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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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16. November 2012

Kinder nach altersgerechter Vorbereitung ohne Narkose im MRT untersuchen

Bochumer Kliniker konnten erstmalig an einem großen Kollektiv zeigen, dass es möglich ist, Köpfe von Kindern im Kernspintomographen ohne Vollnarkose oder sonstige medikamentöse Sedierung zu untersuchen. Es reichte in vielen Fällen, die kleinen Patienten altersgerecht auf die Untersuchung vorzubereiten, um ihnen die Angst vor der Röhre zu nehmen. Und die Ergebnisse lassen sich sehen: Von den insgesamt 2461 aufgenommenen Bildsequenzen bei 326 Patienten haben die beteiligten Radiologen 97% als „diagnostisch relevant“ eingestuft.

Mit seiner Studie hat Priv.-Doz. Dr. Christoph M. Heyer (Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil, Bochum) zugleich erstmals den Wert der so genannten BLADE-Sequenzen für die flächendeckende Untersuchung von Kindern im Kernspin belegen können. Die Studie ist soeben in der aktuellen Ausgabe 11/2012 der Zeitschrift „RöFo – Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen und der bildgebenden Verfahren“ erschienen.

Institute und Praxen scheuen den Aufwand

Die Kernspintomographie (MRT) spielt heute als strahlenfreies Verfahren eine wesentliche Rolle innerhalb der bildgebenden kinderradiologischen Diagnostik. Sie ist unentbehrlich, wenn es darum geht, das zentrale Nervensystem von Kindern darzustellen. Obwohl die Vorteile der MRT gegenüber anderen Untersuchungsverfahren genügend bekannt sind, scheuen viele Institute und Praxen sie bei kleinen Kindern anzuwenden. Einerseits vermuten Sie, dass sich die Kinder nicht ruhig genug verhalten werden, um eine ausreichende Bildqualität für die Diagnose zu erzielen. Andererseits scheuen sie den organisatorischen und wirtschaftlichen Aufwand, wenn sie die Kinder für einen unbehinderten Arbeitsablauf sedieren oder narkotisieren müssen. Dafür müssen die kleinen Patienten mit einem Elternteil auf der Station aufgenommen werden, außerdem muss ihnen eine peripher-venöse Verweilkanüle angelegt werden und Beruhigungs- bzw. Narkosemittel verabreicht werden.
 

Abb.: MRT-Bild des Kopfes eines siebenjährigen Patienten: links in konventioneller Technik, auf dem man die Bewegungsartefakte gut erkennt; rechts in BLADE-Technik. Man sieht, dass die Artefakte deutlich reduziert sind und das Bild sehr viel schärfer wirkt (© Bergmannsheil, UK RUB)
 

Dass es anders geht, haben PD Heyer und Kollegen gezeigt: Sie haben 326 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 7,2 Jahren in der kinderradiologischen Ambulanz am Institut für Diagnostische Radiologie, Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin des Bergmannsheil ohne Sedierung oder Vollnarkose untersucht.

Alle kleinen Patienten haben sie zuvor altersgerecht auf die MRT vorbereitet, ihnen ausreichend Zeit gegeben, den Scannerraum zu besichtigen, sie durften ihr Kuscheltier ins MRT mitnehmen und die Eltern waren dabei. Außerdem haben die Bochumer Klinker MRT-Sequenzen mit der so genannten „BLADE“-Technik aufgenommen, um die „Verwackler“ soweit wie möglich auszuschließen. Mit diesem Konzept ist es den Medizinern gelungen, 41% der Dreijährigen, 91% der Vierjährigen und 98% der Patienten jenseits des 5. Lebensjahres ohne Sedierung zu untersuchen. Die insgesamt 2461 akquirierten Bildsequenzen wurden dabei von zwei Radiologen begutachtet und in insgesamt 97% der Fälle als diagnostisch verwertbar eingestuft. Die kinderradiologische Ambulanz am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil ist spezialisiert auf MRT- und CT-Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen aller Altersgruppen. Sie wird geleitet von PD Heyer, Doppelfacharzt für Kinderheilkunde und Diagnostische Radiologie/Kinderradiologie. Sie ist die einzige Einrichtung dieser Art in Bochum und Umgebung.
 

Literaturhinweis:
Verzicht auf Sedierungen bei pädiatrischen MRT-Untersuchungen des Kopfes: Was ist machbar? [Dispensing with Sedation in Pediatric MR Imaging of the Brain: What is Feasible?] Heyer CM, Lemburg SP, Sterl S, Holland-Letz T, Nicolas V, Fortschr Röntgenstr 2012, 184:1034-1042;
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22872604

Quelle: Ruhr-Universität Bochum
 
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