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Medizin

09. Mai 2018
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Früherkennung bei Lungenkrebs: Screening, aber richtig

Mit einer radiologischen Screening-Untersuchung mittels Computertomographie (CT) lassen sich Personen mit Lungenkrebs in vielen Fällen frühzeitig erkennen. Die Sterblichkeit an dieser noch immer meist tödlichen Erkrankung wird deutlich verringert. Entscheidend für den Erfolg eines Screening-Programms sind die richtige Auswahl der Patienten, eine Einbettung in ein breiteres Präventionskonzept, die Etablierung strenger Kriterien für die Verdachtsdiagnose und hohe Qualitätsstandards bei der technischen und medizinischen Umsetzung.
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Krebsfrüherkennungsprogramme existieren im deutschen Gesundheitswesen unter anderem für den Brustkrebs, den Gebärmutterhalskrebs und den Darmkrebs. In den letzten Jahren hat sich mit dem Bronchialkarzinom eine weitere Krebserkrankung herauskristallisiert, bei der ein effektives Screening möglich ist. Dies geschieht mittels einer Low-Dose-CT-Untersuchung der Lunge. Dabei wird die Lunge dank bestimmter technischer Features moderner CT-Geräte wie der „iterativen Rekonstruktion“ mit nur etwa einem Fünftel der sonst für diagnostische CT-Aufnahmen der Lunge nötigen Dosis untersucht: Die mit einer Strahlenexposition assoziierten Risiken werden so minimiert.

CT-Screening kann Lungenkrebssterblichkeit um 20% senken

Die große, randomisierte National Lung Screening Trial-Studie (NLST) in den USA konnte zeigen, dass ein Low-Dose-CT-Screening effektiv sein kann: „In dieser Studie konnte die Sterblichkeit an Bronchialkarzinom bei Menschen, die mindestens 30 Jahre lang täglich mindestens eine Schachtel Zigaretten geraucht haben, durch die Screening-Untersuchung um ein Fünftel verringert werden. Auch die Gesamtsterblichkeit war geringer“, betont Professor Dr. Hans-Ulrich Kauczor von der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Auf Basis der NLST-Studie wurde in den USA mittlerweile ein offizielles Screening-Programm etabliert, bei dem sich langjährige Raucher vom 55. bis zum 80. Lebensjahr einer Screening-CT-Untersuchung unterziehen können. Kauczor, der beim 99. Deutschen Röntgenkongress einen Überblick über das Thema gibt, ist Vorsitzender einer neu gegründeten Vorstandskommission der Deutschen Röntgengesellschaft zum Lungenkrebs-Screening. Ihr Ziel ist es, in enger Abstimmung mit anderen Fachgesellschaften, dem Bundesamt für Strahlenschutz, dem Gemeinsamem Bundesausschuss, Krankenkassen und politischen Parteien die Einführung eines Screening-Programms auch für das deutsche Gesundheitswesen vorzubereiten.

Erleichtert wird dies durch das auf eine EU-Gesetzgebung zurückgehende neue deutsche Strahlenschutzgesetz, das Röntgenuntersuchungen künftig unter bestimmten Umständen auch bei gesunden Menschen ermöglicht. Bisher gibt es das lediglich bei der Brustkrebs-Früherkennung auf Basis einer einmaligen Ausnahmegenehmigung.
 
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