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Medizin

12. Dezember 2019 Checkpoint-Inhibition wirksam als Mono- und Kombinationstherapie

Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren (ICI) haben sich in kürzester Zeit in der Onkologie als eine neue Therapiesäule etabliert. Beispielhaft zeigt sich das beim Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (HNSCC) und beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC).
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HNSCC: Pembrolizumab neuer Erstlinienstandard

Wie Dr. Maren Knödler, Leipzig, berichtete, leitet die erfolgte Zulassung von Pembrolizumab als Monotherapie sowie in Kombination mit einer Chemotherapie beim PD-L1-positiven fortgeschrittenen HNSCC einen Paradigmenwechsel ein (1).

In der Phase-III-Studie KEYNOTE-048 verlängerte sich unter einer Monotherapie mit Pembrolizumab das Gesamtüberleben (OS) in der Erstlinie bei HNSCC-Patienten mit einem kombinierten Positivscore (CPS) ≥ 1 signifikant gegenüber der Standardchemotherapie von 10,3 auf 12,3 Monate (HR=0,74). Noch ausgeprägter war der Vorteil bei CPS ≥ 20 (14,8 vs. 10,7 Monate; HR=0,58), laut Dr. Knödler „ein erstaunliches Ergebnis für diese Chemotherapie-freie Alternative“ (2). In Kombination mit Chemotherapie führte Pembrolizumab bei CPS ≥ 1 zu einem OS-Vorteil von 13,6 vs. 10,4 Monate (HR=0,65; p<0,0001). Wie Dr. Knödler ausführte, würde sie abhängig von der Symptomatik den PD-1-Inhibitor bei ECOG 0-1 als Monotherapie oder in Kombination mit Chemotherapie und die Monotherapie bei ECOG 2-3 einsetzen.

NSCLC: Immuntherapie fest verankert

Beim fortgeschrittenen NSCLC waren laut Prof. Dr. Christian Grohé, Berlin, die Daten der KEYNOTE-189-Studie bahnbrechend. Hier verdoppelte sich in der ITT-Population bei nicht-plattenepithelialen Tumoren das mediane OS durch die Kombination von Pembrolizumab mit Chemotherapie von 10,7 auf 22,0 Monate (HR=0,56; p<0,00001) (3 ). Pembrolizumab ist bei einem Tumor-Proportion-Score ≥50% in der Erstlinie auch als Monotherapie zugelassen (1). Ein Update der KEYNOTE-024-Studie ergab nach einem Follow-up von mehr als 3 Jahren einen OS-Vorteil von 26,3 vs. 14,2 Monaten (HR=0,56; p=0,001) (4 ). „Die Wirksamkeit von ICI bei hoher PD-L1-Expression scheint ein Klasseneffekt zu sein“, sagte Prof. Grohé mit Blick auf aktuelle Daten zu Atezolizumab (5).

Anne Krampe-Scheidler

Quelle: Symposium „Immunonkologische Therapien und deren Kombinationen“, AIO-Herbstkongress, 22.11.2019, Berlin; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Fachinfo Keytruda; Stand: November 2019.
(2) Rischin D et al.  J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr 6000).
(3) Gadgeel SM et al. J Clin Oncol. 2019; 37(suppl; abstr 9013).
(4) Reck M et al. WCLC 2019; abstr. OA14.01.
(5) Spigel D et al. ESMO 2019; abstr. LBA78.


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