statt. Eckert & Ziegler investiert über seine Beteiligung am pharmazeutischen Entwicklungsunternehmen OctreoPharm Sciences GmbH ebenfalls in ein Medikament für seltene Krankheiten. Es handelt sich dabei um ein Peptid (SOMscan®) zum Aufspüren neuroendokriner Tumore, das die Europäische Arzneimittelbehörde EMA jüngst mit dem begehrten, weil auch wirtschaftlich vorteilhaften Kleinindikationsstatus ausgezeichnet hat.

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Neuroendokrine Tumore (NET) zählen mit einer Häufigkeit von zwei bis fünf Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner zu den seltenen Erkrankungen. NET treten zum überwiegenden Teil im Magen-Darm-Trakt und in der Bauchspeicheldrüse auf. Sie heißen neuroendokrin, weil ihre Zellen denen normaler, endokriner Drüsen wie etwa den insulinbildenden Zellen in Bauchspeicheldrüse ähneln. NET wachsen überwiegend langsam, können aber sehr früh streuen (metastasieren). Ein Großteil der Betroffenen hat bereits bei der Erstdiagnose Metastasen (am häufigsten in der Leber), weshalb eine Heilung durch Operationen oft nicht mehr möglich ist.

"Wir hoffen, mit dem neuen Arzneimittel den Patienten bald eine Diagnosemethode verfügbar zu machen, mit der neuroendokrine Tumore schon im Frühstadium erkannt werden können", erklärt Karolin Riehle, Pressesprecherin der Eckert & Ziegler AG. Abhängig von dem daran gekoppelten Radionuklid kann das Peptid sowohl für die Diagnose (Gallium-68), als auch für die Therapie (mit Yttrium-90 markiert) von Tumoren eingesetzt werden. "Die ersten klinischen Ergebnisse sind so vielversprechend, dass wir schon sehr bald mit den notwendigen europäischen Zulassungsstudien beginnen können", ergänzt Dr. Hakim Bouterfa, Geschäftsführer der OctreoPharm Sciences GmbH.

"Es besteht ein großes Potential, diese seltenen Erkrankungen früher zu erkennen, besser zu behandeln und damit die Lebensqualität deutlich zu steigern. Die Empfindlichkeit der Diagnostik als auch der Therapieerfolg hängen wesentlich davon ab, wie hoch die Wirkstoffanreicherung am Tumor ausfällt. Hier scheint SOMscan® ein vielversprechender Entwicklungskandidat zu sein", sagt Prof. Dr. med. Richard P. Baum, Chefarzt an der Zentralklinik Bad Berka. Die Klinik (ENETS Center of Excellence) zählt zu den führenden Zentren in Europa und weltweit für die Diagnostik und Behandlung neuroendokriner Tumore. Die Radiorezeptortherapie, eine spezielle molekulartherapeutische Behandlungsform, ist in der Lage, den Tumor selektiv zu bekämpfen, da die Betastrahlung nahezu ausschließlich die erkrankten Zellen und nicht das gesunde Gewebe trifft. Erfolgversprechend sind diese Radiopeptide bei Patienten, deren Tumore eine bestimmte Art von Rezeptoren (dies sind Haftstellen, die wie kleine Magnete auf der Tumorzelloberfläche sitzen) aufweisen. Die radionuklidmarkierten Peptide werden in die Blutbahn injiziert und lagern sich dann spezifisch an den Tumorzellen an und zerstören diese durch die Betastrahlung.

Von dieser Behandlung profitierte auch Heike H., die bereits 2001 an einem neuroendokrinen Tumor erkrankte und sich in den Folgejahren wiederholt verschiedenen Operationen unterziehen musste. In den Jahren 2008 und 2009 erhielt sie in der Zentralklinik Bad Berka eine erste und zweite Radiorezeptortherapie, die das Krebswachstum über mehrere Jahre zum Stillstand brachte. Die Therapie war bis heute so erfolgreich, dass Heike H. schwanger werden und ein gesundes Kind zur Welt bringen konnte.

Quelle: Octreopharm, Eckert & Ziegler


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