Dienstag, 1. Dezember 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Medical Cloud CAR T
 
Medizin

22. Januar 2018 Fortgeschrittenes FL: Früher Progress unter Obinutuzumab seltener als unter Rituximab

Die Immunchemotherapie ist der Goldstandard in der Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen Follikulären Lymphoms (FL). Bei der Frage, welcher Antikörper eingesetzt werden sollte, zeichnet sich eine Überlegenheit von Obinutuzumab (Gazayvaro®) über den bisherigen Standard Rituximab ab (1). Dies bestätigte jetzt eine neue Analyse der GALLIUM-Studie: Demnach erlitten unter Obinutuzumab nur halb so viele Patienten innerhalb der ersten 24 Monate nach Therapiebeginn einen Progress wie unter Rituximab.
Anzeige:
Zynteglos
Zynteglos
Ein früher Progress innerhalb von 2 Jahren geht mit einer schlechteren Prognose einher, wie Prof. Dr. Michael Herold, Erfurt, betonte. Dies ist durch mehrere aktuelle Veröffentlichungen belegt (2, 3, 4) und trifft auch auf die Patienten in der GALLIUM-Studie zu: 1.202 Patienten mit FL eine Induktionsbehandlung mit einer Chemotherapie und je zur Hälfte mit Rituximab und Obinutuzumab sowie im Anschluss eine Erhaltungstherapie mit dem jeweiligen Antikörper über bis zu 2 Jahren erhalten. Dabei hatte sich unter Obinutuzumab ein längeres progressionsfreies Überleben gezeigt als unter dem bisherigen Therapiestandard Rituximab, allerdings bei mehr schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen (1). Wie eine aktuelle explorative Analyse der Studiendaten nun ergab, war auch in der GALLIUM-Studie das relative Mortalitätsrisiko der Patienten, bei denen innerhalb von 24 Monaten ein Progress aufgetreten war, höher als das der Patienten, die in dieser Zeit progressionsfrei geblieben waren – und zwar 26x so hoch (5). Dabei galt: Je früher der Progress, desto höher das Mortalitätsrisiko. Ein Vergleich zwischen beiden Studienarmen ergab, dass Obinutuzumab gegenüber Rituximab das Risiko für einen Progress innerhalb der ersten 2 Jahre um 46% reduzierte (5). Nach Ansicht von Herold könne Obinutuzumab – in Zusammenschau mit früheren Auswertungen – als neuer Standard in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen FL angesehen werden.

Dr. Anne Benckendorff

Quelle: Pressegespräch „Aktuell vom ASH 2017: Kongress-Update zur Lymphomtherapie und Hämophilie A“, 10. Januar 2017, Frankfurt am Main; Veranstalter Roche

Literatur:

(1) Marcus R et al. N Engl J Med 2017; 377: 1331-44
(2) Casulo C et al. J Clin Oncol 2015; 33: 2516-22
(3) Jurinovic et al. Blood 2016; 128: 1112-20
(4) Maurer et al. Am J Hematol 2016; 91: 1096-1101
(5) Launonen A et al. ASH 2017, Abstract 1490


Anzeige:
Darzalex
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Fortgeschrittenes FL: Früher Progress unter Obinutuzumab seltener als unter Rituximab"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab