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Medizin
14. Februar 2017

Telomerase: ein neues Target in der Therapie myeloischer Erkrankungen?

Bei jeder Zellteilung schrumpfen die Telomere an den Enden der Chromosomen. Das Enzym Telomerase hält dagegen und verlängert sie wieder. Bislang wurde dies vor allem mit der Zellalterung in Verbindung gebracht: Sind die Telomere vollständig aufgebraucht, stirbt die Zelle. Doch auch Tumorzellen können eine erhöhte Telomerase-Aktivität aufweisen. Erste Untersuchungen am Menschen lassen hoffen, dass die Inhibition der Telomerase mit beispielsweise Imetelstat ein neues Target in der Krebstherapie darstellen könnte.
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Von normalen proliferierenden hämatopoietischen Vorläuferzellen ist bekannt, dass ihre Telomerase-Aktivität hochreguliert ist, um eine kontrollierte Proliferation zu unterstützen. Sobald sie reifen und ausdifferenzieren, geht die Aktivität des Enzyms zurück. Anders bei malignen hämatopoietischen Vorläuferzellen: Sie weisen eine kontinuierlich hohe Telomerase-Aktivität auf, die eine andauernde unkontrollierte Proliferation erlaubt.

Nach diesem Mechanismus sollte es durch eine medikamentöse Inhibition der Telomerase möglich sein, den Tumorzellen quasi eine der Grundlagen für ihre ungehemmte Teilung zu entziehen. Dass dies prinzipiell funktionieren kann, wurde auf der letzten Jahrestagung der American Society of Hematology für den Telomerase-Inhibitor Imetelstat vorgestellt, wie Dr. Judith Neukirchen, Düsseldorf, auf einem Post-ASH-Presseworkshop des Unternehmens Janssen erläuterte: Zum einen hatte Imetelstat in einer Pilotstudie bei Patienten mit Essentieller Thrombocythämie, die auf die üblichen Therapien nicht ansprachen oder sie nicht vertrugen, einen signifikanten Effekt auf die Krankheitslast (1). Zum anderen stimmten die Ergebnisse einer monozentrischen Open-label-Phase-II-Studie (2) mit 33 überwiegend vorbehandelten Patienten mit Myelofibrose vorsichtig optimistisch: Sieben von ihnen zeigten ein Therapieansprechen, vier davon ein vollständiges – inklusive Reversion der Knochenmarkfibrose. Bei diesen Patienten betrug die mediane Dauer des Ansprechens 18 Monate. Die klinisch relevanteste Nebenwirkung war eine Myelosuppression, aufgrund derer bei zwei Drittel der Patienten die Dosis reduziert werden musste. Weitere Studien zu Imetelstat laufen derzeit an.

Dr. rer. nat. Anne Benckendorff

Quelle: Post-ASH-Presseworkshop „Aktuelles vom ASH zu neuen und bekannten Wirkstoffen von Janssen in der Hämatologie“, 7. Februar 2017 in Frankfurt am Main; Veranstalter: Janssen

Literatur:

Baerlocher GM, Burington B, Snyder DS.
N Engl J Med. 2015 Dec 24;373(26):2580. doi: 10.1056/NEJMc1512663.
Telomerase Inhibitor Imetelstat in Essential Thrombocythemia and Myelofibrosis.
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc1512663

Tefferi A, Lasho TL, Begna KH et al.
A Pilot Study of the Telomerase Inhibitor Imetelstat for Myelofibrosis
N Engl J Med 2015; 373:908-919September 3, 2015. doi: 10.1056/NEJMoa1310523
http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1310523


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