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23. Juli 2020 BRAF-V600E-mut. mCRC: Veränderung der CEA-Werte unter zielgerichteter Therapie scheint mit klinischem Outcome assoziiert zu sein

Erhöhte Werte der Tumormarker CEA und CA 19-9 sind beim Kolorektalkarzinom (CRC) mit einer schlechteren Prognose assoziiert. In der Studie BEACON CRC verbesserten Encorafenib + Cetuximab +/- Binimetinib das Gesamtüberleben (OS) und die Ansprechrate gegenüber der Kontrolle (Cetuximab + Irinotecan oder FOLFIRI) bei Patienten mit BRAF-V600E-mutiertem metastasierten CRC (mCRC) mit Progress nach 1-2 Regimen. Eine beim ESMO-WCGI vorgestellte Analyse zeigte nun, dass möglicherweise sowohl anhand des Baseline-CEA-Werts als auch einer frühen Änderung der CEA- und CA 19-9-Level während der Behandlung eine Patientensubgruppe mit einer numerisch größeren Verlängerung der Überlebenszeit und verbessertem klinischen Outcome durch eine zielgerichtete Therapie bei BRAF-V600E-mutiertem mCRC identifiziert werden könnte.
Die Patienten erhielten randomisiert entweder Encorafenib + Binimetinib + Cetuximab (EBC; n=224), Encorafanib + Cetuximab (EC, n=220) oder die Kontrollbehandlung (n=221; Cetuximab + Irinotecan oder FOLFIRI). Blutproben für die CEA- und CA 19-9-Bestimmung wurden zu Beginn, an Tag 1 der folgenden Zyklen sowie am Ende der Behandlung genommen und zentral ausgewertet. Die Patienten wurden entsprechend ihrem CEA-/CA 19-9-Baseline-Level in Terzile gruppiert.

Für die Baseline-CEA-Werte ergaben sich folgende Cut-off-Werte der Terzile: T1: ≤ 8 µg/l, T2: > 8 bis ≤ 66 µg/l und T3: > 66 µg/l. Das mediane OS variierte je nach Baseline-CEA-Terzil: Patienten, die EBC erhielten, hatten bei niedrigem Baseline-CEA-Wert (T1) ein mOS von 17,8 Monaten, bei mittlerem Wert (T2) ein mOS von 9,5 Monaten und bei hohen Werten (T3) ein mOS von 7,2 Monaten. Das mOS von Patienten, die EC erhielten, lag in T1 bei 17,7 Monaten, bei 9,0 Monaten in T2 und bei 6,1 Monaten in T3 (Kontrolle: T1: 9,5 Monate, T2: 4,8 Monate, T3: 4,8 Monate). In den experimentellen Armen wurde in Zyklus 2 bei Patienten der T2- und T3-Gruppe eine CEA-Abnahme beobachtet. Mit EBC trat in der T2-Gruppe mit mittleren CEA-Baseline-Werten bei 56% der Patienten eine Verbesserung ein, d.h. der CEA-Wert sank auf das Niveau der niedrigeren Terzil-Gruppe, bei 32% blieb der CEA-Wert im Bereich der derselben Terzil-Gruppe, bei keinem Patienten trat eine Verschlechterung auf, d.h. der CEA-Wert stieg nicht auf den Wert der höheren Terzil-Gruppe an, und 11% brachen die Behandlung ab. Die CEA-Werte in der T3-Gruppe mit EBC verbesserten sich bei 56%, blieben bei 36% unverändert und 8% der Patienten brachen die Therapie ab. Mit einer EC-Behandlung erreichten in der T2- bzw. T3-Gruppe 60% bzw. 52% eine Verbesserung, 28% bzw. 32% keine Veränderung und die Therapie nicht weiter führten 12% bzw. 13%. Im Kontrollarm verbesserten sich die CEA-Werte nur bei 6% bzw. 1% der Patienten der T2- bzw. T3-Gruppe, bei 48% bzw. 61% blieben sie gleich, bei 12% der T2-Gruppe verschlechterten sie sich und 35% bzw. 37% brachen die Therapie ab. T3-Patienten mit hohen CEA-Baseline-Werten wiesen in den experimentellen Armen ein längeres mOS auf, wenn bei ihnen eine Verbesserung der CEA-Werte durch die Behandlung erreicht wurde (EBC: 7,4 vs. 4,6 Monate; EC: 7,0 vs. 3,7 Monate). Es gab keine statistisch signifikante Interaktion zwischen der Behandlung und den CEA-Gruppen für das OS.

In allen Armen sprachen Patienten mit einem stärkeren Rückgang der CEA-Level von Baseline bis zum ersten Tumor-Assessment mit größerer Wahrscheinlichkeit an oder erreichten eine stabile Erkrankung. Die Baseline-CEA-Werte waren nicht mit dem Gesamtansprechen assoziiert. Für CA 19-9 wurden ähnliche Ergebnisse beobachtet. Bei Patienten, die EBC oder EC erhielten, war ein niedriger CEA-Wert zu Beginn der Behandlung mit einem längeren OS assoziiert und bei Patienten mit den höchsten CEA-Werten vor Behandlungsbeginn war eine Reduktion der CEA-Werte durch die Behandlung mit einem verbesserten OS assoziiert.

(übers. v. um)

Quelle: ESMO-WCGI 2020 virtual

Literatur:

Grothey A, Kopetz S, Yaeger R et al. Encorafenib plus cetuximab with or without binimetinib for BRAFV600E metastatic colorectal cancer (mCRC): Relationship between carcinoembryonic antigen (CEA) and clinical outcomes from BEACON CRC. ESMO WCGI 2020, Abstract LBA-7.


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