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Medizin

22. Mai 2020 ESMO Breast Cancer: Anti-Fatigue-Empfehlungen nach frühem Brustkrebs zu wenig berücksichtigt

Vom 23.-24.5.2020 findet das ESMO Breast Cancer Virtual Meeting 2020 statt. Eines der dort vorgestellten Themen ist die Fatigue und ihre körperliche, emotionale und kognitive Dimension. Auch bei frühem Brustkrebs sollten die bestehenden Anti-Fatigue-Empfehlungen nicht außer Acht gelassen werden.
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Krebsassoziierte Fatigue nach Brustkrebs ist prävalent und möglicherweise dauerhaft vorhanden, sodass die Betroffenen trotz als geheilt geltender Brustkrebserkrankung nicht ohne weiteres in ihr früheres Leben zurückkehren können.

Supportive care zur Linderung krebsassoziierte Fatigue wird bei Frauen nach Brustkrebs zu wenig angewendet

Auf dem ESMO Breast Cancer Virtual Meeting 2020 wird eine Studie präsentiert, die gezeigt hat, dass geltende Empfehlungen und Stategien gegen Fatigue bei Patientinnen mit frühem Brustkrebs nicht ausreichend angewendet werden (1).

Studienautor Dr. Antonio Di Meglio, Villejuif, Frankreich: “Über krebsassoziierte Fatigue klagen viele Patientinnen, auch Jahre nach erfolgreicher Beendigung der Therapie. Obwohl wir bei Fatigue vieles zu den Krankheitsmechanismen noch nicht wissen, gibt es doch inzwischen evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen: zum einen soll körperliche Aktivität begonnen, beibehalten oder wieder gesteigert werden; das Sitzen gilt es zu reduzieren. Und zum anderen gibt es positive Daten für den Nutzen psychosozialer Intervention wie kognitive Verhaltenstherapie. Diese scheint insbesondere schwarzmalerischem Grübeln oder einem Gefühl der Hilflosigkeit entgegenwirken zu können."

Die Studie hat untersucht, in wieweit diese Empfehlungen bei Real-world-Patientinnen angewendet werden. Dazu wurden Daten der CANTO-Kohorte mit über 7.000 Patientinnen herangezogen, die Langzeittoxizität bei Patientinnen mit frühem Brustkrebs mindestens 5 Jahre danach untersuchte (2).

"Man hätte erwartet, dass krankheitsfreie Patientinnen innerhalb von einem Jahr wieder in den Zustand vor ihrer Krebserkrankung gelangen würden, dies war jedoch nicht der Fall", so Di Meglio. "Mehr als ein Drittel der Patientinnen gaben 3-6 Monate nach Behandlungsende eine schwere Fatigue an. Und während sich 64% der Patientinnen an die Empfehlungen zu körperlicher Aktivität hielten, waren 36% dazu nicht in der Lage." Dabei wurde deutlich, dass eine schwere Fatigue als Ausgangspunkt nach einer Krebstherapie auch ein Jahr nach Behandlungsende ein Hindernis für Sport und Bewegung darstellte."

Wir müssen noch stärker kommunizieren, dass nicht Schonung, sondern ein aktiver Lebensstil, auch wenn es den Patienten in dieser Situation kontraproduktiv erscheint, dabei hilft, die Fatigue zu überwinden."

Zu wenig Supportivtherapie

Die Analyse zeigte auch, dass in dieser Patientenpopulation supportive Therapie wenig in Anspruch genommen wurde; z.B. konsultierte nur eine von 10 Patientinnen einen Psychologen. "Als Onkologen sollten wir diese Möglichkleiten stärker aufzeigen", schloss Di Meglio.
(übers. v. ab)

 #ESMOBreast20
 

Quelle: ESMO Breast Cancer Virtual Meeting 2020

Literatur:

(1) Abstract 183O, Use of physical activity (PA) and supportive care (SC) among patients (pts) with early breast cancer (BC) reporting cancer-related fatigue (CRF), will be presented by Antonio Di Meglio during the Proffered Paper session 1 on Saturday, 23 May, 12:45 to 14:15 (CET) on Channel 1. Annals of Oncology, Volume 31, Supplement 2, May 2020

(2) CANTO cohort study: https://esmoopen.bmj.com/content/4/5/e000562


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