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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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25. April 2014

Neue Wege in der Tumormedizin

Die Heilungschancen bei Krebs steigen: Starben vor 35 Jahren in Deutschland zwei Drittel der Betroffenen an ihrem Tumorleiden, lebt heute gut die Hälfte fünf Jahre nach der Diagnose noch - ein Rückfall gilt dann als unwahrscheinlich. Die Zahl derjenigen, die an Krebs sterben, ist trotzdem hoch - im Jahr 2012 erlagen mehr als 220.000 Menschen der Krankheit. Mediziner forschen deshalb derzeit an einer neuen, gezielt wirkenden Generation von Medikamenten. Über besonders vielversprechende Konzepte diskutieren Experten bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) vom 26. bis 29. April in Wiesbaden.

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"Erkenntnisse in der molekularen Medizin haben zu komplett neuen Therapieansätzen geführt", sagt Prof. Dr. med. Nisar P. Malek, Leiter der Abteilung Innere Medizin I am Universitätsklinikum Tübingen. "Dabei geht es darum, nicht wie früher unspezifisch auf einen Tumor einzuwirken, sondern zielgerichtet und unmittelbar", so der Experte, der auf dem 120. Internistenkongress unter anderem über Tumorgenetik referiert. Ein Ziel dieser neuen Ansätze sind Signalwege: Zellen und Gewebe im menschlichen Organismus kommunizieren miteinander, indem sie Signale vom Zelläußeren in deren Inneres übertragen.
 
Eine große Rolle bei der Übertragung spielt das Signalmolekül c-MET. Mehrere Krebserkrankungen hängen mit einer erhöhten Aktivität des c-MET-Signalwegs zusammen. Ein Therapieansatz ist es deshalb, Wirkstoffe zu entwickeln, die c-MET hemmen. Als Beispiel ist der Inhibitor ARQ 197 (Tivantinib), der derzeit in der dritten Phase der klinischen Prüfung für die Zulassung bei Leberzellkrebs, also unmittelbar vor der Anwendung steht. Auch für andere Tumorerkrankungen durchläuft er derzeit Studien.
 
Ein weiterer Ansatz sind Tumorimmuntherapien. "Sie beruhen auf der Hypothese, dass einige Wirkstoffe die Checkpoints des Immunsystems blockieren können", führt Malek aus. Denn Krebszellen sind in der Lage, die körpereigene Abwehr auszutricksen. Dies ließe sich durch Medikamente verhindern, das Immunsystem käme wieder in Fahrt und könnte die Tumorzellen bekämpfen. Ein Wirkstoff mit diesem Prinzip, Ipilimumab, ist seit 2011 für Patienten mit fortgeschrittenem schwarzen Hautkrebs zugelassen.
 
Vorerst noch im klinischen Stadium befinden sich virotherapeutische Ansätze: Ihnen zugrunde liegt die Erkenntnis, dass sich Tumorerkrankungen während einer Virusinfektion eines Patienten verbessern. Geforscht wird derzeit unter anderem mit Herpes- oder Masernviren. Außerdem beschäftigt sich die Forschung mit einer Therapie, in deren Mittelpunkt die Zerstörung von Tumorstammzellen steht. Dahinter steckt die Idee, dass die Stammzellen der eigentliche Motor der Krebserkrankung sind. Doch richten sich klassische Behandlungsmethoden wie Chemotherapie oder Bestrahlung vor allem gegen differenzierte Tumorzellen. Die sich nur langsam teilenden Stammzellen überleben die Behandlung oft und lösen womöglich Jahre später einen Rückfall aus. Beim 120. Internistenkongress stellt Prof. Malek am Beispiel von Tumoren der Leber und der Gallenwege neueste Therapieansätze vor. "Wir werden Patienten mit malignen Erkrankungen damit künftig besser gerecht werden können."
 
Terminhinweise:
Klinisches Symposium: Hepatozelluläres Karzinom - Pathogenese, Diagnostik und Therapie
Vorsitz: P. Schirmacher (Heidelberg), N. Malek (Tübingen)
Termin: Sonntag, 27.April 2014, 14.00  bis 15.30 Uhr
Ort: Rhein-Main-Hallen Wiesbaden, Saal 2C, Rheinstraße 20, 65185 Wiesbaden
 
Klinisches Symposium: Tumorgenetik und individualisierte Therapie
Gastrointestinale Tumoren: N. Malek (Tübingen)
Termin: Montag, 28.April 2014, 08.00  bis 09.30 Uhr, Saal 2C:
Ort: Rhein-Main-Hallen Wiesbaden, Saal 2C, Rheinstraße 20, 65185 Wiesbaden

Quelle: DGIM
 
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