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Medizin

27. Februar 2018 500. Patient der Dresdner Protonentherapie schließt Behandlung ab

Für den 500. Patienten der Universitäts ProtonenTherapie Dresden (UPTD) endete am Freitag (23. Februar) der über 7 Wochen angelegte Behandlungszyklus. Diese runde Zahl steht für das kontinuierliche Wachstum des Zentrums, das Ende 2014 mit den Behandlungen begann. Allein im vergangenen Jahr wurden über 200 Patienten bestrahlt. Der Aufwärtstrend setzt sich 2018 fort: das Zentrum erweitert die Therapiezeiten und behandelt mithilfe des „Pencil Beam Scannings“ zusätzliche Tumorarten.
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Über die Möglichkeiten der Protonentherapie können sich Ärzte und Patienten über die UPTD-Hotline informieren, die jeweils montags bis freitags von 9 bis 11 und von 13 bis 15 Uhr unter der Nummer 0351/458-15693 erreichbar ist. Jährlich nutzen rund 1.000 Anrufer diesen Service.

Seit der zweiten Januarwoche absolvierte der 500. Patient der Universitäts ProtonenTherapie Dresden den für ihn geplanten Bestrahlungszyklus über insgesamt 35 Sitzungen. Hierbei profitierte der junge Patient neben der gebündelten Expertise erfahrener Krebsmediziner am Dresdner Uniklinikum auch von der hochwirksamen und dennoch schonenden Protonentherapie, die in Deutschland nur 3 Universitätskliniken anbieten. Seit 2014 baute die UPTD die Zahl der Behandlungen und die Bandbreite der dabei bestrahlten Tumore schrittweise aus. Neben dem seit Anfang der Behandlung am UPTD verfügbaren Double Scattering, bei dem die Protonenstrahlen durch eine massive Blende und einen optischen Diffusor auf die Gegebenheiten des Tumors ausgerichtet werden, wird seit einiger Zeit auch das Pencil-Beam-Scanning als weitere Applikationsform angeboten. Bei dieser Technik fährt ein feiner Protonenstrahl das Krebsgewebe wie ein Bleistift zeilenweise ab, so dass sich größere Bereiche und irregulär geformte Volumina bestrahlen lassen. Das kommt nicht nur Patienten mit großen Tumoren zugute, sondern auch solchen, bei denen den Tumor umgebendes Gewebe, wie zum Beispiel Lymphknoten und -gefäße, vorbeugend bestrahlt werden.

Mit dem Pencil-Beam-Scanning wird das Team der Universitäts ProtonenTherapie Dresden künftig mehr Patienten behandeln, die unter Tumoren im Bereich von Kopf und Hals leiden. Das sind unter anderem Kinder, die an einem Medulloblastom erkrankt sind, einem Tumor, der vom Kleinhirn‎ ausgeht und unkontrolliert in das ihn umgebende Gewebe hineinwächst. Weil die Tumorzellen über die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit‎ streuen, kann es zu Metastasen im Rückenmark kommen. Dank des Pencil-Beam-Scannings ist es nun möglich, auch diesen ausgedehnten Bereich mit zu bestrahlen, ohne die davor liegenden inneren Organe mit zu belasten.

Hotline gibt zeitnah Rückinformationen zu Optionen der Protonentherapie

Auch gut 3 Jahre nach dem Start der UPTD gibt es viele Fragen über die Chancen und Grenzen der Protonentherapie. Mit der Hotline haben die Experten einen Informationskanal geschaffen, der sowohl niedergelassenen Ärzten als auch Patienten offensteht. Nicht selten erreichen die Spezialisten Fragen von Patienten, bei denen Jahre nach einer Photonen-Bestrahlung ein Tumor erneut auftritt und deshalb nur eine das umliegende Gewebe deutlich schonendere Strahlentherapie in Betracht kommt. „Gern stehen wir für eine Zweitmeinung zur Verfügung, wenn aus welchem Grund auch immer Fachkollegen eine Strahlentherapie nicht mehr in Erwägung ziehen“, sagt die für die Hotline verantwortliche Strahlentherapeutin Prof. Esther Troost. In der Regel kann die stellvertretende Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie Anfragen innerhalb von 24 Stunden beantworten. Hilfreich ist es dabei, wenn die externen Ärzte oder die ratsuchenden Patienten zusätzlich einen aktuellen Arztbrief sowie die aktuellen Befunde mit CT-und MRT-Bildern und den Angaben zur Histologie übermitteln. Im vergangenen Jahr erreichten die Hotline jeden Werktag zwischen zwei und fünf Anrufe – in der Summe liefen so rund 1.000 Anfragen zur Protonentherapie auf.

Über 30 Ärzte, Physiker, und Medizinische Fachangestellte sowie Technische Assistenten sind an der Versorgung der Patienten in der UPTD beteiligt. Bisher erhielten die Krebskranken eine im Verhältnis zur Photonen-Bestrahlung vergleichbar hohe Dosis. „Im ersten Schritt geht es darum zu untersuchen, ob mit der Protonentherapie die kurz- und langfristigen Nebenwirkungen reduziert werden können. Daher werden nahezu alle Patienten, die eine Protonentherapie erhalten, im Rahmen von Studien bestrahlt“, erklärt UPTD-Direktorin Prof. Mechthild Krause. „Bei der Strahlentherapie von Hirntumoren erhoffen wir uns beispielsweise eine Verringerung von Gedächtnisproblemen.“ Diese therapiebedingte Nebenwirkung werten die Wissenschaftler derzeit bei allen mit Protonen bestrahlten Hirntumorpatienten aus und vergleichen sie mit den Patienten, die eine Photonentherapie erhielten.

Dank der engen Kooperation von Klinikum und Medizinischer Fakultät sowie dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf wird die Technologie permanent verbessert. Dadurch können zukünftig in einem weiteren Schritt ausgewählte Patientengruppen mit besonders aggressiven Erkrankungen in Studien eingeschlossen werden, um mit einer erhöhten Dosis der Protonenstrahlen den Tumor noch wirksamer zu bekämpfen. Diese Weiterentwicklung erfolgt im engen Austausch mit anderen universitären Standorten. „Das ist nicht zuletzt auch durch die Kooperation der Krebsmediziner unter dem Dach des NCT – des Nationalen Centrums für Tumorforschung – am Standort Dresden möglich. Dadurch verzahnen wir die medizinische, naturwissenschaftliche und technologieorientierte Forschung noch enger als bisher, was den Patienten unmittelbar zugutekommt“, erklärt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden


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