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Medizin

28. März 2017 Depression und Verdauungsstörungen

"Wir haben nicht nur ein Gehirn zum Denken, sondern auch ein Bauchhirn" berichtet Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Unser gesamter Verdauungstrakt ist mit einem Netzwerk aus Hunderten von Millionen von Neuronen ausgestattet. Da nimmt es nicht Wunder, dass psychische Erkrankungen oft mit Verdauungsstörungen einhergehen und umgekehrt." Das gilt auch und ganz insbesondere für Patienten mit Depressionen. Im Vorfeld des Weltgesundheitstages am 3. April, der dieses Jahr der Depression gewidmet ist, weist Dr. Mainz darauf hin, dass Verdauungsbeschwerden nicht selten sogar das erste Anzeichen einer sich entwickelnden Depression sind. Wenn die depressive Grunderkrankung nicht erkannt wird, kann es manchmal Jahre dauern, bis eine ursachenorientierte Therapie angeboten wird.
Umgekehrt können Patienten, die jahrelang unter den Schüben einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leiden, eine Depression mit erschwerenden Konsequenzen für ihre sowieso schon schwierige soziale Situation entwickeln. Antidepressiva können bei ihnen nicht nur die psychische Verfassung aufhellen – sie lindern zudem die Darmbeschwerden.

Darüber hinaus ist bekannt, dass ein Teil der Patienten nach einer überstandenen Darmkrebsoperation mit Depressionen reagiert. Zwar schätzen Darmkrebspatienten laut einer Umfrage des Deutschen Krebsforschungszentrums ihre Lebensqualität nach der Behandlung hoch ein, besonders wenn sie nur geringe körperliche Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Das Gefühls- und Sozialleben der Betroffenen kann aber über Jahre hinweg stark beeinträchtigt bleiben.
 

Quelle: Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e.V.


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