Dienstag, 26. März 2019
Navigation öffnen

Medizin

31. August 2018 Emmy Noether-Nachwuchsgruppe erforscht die Entstehung von Krebs bei Kindern

Warum erkranken Kinder in den ersten Jahren ihres Lebens an Krebs? Wie erklärt sich dies, wenn sie keinen krebserregenden Substanzen ausgesetzt waren? Die neue Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Anton Henssen von der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie der Charité geht diesen Fragen nach. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten verstehen, wie bestimmte Mutationen im Erbgut zur Entstehung von bösartigen Tumoren im Kindesalter beitragen. Dafür entwickeln sie moderne Sequenziermethoden der DNA. Sie dienen dem Ablesen der exakten Abfolge der einzelnen Genombausteine. Die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe erforscht die Ursachen der Entstehung von Tumoren bei Kindern. Sie wird für fünf Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 1,7 Millionen Euro gefördert.
Anzeige:
„Mit diesen Methoden zur Identifizierung von Genomen sind wir in der Lage, Mutationen in Tumoren zu erkennen. Uns interessieren besonders die Mechanismen, die diese Mutationen in Tumoren entstehen lassen“, erklärt Dr. Henssen. Er und sein Team untersuchen sogenannte DNA-Transposasen – Enzyme, die wie Scheren die DNA zerstückeln können. Diese DNA-Scheren sind in kindlichen Tumoren aktiv und tragen zur Entstehung dieser bei. Daher werden die Forscher Tumoren von Kindern sequenzieren und diese Sequenzen auf Zeichen einer Aktivität der DNA-Transposasen hin untersuchen. „Zudem planen wir, die Effektivität von neuen Krebstherapien zu testen, um den Kindern schon in den nächsten Jahren bessere und stärker personalisierte Therapien anbieten zu können“, beschreibt der Kinderonkologe die Ziele seiner Emmy Noether-Nachwuchsgruppe.

Dr. Henssen forscht an der Charité und im Deutschen Krebskonsortium (DKTK). Er ist darüber hinaus BIH Charité Clinician Scientist. Dieses Programm vom Berlin Institute of Health (BIH) und von der Charité umfasst eine strukturierte Facharztausbildung und ermöglicht gleichzeitig Raum für klinische und grundlagenorientierte Forschung.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Anton Henssen
Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 566 132
E-Mail: anton.henssen@charite.de

Quelle: Charité – Universitätsmedizin Berlin


Das könnte Sie auch interessieren

Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet

Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet
© vitanovski / Fotolia.com

Etwa eine halbe Millionen Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs. Für viele ist die Behandlung mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, die die Lebensqualität der Patienten deutlich beeinträchtigen. Doch längst gibt es wirksame Therapien, um Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen besser in den Griff zu bekommen. Die so genannten unterstützenden oder Supportiven Therapien haben in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung genommen.

Krebsgesellschaften: Unterstützer der Patienten

Krebs zählt zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Tag für Tag sterben etwa 20.000 Menschen an einer Krebserkrankung. Allein 2012 gab es laut Schätzungen der WHO etwa 8,2 Millionen krebsbedingte Todesfälle.* Dieser Herausforderung zu begegnen, war schon immer das Bestreben von klinischen und niedergelassenen Ärzten, universitären Wissenschaftlern und der forschenden Pharmaindustrie. Wichtiges Bindeglied untereinander, aber auch zum Patienten, sind die...

Berufliche Reha ist mehr als Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell

Berufliche Reha ist mehr als Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell
© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum


Etwa zwei Drittel aller Berufstätigen, die an Krebs erkrankt sind, kehren zurück in das Arbeitsleben. Für viele ist die Motivation hoch, denn wer arbeitet, erobert sich ein Stück Normalität zurück. Doch der Wiedereinstieg sollte behutsam erfolgen und an die individuelle Belastbarkeit der Patientinnen und Patienten angepasst werden. Nach längerer Arbeitsunfähigkeit bieten die Leistungen der beruflichen Rehabilitation ein breites Spektrum, um die...

Brustkrebs: Was leisten Prognosetests? Unnötige Chemotherapien vermeiden

Durch die Möglichkeit, Tumore genetisch zu analysieren, hat sich die Krebstherapie gewandelt. Während früher alle Patienten quasi die gleiche Behandlung wie nach dem „Gießkannenprinzip“ erhielten, steht nun zunehmend der einzelne Patient mit seinen individuellen Tumoreigenschaften im Fokus. Bei Frauen mit Brustkrebs hat diese Entwicklung zu sogenannten Prognosetests geführt, die eine Vorhersage über den Nutzen einer Chemotherapie erlauben,...

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie
© RTimages / Fotolia.com

Die Mitgliederversammlung des José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. beschließt eine Mittelauskehr für zahlreiche Forschungs- und Projekt-Förderungen. Der Geschäftsführende Vorstand Dr. Gabriele Kröner sagt dazu: „Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem. Dieses große Ziel unseres Initiator José Carreras streben wir mit der Förderung der medizinischen Forschung und Finanzierung von Infrastrukturprojekten an.“

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Emmy Noether-Nachwuchsgruppe erforscht die Entstehung von Krebs bei Kindern"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.