Samstag, 19. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
Fachinformation
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
23. Juli 2014

Kombinierte Verfahren zur Prävention des Zervixkarzinoms erforderlich

Wie bei kaum einer anderen Krebserkrankung konnten beim Zervixkarzinom erste Maßnahmen eine hohe Zahl von Erkrankungen verhindern. In den letzten Jahren sinkt die Inzidenz allerdings nicht mehr. Für die Zukunft erwarten die Onkologen die weitere Senkung der Häufigkeit des Gebärmutterhalskrebses durch ein konsequentes prophylaktisches Impfprogramm gegen Humane Papillomaviren (HPV). Da aber die prophylaktische Impfung auch keinen vollständigen Schutz bietet, werden neue therapeutische HPV-Vakzine gebraucht. Im Rahmen von Screeningprogrammen werden neben dem klassischen Pap-Test auch dünnschichtzytologische Verfahren und molekulare HPV-Tests an Bedeutung gewinnen - so das Ergebnis einer Diskussion international renommierter Experten auf dem Symposium "HPV and Cervical Cancer" am 3. und 4. Juli im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg.

Seitdem bekannt ist, dass Infektionen mit dem Humanen Pappilomavirus die Entstehung des Zervixkarzinoms bedingen, hat sich die medizinische Forschung der Entwicklung von prophylaktischen Impfstoffen verschrieben. Derzeit existieren zwei Schutzimpfungen, die virus-neutralisierende Antikörper (VLP) gegen die beiden Hochrisiko-HPV-Typen (HR-HPV) 16 und 18 induzieren. In den kommenden Dekaden ist in geimpften Populationen daher von einem Rückgang der mit HPV 16 und 18 assoziierten Erkrankungen und somit auch der Zervixkarzinomvorstufen auszugehen.

Mittlerweile widmet sich die medizinische Forschung intensiv der Entwicklung therapeutischer HPV-Vakzine, mit denen bereits bestehende Infektionen behandelt werden können. Diese Impfstrategien richten sich hauptsächlich gegen die viralen Onkogene E6 und E7 und haben das Ziel, die zelluläre Immunantwort gegen die Tumorzellen zu aktivieren. Denn nicht immer bilden sich HPV-Infektionen spontan zurück. In einigen Fällen unterdrücken HR-HPV die zelluläre Abwehr und verhindern die Bildung von Antikörpern. Dies führt zu einer anhaltenden HPV-Infektion und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu hochgradigen Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs, den sogenannten zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN), und zum invasiven Karzinom. "Wir hoffen, dass wir in Zukunft über einen Impfstoff verfügen, der das Immunsystem des Körpers dazu befähigt, HPV-infizierte Zellen und HPV-assoziierte Krebszellen zu erkennen und abzutöten. Mit unserer Forschung liefern wir jedenfalls Erkenntnisse zur Krebsimmuntherapie im Allgemeinen", berichtet PD Dr. Dr. Angelika Riemer vom DKFZ. Derzeit werden zahlreiche Ansätze zur Entwicklung therapeutischer HPV-Impfungen herangezogen, darunter Protein-, Peptid und DNA-Impfungen, nanopartikel- und zell-basierte Impfstoffe sowie virale und bakterielle Vektoren.

Um die Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs frühzeitig zu erkennen, wird seit Jahren der Pap-Test im Rahmen von Krebsfrüherkennungsprogrammen angeboten. Ihm wird jedoch eine nur mäßige Sensitivität bei gleichzeitig hoher Spezifität bescheinigt. Anstelle oder auch in Ergänzung zum Pap-Test nutzen Mediziner daher dünnschichtzytologische Verfahren. Sie können hochgradige Krebsvorstufen signifikant häufiger identifizieren und so eine frühere Diagnose und Behandlung zulassen. Zudem ermöglichen sie die Nutzung derselben Probe für einen HPV-Test. Solche molekularen Tests weisen gezielt die DNA der 14 klinisch relevantesten HPV-Typen nach.

"Das Ziel muss es sein, Frauen mit erhöhtem Risiko für ein Zervixkarzinom in Zukunft leichter zu identifizieren. Die Kombination aus herkömmlicher Zytologie mit HPV- und Biomarkertests könnte die Sensitivität und Spezifität in der Früherkennung entscheidend verbessern und dazu beitragen, individualisierte Vorgehensweisen zu ermöglichen", fasst Prof. Dr. Thomas Iftner vom Universitätsklinikum Tübingen die Resultate des Minisymposiums zusammen.

"Unser Symposium hat gezeigt, dass wir auf einem guten Weg im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs und andere durch HPV bedingte Tumore sind. Wir hoffen, in den nächsten Jahren gerade auch in Deutschland entscheidende Fortschritte in der Prävention von HPV-Infektionen erzielen zu können", sagt Prof. Dr. Lutz Gissmann vom DKFZ.

Quelle: DKFZ
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:



Anzeige:
 
 
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASCO 2017