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Medizin

10. Dezember 2020 mBC-Metaanalyse: Krankheitsverlauf mittels CTC-Messung 4 Wochen nach Beginn der Behandlung vorhersagbar

Die Messung von zirkulierenden Tumorzellen (CTCs) kann das Ansprechen auf die Behandlung und die Prognose bei Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs (mBC) vorhersagen. Die CTCs sind mit der Gesamtüberlebenszeit von Patientinnen mit mBC assoziiert, so das Ergebnis einer auf dem SABCS-Meeting präsentierten Metaanalyse. "Angesichts der wachsenden Zahl von Behandlungsoptionen, die Patientinnen mit mBC zur Verfügung stehen, wird die Fähigkeit, das Ansprechen auf eine Behandlung schnell vorherzusagen und zu überwachen, für die Therapieentscheidung  entscheidend sein", sagte Prof. Dr. Wolfgang Janni, Ulm.
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"Das Ansprechen auf eine Brustkrebsbehandlung wird normalerweise durch konventionelle Bildgebung überwacht, aber diese Methode benötigt je nach Subtyp ca. 3 Monate, bevor Veränderungen erkannt werden können", erklärte Janni. In dieser Studie wurde das Potenzial der CTCs, die vom Primärtumor in den Blutkreislauf abgegeben werden, evaluiert, ob sich das Gesamtüberleben (OS) vorhersagen lässt. Weltweit gepoolte Datensätze von Studien mit 4.079 Patientinnen mit mBC wurden analysiert, die per CellSearch-Test einer Erst- und Folgemessung der CTCs unterzogen wurden.

Die mediane Zeit von der Erstuntersuchung bis zur Nachuntersuchung betrug 29 Tage. Von den 2.961 Patienten, die zu Beginn der Behandlung CTC-positiv waren, blieben 1.855 nach Behandlungsbeginn CTC-positiv (=positiv/positiv), 1.106 Patienten waren CTC-negativ geworden (=positiv/negativ).
Von den 1.118 Patienten, die zu Beginn der Behandlung CTC-negativ waren, blieben 813 CTC-negativ (=negativ/negativ), während 305 Patienten CTC-positiv (=negativ/positiv) wurden.

Das mediane OS war bei den Patienten, die negativ/negativ (47 Monate) waren, am höchsten, gefolgt von positiv/negativ (32,2 Monate), negativ/positiv (29,67 Monate) und positiv/positiv (17,87 Monate). Im Vergleich zu Patienten, die negativ/negativ waren, war das Sterberisiko bei den positiv/positiven Patienten um 21,5% höher, bei den negativ/positiven um 74% und bei den positiv/negativen um 52%. Bei Patienten, die zu Beginn der Studie CTC-positiv waren, hatten diejenigen, die bei der Nachuntersuchung CTC-positiv blieben, ein 51% höheres Sterberisiko als diejenigen, die CTC-negativ wurden.

Ähnliche Tendenzen wurden bei der Analyse der CTCs in verschiedenen Brustkrebs-Subtypen gesehen, u.a.bei Hormonrezeptor-positivem, HER2-positivem und triple-negativem BC. Diese Daten deuten darauf hin, dass die CTC-Messung den Krankheitsverlauf etwas mehr als 4 Wochen nach Beginn der Behandlung vorhersagen kann", sagte Janni. "Dies bietet einen Vorteil gegenüber konventionellen bildgebenden Verfahren und kann den Ärzten helfen, sehr früh zu entscheiden, ob eine Behandlung fortgesetzt werden sollte. Es ist auch sehr beruhigend, dass die CTC-Dynamik die Ergebnisse für alle Brustkrebs-Subtypen vorhersagte".

Limitierung: Daten fehlen

Die Limitierung der Studie besteht darin, dass Informationen über die Art der Therapie vieler Patientinnen nicht verfügbar waren. "Eine Stärke unserer Studie ist, dass wir individuelle Patientendaten aus der ganzen Welt haben, aber das ist auch eine Einschränkung, weil verschiedene Quellen unterschiedlich detaillierte Angaben zur Behandlung lieferten", erklärte Janni. Das Fehlen dieser Daten verhinderte die Bestimmung, ob der prädiktive Wert der CTC-Dynamik je nach Behandlung variiert.
(übers. v. ab)

Quelle: SABCS 2020

Literatur:

SABCS 2020, abstract GS4-08


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