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Medizin
29. Juli 2020
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Malignes Melanom: PD-1-Antikörper effektiv in Erstlinie und als adjuvante Therapie

Sowohl in der Erstlinientherapie als auch für die adjuvante Behandlung ist die Anti-PD-1(„programmed cell death protein 1“)-Therapie eine effektive Option beim fortgeschrittenen Melanom. Nun liegen vielversprechende Follow-up-Daten zum PD-1-Antikörper Pembrolizumab in beiden Therapiesituationen vor.  
In den aktuellen europäischen Leitlinien der EADO/EORTC/EDF (1) und der ESMO (2) wird die Immuntherapie mit Checkpointinhibitoren für die Erstlinientherapie des metastasierten malignen Melanoms empfohlen, entweder als Monotherapie mit einem PD-1-Antikörper wie Pembrolizumab (Keytruda®) oder kombiniert mit dem CTLA4(„cytotoxic T-lymphocyte-associated Protein 4“)-Antikörper Ipilimumab. Auch in der adjuvanten Situation des Melanoms im Stadium III und im resektierten Stadium IV ist die Gabe eines PD-1-Antikörpers neben der gezielten Therapie mittlerweile Standard. Die Effektivität von Pembrolizumab bestätigte sich nun in Langzeitanalysen.

Pembrolizumab vs. Ipilimumab überlegen

So zeigte sich laut Prof. Dr. Caroline Robert, Gustave Roussy und Paris-Sud-Paris-Saclay Universität, Villejuif, Frankreich, für Patienten mit einem metastasierten Melanom in der Phase-III-Studie Keynote 006 (3) 5 Jahre nach der ersten Dosis Pembrolizumab (n=556) ein Vorteil im Gesamtüberleben (OS) gegenüber Ipilimumab (n=278): Die 5-Jahres-OS-Rate lag bei 39,7 versus 31% (HR=0,74; 95%-KI 0,61-0,89) (4). Für die 368 Patienten, die Pembrolizumab in der Erstlinie statt nach gezielter Therapie erhielten, erhöhte sich die 5-Jahres-OS-Rate auf 43,3%, sagte Robert. Nach 2 Jahren wurde die Therapie abgesetzt. Trotz des Therapiestopps blieben alle 30 Patienten mit einer Komplettremission am Leben, 63 (94,8%) mit partieller Remission und 10 (66,7%) mit stabiler Erkrankung, erklärte Robert. Es gebe also einige Patienten mit einem langfristigen Ansprechen, wir wüssten aber immer noch nicht, welche Patientengruppen profitieren, erklärte sie.

Verbessertes rückfallfreies Überleben auch nach 3 Jahren

Die ersten Daten der Phase-III-Studie EORTC 1325/KEYNOTE-54 mit 1.019 Patienten führten zur Zulassung von Pembrolizumab in der adjuvanten Therapie beim resektierten Hochrisikomelanom im Stadium III. Im 3-Jahres-Update zeigte sich ein klinisch relevanter Vorteil von 19,6% im rückfallfreien Überleben nach adjuvantem Pembrolizumab gegenüber Placebo (63,7 vs. 44,1%, HR=0,56; 95%-KI 0,47-0,68; p<0,001), wie Prof. Dr. med. Alexander van Akkoi, Netherlands Cancer Institute, Amsterdam, Niederlande, erläuterte. Dieser Vorteil fand sich auch für Melanome mit BRAF-V600-E/K-Mutation und sei somit ebenso für diese Patienten eine Option, so Akkoi. Die Inzidenz für Fernmetastasen als erstes Rezidiv betrug 22,3% in der Pembrolizumab-Gruppe versus 37,3% unter Placebo (HR=0,55; 95%-KI 0,44-0,69; p<0,001). Das sei ein großer Vorteil, denn Fernmetastasen verursachten letztendlich den Tod der Patienten, sagte Akkoi. Möglicherweise würden auch Patienten im Stadium IIB oder IIC von adjuvantem Pembrolizumab profitieren, hoffte Akkoi, was jetzt in der Keynote-716-Studie (NCT035553836) gegenüber Placebo getestet werde.

Sabrina Kempe

Quelle: Virtuelles wissenschaftliches Satellitensymposium „MSD Immuno-Oncology – Redefining survival expectations: Latest advances in the treatment of melanoma“ im Rahmen des 10th European Post-Chicago Melanoma/Skin Cancer Meeting, 10.07.2020; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Garbe C et al. Eur J Cancer 2020; 126: 159-177
(2) Michielin O et al. Ann Oncol 2020; 30: 1884-1901
(3) Long GV et al. J Clin Oncol. 2020; 38 (suppl): Abstr 10013
(4) Eggermont A et al. J Clin Oncol. 2020; 38 (suppl): Abstr 10000


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