Freitag, 27. November 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Myelofibrose
Myelofibrose
 
Medizin

05. September 2018 Takotsubo-Syndrom: Krebs verschlechtert die Herz-Kreislauf-Prognose

Patienten mit gebrochenem Herzen („Broken Heart Syndrom“) haben ein doppelt so hohes Risiko, innerhalb von drei Jahren an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu versterben oder erneut in ein Krankenhaus zu müssen, wenn sie aktuell oder zuvor an Krebs erkrankten, als wenn das nicht der Fall ist. Patienten mit einem Broken Heart Syndrom und Krebs brauchen deshalb strikte medizinische Überwachung, so Forscher aus Deutschland und Italien auf dem Europäischen Kardiologiekongress in München.
Anzeige:
Darzalex
 
„Patienten mit einem Broken Heart Syndrom und Krebs brauchen deshalb strikte medizinische Überwachung“, sagt Dr. Francesco Santoro (Hamburg). Die Studiengruppe mit Forschern aus Italien und Deutschland hatte in einer Metaanalyse drei Studien mit 554 Patienten untersucht, die wegen eines gebrochenen Herzens in ein Krankenhaus aufgenommen wurden, jeder fünfte hatte aktuell oder zuvor eine Krebserkrankung. Das Risiko für ein lebensbedrohliches Herz-Kreislauf-Event, für eine Wiedereinweisung in ein Krankenhaus sowie die Sterblichkeit wegen eines Herz-Kreislauf-Problems innerhalb von drei Jahren war in der Gruppe mit akuter oder vorangegangener Krebserkrankung signifikant höher als in der Kontrollgruppe ohne Krebserkrankung. Das Risiko nach der Krankenhaus-Entlassung war in der Krebs-Gruppe doppelt so hoch wie in der Gruppe ohne Krebs. Die Studienautoren wollen nun die genauen Ursachen für diese Entwicklung untersuchen, gehen aber davon aus, dass diese Patienten von einer Standardbehandlung für Herzschwäche profitieren.

Das gebrochene Herz, auch als Broken Heart Syndrom oder Takotsubo-Syndrom bezeichnet, ist ein Typ von Herzschwäche, der plötzlich auftritt und nach Tagen oder Wochen wieder abklingt. Erhöhte Niveaus von Stresshormonen dürften dafür verantwortlich sein. Die Symptome ähneln jenen eines Herzinfarkts. Etwa 30% der Takotsubo-Syndrome werden durch emotionale Trigger wie Trauer, Ärger oder finanzielle Probleme ausgelöst, aber auch durch freudvolle Momente wie Geburtstage oder Hochzeiten. Bei etwa 40% der betroffenen Patienten gibt es körperliche Auslöser wie chirurgische Eingriffe, in 30% der Fälle ist der Auslöser unbekannt. Frühere Studien legten nahe, dass Krebs ein körperlicher Trigger sein könnte.

Quelle: Europäische Gesellschaft für Kardiologie

Literatur:

ESC-Abstract Nr. 87097; N. Tarantino et al: Takotsubo syndrome in patients with malignancies: a metanalysis


Anzeige:
Avastin MammaCA BC
Avastin MammaCA BC
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Takotsubo-Syndrom: Krebs verschlechtert die Herz-Kreislauf-Prognose"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab