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Medizin

21. November 2018 Personalisierte Medizin überschreitet Entitätsgrenzen

Die Onkologie befindet sich im Umbruch. Verbesserte diagnostische Verfahren, digitale Tools und innovative Medikamente machen es schon heute möglich, viele Patienten individuell zu behandeln. Gleichzeitig setzen neue Therapiekonzepte auf entitätsübergreifende Ansätze, wie beispielsweise die Prüfsubstanz Entrectinib bei NTRK-positiven Tumoren. In einer gepoolten Analyse zeigte Entrectinib eine Ansprechrate von 57,4% bei lokal fortgeschrittenen oder metastasierten soliden Tumoren (1). Im Rahmen eines Roche-Symposiums auf dem diesjährigen Herbstkongress der Arbeitsgruppe Internistische Onkologie (AIO) schilderte Dr. Benedikt Westphalen, Koordinator des Molekularen Diagnostik und Therapieprogramms des Comprehensive Cancer Center München, wie die Personalisierte Medizin bereits heute zum Einsatz kommt und wohin sie sich entwickelt.
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Wie keine andere Fachdisziplin ist die Onkologie ein zunehmend datengetriebenes Forschungs- und Therapiegebiet. Patienten mit malignen Erkrankungen werden mehr und mehr aufgrund der spezifischen genetischen Veränderungen ihres Tumors stratifiziert und im Sinne der personalisierten Medizin behandelt. Die Basis dafür sind umfassende Daten, die eine leistungsstarke, molekulargenetische Diagnostik heute liefert.

Der Tumor-agnostische Behandlungsansatz – Krebs als eine Krankheit des Genoms

Die umfassende molekulare Diagnostik eines Tumors ist der erste Schritt zu einem Umdenken in der personalisierten Krebstherapie. „In Zukunft werden Tumoren zunehmend auch anhand ihrer molekularen Marker und über Entitätsgrenzen hinweg behandelt. Um diese teils seltenen genomischen Alterationen identifizieren zu können, ist ein umfassendes Tumorprofiling von großer Bedeutung. Wir erwarten, dass Behandlungsstrategien, die Entitätsgrenzen überschreiten, zukünftig deutlich an Bedeutung gewinnen werden“, sagte Westphalen im Rahmen seines Vortrages.

Beispielhaft für einen entitätsübergreifenden Behandlungsansatz ist die Prüfsubstanz Entrectinib, welche zum Einsatz bei NTRK Fusion-positiven, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten soliden Tumoren in 10 verschiedenen Tumorentitäten erforscht wird. Eine kürzlich auf dem ESMO 2018 vorgestellte gepoolte Analyse (n=54) der Phase-I- und -II-Studien STARTRK-1, STARTRK-2 und ALKA-372-001 belegte, dass 57,4% der Patienten im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Setting auf die Behandlung ansprachen. Die Wirksamkeit zeigte sich über ein breites Spektrum an Tumorentitäten. Im Median profitierten die Patienten mehr als 10 Monate von der Behandlung mit Entrectinib (DOR=10,4 Monate). Nach einem medianen Follow-up von 12,9 Monaten lag das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) bei 11,2 Monaten – das mediane Gesamtüberleben (OS) bei 20,9 Monaten (1).

Gemeinsam mit Foundation Medicine Inc. nutzt Roche seine Expertise in der Personalisierten Medizin und ermöglicht umfassende Tumorprofilanalysen, bei denen mit Hilfe moderner Next-Generation-Sequencing-(NGS-)Verfahren, die molekularen Grundlagen und Treiber der Krebserkrankung aufgedeckt werden. Der Service FoundationOne® CDx analysiert mittels NGS mehr als 300 krebsrelevante Gene auf alle 4 Klassen genetischer Veränderungen (Basensubstitutionen, Insertionen/Deletionen, Genfusionen und Kopienzahlvariationen) und liefert einen Report, der alle gefundenen Genmutationen und dazu passende Therapieoptionen sowie klinische Studien auflistet. Dieser Ansatz kann dazu beitragen, Patienten mit NTRK Fusion-positiven Tumoren zu identifizieren, die von einer Behandlung mit Entrectinib profitieren können (2,3).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Demetri GD et al. ESMO 2018; Abstract LBA17.
(2) Ahn M-J et al. IASLC 18th WCLC 2017; Abstract 8564.
(3) Rolfo C et al. Expert Opin Investig Drugs 2015;24(11):1493-500.


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