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Medizin

23. Oktober 2019 Fortgeschrittenes hepatozelluläres Leberzellkarzinom: Cabozantinib vs. Regorafenib in der Zweitlinienbehandlung

Auf dem ESMO 2019 wurden  Ergebnisse eines indirekten Vergleichs (MAIC, matching-adjusted indirect comparison) von Cabozantinib mit Regorafenib bei der Zweitlinienbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Leberzellkarzinom (HCC) vorgestellt. Es zeigte sich, dass Cabozantinib zu einer signifikanten Verlängerung von progressionsfreiem (PFS) und Gesamtüberleben (OS) führt.
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Das HCC ist der häufigste maligne, meist solitär auftretende Tumor der Leber, der sich meist auf Grundlage einer Leberzirrhose oder chronischen Hepatitis entwickelt. Weltweit ist das HCC die sechsthäufigste maligne Erkrankung, wobei die Inzidenz in den vergangenen Jahrzehnten global angestiegen ist. Die Prognose ist schlecht, die 5-Jahres-Überlebensraten liegen deutlich unter 20% (Frauen 11%, Männer 14%).

Analyse zeigt Überlegenheit von Cabozantinib

Entwicklungen in der systemischen Behandlung des HCC konnten das Spektrum wirksamer Substanzen  erweitern und die therapeutischen Perspektiven damit verbessern. Goldstandard der systemischen HCC-Therapie ist Sorafenib, das zu einer Verlängerung der Überlebenszeit und zu einer höheren Rate von Langzeitüberlebenden führte. Mit dem Multikinase-Inhibitor Cabozantinib steht seit November 2018 ein Arzneimittel zur Zweitlinientherapie von Patienten mit fortgeschrittenem und nicht resezierbarem HCC, die zuvor mit Sorafenib behandelt wurden, zur Verfügung. Die Zulassung erfolgte aufgrund der Daten der multizentrischen, placebokontrollierten, randomisierten Phase-III-Studie CELESTIAL, in der Cabozantinib gegenüber Placebo das mittlere PFS um 3,3 Monate (5,2 Monate v. 1,9 Monate; 95%-KI: 4,0-5,5; p<0,001) und das mediane OS um 2,2 Monate (10,2 vs. 8,0 Monate; 95%-KI: 9,1-12,0; p=0,005) signifikant verlängerte. Die MAIC-Analyse aus CELESTIAL und der Phase-III-Studie RESORCE ergab nun, dass Cabozantinib in der Zweitlinienbehandlung nach vorheriger Therapie mit Sorafenib im Vergleich zu Regorafenib das PFS mit zusätzlichen 2,4 Monaten signifikant verbesserte (5,6 vs. 3,2 Monate; 95%-KI: 4,90-7,25; p<0,05). Darüber hinaus zeigte sich bezüglich des mittleren OS unter Cabozantinib ein positiver Einfluss.

Fazit: Durch die Gabe von Cabozantinib können im Vergleich zu Regorafenib 2 zusätzliche Monate ohne Progress erzielt werden.
Cabozantinib ist auch zugelassen für die Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (RCC) bei nicht vorbehandelten Erwachsenen mit mittlerem und hohem Risiko und bei Erwachsenen nach vorangegangener zielgerichteter Therapie gegen VEGF (vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor).

Dr. Astrid Heinl

Quelle: Symposium „International multidisciplinary team approaches to HCC management”, ESMO 2019, 28.9.2019, Barcelona; Veranstalter: Ipsen


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